Jagged Alliance Online - Browserspiel

Rundenstrategie  |  Release: 14. September 2012  |   Publisher: Gamigo AG
Seite 1 2   Fazit

Jagged Alliance Online im Test

Endlich ein würdiger Nachfolger?

Der Free2Play-Ableger ist raus aus der Beta-Phase. Ob die Rundenstrategie im Browser nun aber dem ehrwürdigen Namen gerecht wird, klären wir im Free2Play-Test zu Jagged Alliance Online.

Von Martin Deppe |

Datum: 14.10.2012


Zum Thema » Mehr Free2Play-Spiele Unser Themen-Kanal auf GameStar Die Jagged Alliance-Serie gehört zu den Ikonen der Rundenstrategie – mit Recht. Kein Remake-Versuch, keine Fortsetzung, keine Kopie kam bisher an die Originale heran. Inzwischen ist das Söldner-Epos als Browserspiel Jagged Alliance Online aus der Beta-Phase raus und macht seine Sache gar nicht mal schlecht, auch wenn’s taktisch ebenfalls meilenweit von den Vorbildern entfernt ist.

Das Grundprinzip lehnt sich weniger an die beiden Jagged Alliance-Titel an, sondern an den Ableger Deadly Games: Wir erobern mit unseren Söldnern keine in Sektoren unterteilte, offene Welt wie damals Metavira (Jagged Alliance) oder Arulco (Jagged Alliance 2), sondern erledigen Auftrag nach Auftrag. Den nächsten Job gibt uns meistens Raubein und Söldnerlegende Gus Tarballs – genau, das hat er auch schon in Deadly Games gemacht. Sobald wir seinen Job annehmen, stellen wir einen Söldnertrupp zusammen, rüsten ihn aus und starten den Einsatz.

Grundsätzlich kostenlos, aber...

Halt, nicht so schnell: Unser »Trupp« besteht anfangs aus nur zwei Kämpfern. Zum einen aus unserem Alter Ego, denn das ist immer gratis mit von der Partie. Zum anderen aus einem Söldner, der auch wirklich Sold fordert. Den bezahlen wir entweder mit Spielgeld, dann bleibt er zum Beispiel 24 Stunden bei uns. Oder wir heuern ihn für immer und ewig an – das kostet allerdings einmalig Gold. Und Gold gibt’s wiederum, nach etwas Startkapital, gelegentlich häppchenweise als Belohnung, oder im Shop gegen echte Euro. Wichtig: Jagged Alliance Online lässt sich grundsätzlich gratis spielen, zu den potenziellen Extrakosten kommen wir später.

Die Söldner stammen allesamt aus dem alten AIM-Aufgebot der Vorgänger – Scope, Ivan, Fidel, alle sind an Bord. Allerdings weniger individuell als früher, denn während es früher Sprengstoffexperten, Super-Sanis und Waffenbastler gab, beschränkt sich Jagged Alliance Online vor allem auf fünf Klasseneinteilungen: Kommandos sind gut mit Pistole und MP, Schützen beherrschen Schrotflinte und MG, Soldaten Sturmgewehr und Pistole, Späher ihr Gewehr und Scharfschützen logischerweise Präzisionsflinten.

Jagged Alliance Online
Klettern ist nicht: Obwohl links oben Flachdach und Leiter locken, läuft beim Browserspiel alles auf einer Ebene ab.

Natürlich können Sie einem Scharfschützen auch eine Pistole in die Hand drücken – allerdings lieber als Zweitwaffe, falls der Gegner mal auf Tuchfühlung rückt. Weil Sie bei Levelaufstiegen unter anderem Punkte auf die diversen Waffenfertigkeiten verteilen können, werden Ihre Mitstreiter mit der Zeit immer mehr zu Spezialisten – auch dazu später mehr.

Abgespeckte Rundentaktik

Die Gefechte selbst sind komplett rundenbasiert. Sie werden irgendwo am Rand einer isometrischen Karte abgesetzt, fast jede Handlung kostet ab sofort Aktionspunkte: gehen, rennen, geduckt vorrücken, zielen, feuern, gezielter feuern, Beute aufsammeln, nachladen. Komischerweise kostet das Wechseln zwischen zwei Waffen nix – dabei dürfte der Wechsel zwischen Sturmgewehr und MG in der Realität sogar länger dauern, als zehn Meter zu sprinten.

Jagged Alliance Online : Kopfschuss? Auf den Körper zielen? Einzelfeuer oder Salve? Lieber erst mal in Deckung gehen? Gleich stehend feuern? Die Gefechte sind zwar taktisch einfacher als bei den Originaltiteln, aber das Grundkonzept bleibt. Kopfschuss? Auf den Körper zielen? Einzelfeuer oder Salve? Lieber erst mal in Deckung gehen? Gleich stehend feuern? Die Gefechte sind zwar taktisch einfacher als bei den Originaltiteln, aber das Grundkonzept bleibt. Klettern und robben gibt’s übrigens gar nicht mehr; wir schießen entweder stehend oder abgehockt, aber nie liegend, und es gibt weder besteigbare Flachdächer noch zu öffnende Türen wie früher – auch wenn Dächer, Leitern und Türen zu sehen sind. Das nimmt dem Spiel viel Taktik und die guten alten Schrecksekunden von damals, als sich natürlich prompt diejenige Tür in Deidrannas Palast öffnete, die wir gerade NICHT gesichert hatten.

Trotzdem sind die Feuergefechte recht spannend, vor allem, weil wir nach einigen Missionen doch arg an unseren Söldnern hängen, die besten Ausrüstung für sie wollen, emsig ihre Werte verbessern.
Prima: Die Bedienung ist an die Originale angelehnt, zum Beispiel zielen wir mit jedem Rechtsklick etwas genauer. Gar nicht prima: Es gibt nur zwei anvisierbare Trefferzonen (Kopf und Körper) und keine Granaten. Stattdessen stehen in den Maps Benzinkanister und Gasflaschen rum, die förmlich »hey, schieß auf mich, dann jag ich den Bösewicht neben mir mit in die Luft!« schreien.

Im Gegenzug könnten Sie mit Ihren Söldnern auf diesen Kanistern herumhüpfen und mit den Armen rudern – die teils echt dämlichen KI-Gegner würden trotzdem nicht darauf feuern. Die rennen nämlich viel lieber hinter einer Mauer hin und her oder todesmutig/bekloppt auf uns zu, statt wie wir Stellung zu beziehen und gut gezielt zu feuern.

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Avatar schlachterde
schlachterde
#1 | 14. Okt 2012, 10:23
Alter wie kann GS verlangen das man aufen Sonntagmorgen 2 Seiten liest wenn man da vor auf Party wahr :D neee lasst mal :D
"IRONIE"?
Kennt keiner was? naja......
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Avatar rob81
rob81
#2 | 14. Okt 2012, 10:25
2 Trefferzonen? Keine Granaten? Wozu dann ein Taktikspiel machen, wenn man die Taktik zur Hälfte entfernt? Wahrscheinlich haben die Entwickler JA2 nie wirklich verstanden und haben immer nur Kopfschüsse verteilt, am besten mit einem Team aus 5 Snipern -.-

Dann dachte man sich, ey, ich habe Beinschüsse und Entwaffnung eh nie benutzt, wozu sich die Arbeit machen? Granaten könnte man ja auch in Fässer umbauen, dann braucht man nicht mal einen Grenadier! So grob deren Verständnis der Taktiktiefe ist, so ist auch deren Voraussicht. Ein Spiel ohne Möglichkeiten hält sich nicht über ein Jahrzehnt und bei mir nicht mal über das Review hinaus :)

+1 auf der Liste der versauten Nachfolger
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Avatar Ramireza
Ramireza
#3 | 14. Okt 2012, 11:03
Typischer F2P Abzock Titel. Spielt lieber das Original, das ist viel, viel, viel besser und nicht so teuer :

http://www.gog.com/en/gamecard/jagged_alli ance_2

(Leerzeichen entfernen)

Das GS gerne F2P bewirbt ist für mich nichts neues mehr, daher rege ich mir darüber auch nicht mehr wirklich auf. Vor ein paar Jahren wäre so ein Schrott gnadenlos verrissen worden. Tja, so ändern sich die Zeiten :)
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Avatar Veto
Veto
#4 | 14. Okt 2012, 11:10
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Tarsius
#5 | 14. Okt 2012, 11:40
Taktik-Games ohne Taktik haben keinen Content. Kein Content bedeutet keine Motivation. Keine Motivation, gleich kein Spaß. .... Klingt logisch...ist es auch!

Dennoch sind die Entwickler nicht drauf gekommen. :/
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Avatar MasterofOregano
MasterofOregano
#6 | 14. Okt 2012, 12:11
F2P .... ok uninteressant ^^
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Veto
#7 | 14. Okt 2012, 12:17
Dieser Kommentar wurde ausgeblendet, da er nicht den Kommentar-Richtlinien entspricht.
Avatar cpt.ahab
cpt.ahab
#8 | 14. Okt 2012, 12:45
Zitat von Veto:


Bei F2P Games geht es nicht vorrangig um kostenlose Motivation sondern Motivation durch den Erwerb virtueller Scheisse.
Ein F2P Game soll und darf nicht im kostenlosen Zustand (lange) spass machen oder gar motivieren. Das wäre entgegen dem Sinn und Zweck des F2P Modelles. Ein F2P Spiel ist um ein Geschäftsmodell herum aufgebaut. Da geht es nicht um Content.

Das muss man bei F2P Online Games IMMER im Hinterkopf haben: Die Absicht ist die Abzocke. Der User muss dahin getrieben werden um irgendwann die Scheisse aus dem Shop zu kaufen. Das klappt nur wenn der User nach einer bestimmten Zeit, oder so lange frustriert wird bis er endlich den Shop anklickt um was zu kaufen was ihm weiterhilft.
Gamedesign machts möglich.
Klappt bei Diablo 3 auch wunderbar. Der Grund weswegen die Leute Gegenstände aus dem Echtgeld AH kaufen ist Frustration und Unzufriedenheit. Und die exakt benötigte Dosis an Unzufriedenheit wird vorsätzlich durch ein durchdachtes Gamedesign gesteuert.



Das auf alle F2P zu beziehen ist etwas klein kariert. Ja, das Geschäft mit Free2Play-Titel baut um Itemskaufen, aber es gibt auch Spiele die sind ziemlich fair. Ich gebe z.B. kein Geld für virtuelle Gegenstände aus und ich gebe auch kein Geld für monatliche Gebühren aus.
Free2play habe ich nicht getraut, hatte aber nicht viel ausprobiert. Also habe ich angefangen paar aus zu probieren. Es gibt Spiele, die schränken einen sehr krass ein, dann gibt es spiele die schränken einen durchschnittlich ein und es gibt auch Spiele die schränken einen gar nicht ein. Tribes Ascend z.B. lässt sich ohne Item kauf, super spielen. Die paar xp für neue Waffen sind schnell verdient.
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Avatar Ramireza
Ramireza
#9 | 14. Okt 2012, 13:39
Zitat von cpt.ahab:



Das auf alle F2P zu beziehen ist etwas klein kariert. Ja, das Geschäft mit Free2Play-Titel baut um Itemskaufen, aber es gibt auch Spiele die sind ziemlich fair. Ich gebe z.B. kein Geld für virtuelle Gegenstände aus und ich gebe auch kein Geld für monatliche Gebühren aus.
Free2play habe ich nicht getraut, hatte aber nicht viel ausprobiert. Also habe ich angefangen paar aus zu probieren. Es gibt Spiele, die schränken einen sehr krass ein, dann gibt es spiele die schränken einen durchschnittlich ein und es gibt auch Spiele die schränken einen gar nicht ein. Tribes Ascend z.B. lässt sich ohne Item kauf, super spielen. Die paar xp für neue Waffen sind schnell verdient.


Das hat mit Kleinkariert nichts zu tun, sondern das ist leider die Wahrheit. Wenn ein F2P Spiel "super" ohne Itemkauf funktionieren würde, dann müsste man doch auch nichts im Shop kaufen, was logischerweise schlecht für den Betreiber wäre. Natürlich wird es viele Spieler geben die tatsächlich keine Microtransactions ausführen, aber die Spiele sind NATÜRLICH so aufgebaut das möglichst viele Spieler das eben doch irgendwann tun.

Oder glaubst du nicht das dieser Gedanke bei der Entwicklung eines F2P Spieles im Vordergrund steht?

Ich möchte nicht wissen wie viele von denen die immer behauptet haben das Sie ja wirklich kein Geld für ein F2P ausgeben, dann letztendlich doch die Goldmuni bei WoT gekauft haben. GENAU so macht das System Sinn : Dem Spieler zunächst das Gefühl geben das Sie umsonst Spaß haben können, bis er letztendlich dann doch "mal hier und mal da" 5€ investiert. Leute die sich solche cleveren Mechanismen ausdeken verdienen sehr viel Geld, glaubt mir, und scheinbar haben Sie sich jeden Cent verdient. Es ist so ähnlich wie mit der Werbung : Fast jeder behauptet sich nicht von Werbung beeinflussen zu lassen, und doch ist sie allgegenwärtig. Warum nur, wenn Sie uns so garnicht beeinflusst?

Um Fairness kann es da nicht gehen, sondern um einen möglichst effektiven Weg den Spielern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Bei Vollpreistiteln geht es im übrigen auch darum, und zwar ebenfalls ausschließlich. Der Unterschied ist, das der Spieler eben weiß was er für sein Geld bekommt.

Leider lassen sich solche Spiele leicht kopieren, bzw verkaufen, außerdem muss sich der Entwickler Gedanken über eine Geschichte machen, Dialoge schreiben oder eine fordernde KI programmieren, sowas kostet viel Geld. F2P Spiele kommen ganz gut ohne Story, Charaktere oder gut geschriebene Dialoge aus, auch reicht oftmals eine sehr rudimentäre KI völlig (MMO´s haben im Allgemeinen keine wirkliche KI nötig). Mit knappen Worten : F2P Spiele sind günstig zu produzieren was das Risiko für den Entwickler deutlich minimiert.

Das Erschreckende ist, das die Idee die hinter F2P steckt eigentlich vom Spieler selbst kommt. Jahrelang haben Menschen für Ingamewährung, Items oder Charaktere diverser MMO´s echtes Geld bei Ebay und Co. ausgegeben, was den Entwicklern anfangs überhaupt nicht gefiel.
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Avatar RD.SQUIRREL
RD.SQUIRREL
#10 | 14. Okt 2012, 14:09
...und immernoch rundenbasiert. Wann merken Hersteller endlich, dass keine Sau mehr rundenbasierte Spiele haben will? (Ja, ein paar gibt´s noch - aber damit lässt sich, vor allem im F2P-Bereich, doch kein Geld verdienen)
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Details zu Jagged Alliance Online

Plattform: PC
Genre Strategie
Untergenre: Rundenstrategie
Release D: 14. September 2012
Publisher: Gamigo AG
Entwickler: Cliffhanger Productions Software
Webseite: http://www.jaggedalliance.com
USK: keine Angabe
Spiele-Logo: Download
Leserinteresse:
Platz 706 von 5500 in: PC-Spiele
Platz 33 von 227 in: PC-Spiele | Strategie | Rundenstrategie
 
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