Nach dem Tod von William Wallace im Kino-Klassiker Braveheart werden wir wohl vergeblich auf einen zweiten Teil warten. Kleiner Trost: Nachdem das offizielle Spiel zum Film 1999 eine Gurke war (GameStar-Wertung: 44 %), gibt es jetzt mit Highland Warriors endlich eine würdige Umsetzung des schottischen Freiheitskampfes.

Age of Highland Warriors

Highland Warriors : Trotz Feuerwänden hat der Gegner keine Chance gegen unsere englischen Langbogenschützen und Panzerreiter. Trotz Feuerwänden hat der Gegner keine Chance gegen unsere englischen Langbogenschützen und Panzerreiter. Als Oberhaupt eines von drei Schottenclans oder als englischer Feldherr bestreiten Sie vier Kampagnen im Stil von Age of Mythology (inklusive Zaubersprüchen). Doch Highland Warriors kupfert nicht nur gnadenlos ab, sondern erweitert das Basisbauen und Gegnerplätten auch um einige spannende Nuancen. So wechselt sich alle 20 Minuten (in Missionen meist skriptgesteuert) Sommer mit Winter ab. Wenn die Schneeflocken herabschweben, müssen Sie von Kornanbau auf Rinderzucht wechseln. Außerdem sind dann viele Gebirgspässe durch Schnee blockiert.

In den Szenarios haben Sie als Feldherr angenehm viel zu tun: Wirtschaftliche Aufgaben stehen ebenso auf dem Programm wie Belagerungen, Eskorten oder heimliche Befreiungsaktionen. Häufige Skript-Sequenzen und wechselnde Missionsziele halten den Spannungsfaktor auf einem hohen Niveau. Jedes Volk führt andere Einheiten ins Feld, die häufig über Spezialfähigkeiten verfügen. So sabotieren englische Spione feindliche Belagerungswaffen, und schottische Dudelsackspieler erhöhen die Moral ihrer Mitkämpfer. Erfahrungspunkte-System, Helden wie Robert the Bruce oder William Wallace und vier Formationen ergänzen das strategische Repertoire. Ärgerlicherweise positioniert die KI schon mal schwächliche Druiden in vorderster Front oder reagiert zu spät auf feindliche Angriffe.

Technik kontra Ästhetik

Highland Warriors : Im Winter fällt die Versorgung deutlich schwerer. Im Winter fällt die Versorgung deutlich schwerer. Grafisch hinterlässt Highland Warriors einen zwiespältigen Eindruck: Enorm detaillierte Einheiten und Gebäude, aber nur mäßige Animationen und hässliches Menüdesign. Im- merhin dürfen Sie sämtliche Icons frei platzieren. Umfangreiche Statistiken und Shortcuts zu jedem Spielbefehl erleichtern zusätzlich das Feldherrenleben. Wer die Kampagnen durchgespielt hat, darf sich auf 20 Karten mit menschlichen Gegnern oder dem Computer prügeln. (HK)