Just Cause : Just Cause Just Cause Angenommen, Sie wollen demonstrieren, dass Ihre Spielwelt sehr, sehr groß ist. Dann machen Sie's am besten so wie Dax Ginn, Producer bei Eidos und verantwortlich für Just Cause: Fliegen Sie mit einem Helikopter über massig Dschungel und Traumstrände, jagen Sie mit einem Wagen die Küstenstraße entlang, und rufen Sie nach zehn temporeichen Minuten die Karte auf. Dann zoomen Sie heraus und warten grinsend auf die staunenden Blicke der Zuschauer, als die gerade zurückgelegte Kilometerstrecke in der rechten oberen Ecke des Bildschirms zur winzigen Linie zusammenschnurrt.

Just Cause wird also groß, viel größer noch als zum Beispiel GTA San Andreas. Von diesem Vorbild abgeschaut ist auch der lässige Umgang mit den Fahrzeugen anderer Leute: Geheimagent Rico infiltriert auf einer tropischen Inselgruppe nicht nur die örtliche Drogenmafia, sondern auch herumfahrende Autos, indem er die Fahrer schlicht aus der Beifahrertür kickt. Ebenso geschmeidig schlenzt sich Rico aus voller Fahrt aufs Dach des Autos und hebt per Gleitschirm ab, während die Karre im nahen Unterholz verschwindet. In Flugzeugen klettert Rico aus dem Cockpit und klammert sich an den Flügel -- »Stunt Position« nennt das Spiel solche Einlagen.

Aus der Luft lässt sich die Inselwelt von Just Cause besonders gut überblicken. Die Fernsicht kann locker mit dem derzeitigen Optik-Primus Oblivion mithalten, auch das satte Dschungelgrün (prozedurale Landschaften) und sonnenglänzender Strand (HDR) sind eindrucksvoll. Unter dem sanft gewellten Küstenwasser liegen Korallenriffe, im Himmel berechnet Just Cause aus der Luftfeuchtigkeit Wolken und Wetter. Vom Boden aus relativiert sich der hübsche Eindruck leicht, denn aus der Nähe verliert der Tropenwald an Dichte, und die Charaktermodelle lassen Ecken und Kanten erkennen.

Just Cause wird schnelle, unkomplizierte Action irgendwo zwischen Total Overdose und Boiling Point; ob's auch langfristig motiviert, wenn sich der Coolness-Faktor von Stunt-Manövern und massig unterschiedlichen Vehikeln abgenutzt hat, wird sich im Herbst entscheiden, wenn der schwedische Entwickler Avalanche das Spiel fertig haben will.