Left 4 Dead - PC

Multiplayer-Shooter  |  Release: 18. November 2008  |   Publisher: Electronic Arts

Kolumne: Warum sind Computerspiele so teuer?

Christian Schmidt über Valves Preispolitik

Christian Schmidt über Valves Preispolitik

Von Christian Schmidt |

Datum: 28.03.2009


Warum sind Computerspiele so teuer? Natürlich ließen sich mehr Spiele verkaufen, wenn die Preise fielen. Ob das gewaltige Massen wäre, sei dahingestellt; es ist ja nicht nur das Geld, das bestimmt, wie viele Spiele ein Mensch pro Jahr kauft, sondern auch die Zeit. Wer Empire oder Drakensang erwirbt, braucht erst mal lange Zeit nichts anderes mehr.

Die großen Hersteller legen ihre Preise nicht aus Gier und Torheit fest, sondern in einem Bereich, der das beste Verhältnis aus Verkaufszahlen und Ertrag verspricht. Dazu kommen Sachzwänge, etwa die Aufschläge bei Konsolenspielen, die von Microsoft und Sony diktiert werden. Keine Firma hat Interesse daran, den Standard-Preis von 60 Euro auf Xbox und PS3 für den PC stark zu unterbieten, denn das hieße, sich selbst Konkurrenz zu machen.

Wenn Valve nun in einer Wochenend-Aktion die Preise im Online-Shop Steam senkt und daraufhin deutlich mehr Left 4 Dead oder Team Fortress 2-Spiele verkauft, dann will das nicht viel heißen. Valves Preisspielereien sind in erster Linie Schnäppchen-Angebote, wie wenn der örtliche Supermarkt »100g Salami heute 80 Cent!« ins Schaufenster hängt. Klar schlagen dann mehr Menschen zu. Tags darauf ist der Preis wieder oben, weil genügend Leute Salami zum Normalpreis kaufen. So ist das auch bei Spielen.

Trotzdem zeigt Valves Experiment, dass es einen Trend zu Impulskäufen gibt: Je niedriger der Preis, desto niedriger auch die Hemmschwelle, spontan zuzuschlagen. Das könnten die Hersteller für sich nutzen. Allerdings zeigt die Erfahrung, dass sich bei den Käufern sehr schnell ein Lerneffekt einstellt: Viele warten dann einfach auf das nächste Sonderangebot, so wie schon jetzt ein guter Teil der Spieler nicht mehr zum Vollpreis einkauft, weil sie wissen, dass in ein paar Monaten günstige Budget-Versionen erscheinen.

Spiele gehören nicht zum täglichen Bedarf, ein paar Tage oder Wochen zu warten tut nicht weh.
Dennoch sind die Preise für Spiele zu hoch und werden auf Dauer sinken müssen. Das hat zwei Gründe. Zum einen ist nicht einzusehen, warum Download-Versionen praktisch das Gleiche kosten wie verpackte Ladenversionen. Die Hersteller geben ihre Kostenersparnis im Moment nicht weiter; das wird sich ändern, sobald die Konkurrenz auf dem Download-Markt steigt.

Zum anderen verbreiten sich günstige Gelegenheitsspiele so dramatisch, dass sie vor allem älteren Spieler zunehmend attraktiver erscheinen als teure Hardcore-Games. Wenn die Hersteller ihre Kernzielgruppe nicht schrumpfen sehen wollen, müssen sie der Casual-Konkurrenz durch niedrigere Preise begegnen.

Christian Schmidt, Stellvertretender Chefredakteur GameStar

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Avatar Sempai02
Sempai02
#1 | 28. Mrz 2009, 11:35
Ich zahle gerne für Spiele 40-50 €uro, wenn sie nur a) lang genug sind b) eine tolle Geschichte erzählen und c) vernünftig programmiert sind (keine Bugs, keine Hardware verlangt von 2015,etc.). Außerdem vermisse ich wie früher tolle Handbücher und 1-2 nette Gimmicks wie Karten oder Techbäume. Ein 10 Stunden-Spiel mit massig Bugs und nur einer schäbigen CDRom und Installationshandbuch ist mir keine 50 €uro wert, höchstens 15! Und bei Steam, wo alles fehlt außer dem Spiel selber, will ich keine 50 €uro zahlen.
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Avatar Laflamme
Laflamme
#2 | 28. Mrz 2009, 11:49
Nicht nur, dass eine Budget-Version erscheint, Herr Schmidt, sondern auch noch eine, die besser ausgestattet ist als das Original für 40-50 Euro. Siehe Jack Keane, incl. Poster und Soundtrack-CD, siehe Drakensang, mit Ingame-Item etc. etc. Mal ehrlich, warum sollte man sich dann noch sofort zu Release das Spiel kaufen?

Der Punkt mit den Casual Games ist berechtigt. Nachdem ich World of Warcraft spiele bleibt nicht viel Zeit für andere. Da ich aber trotzdem Lust auf Abwechslung habe, kaufe ich mir dann lieber bei Big Fish Games im Angebot um 10-12 Dollar ein Zwischendurchspiel, das nicht sonderlich anspruchsvoll ist, aber trotzdem nicht totaler Müll. Ich kann da die Mystery Case Files Reihe empfehlen (mit Madame Fate haben sie die Logikrätsel deutlich nach oben geschraubt, Return to Ravenhearst geht schon fast Richtung klassisches Adventure - in einer Lightvariante natürlich), aber auch das aktuelle "Nancy Drew Dossier: Lights Camera Curses hat mir sehr gefallen, und für die Story auch Dangerous High School Girls in Trouble, das unlängst einen Kritikerpreis eingeheimst hat.

Vielleicht könntet ihr, also die Redaktion, euch ja mal durchringen auf einer Seite im Heft, oder von mir aus online, mal eine Übersicht der besten Casual Games eines Monats zu bringen. Natürlich kann man sie nicht auf der 1-100 Skala messen, das wäre unfair, aber Spaß für Zwischendurch bieten sie allemal.
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Avatar Serpico
Serpico
#3 | 28. Mrz 2009, 11:57
Ich bin auch gerne bereit den Vollpreis für ein Spiel zu bezahlen, wenn es hält was im Vorfeld und während der Entwicklung angepriesen wurde.
Leider entpuppen sich immer mehr Spiele als die volle Mogelpackung. Einerseits denke ich ich kaufe Bananen weil ich auch die beim Kunden reifen, ähnlich wie bei manchen Spielen...aber Hauptsache noch vor Weihnachten auf den Markt bringen etc.
Computerspielentwickler sind meiner Meinung nach teilweise schon schlimmer als Politiker vor der Wahl was Versprechungen angeht.

Ohne jetzt Werbung zu machen, aber bei Blizzard und Bioware spielen bin ich bis dato immer gut gefahren und war mit dem was ich für mein Geld bekommen habe sehr zufrieden.
Wenn ich jedoch an sachen wie das letzte C&C inkl. Addon denke, danke ich der Erfindung eines Ebay wo ich den Mist mit minimalem Verlust verkaufen konnte.

Viele Entwickler sind eben selber schuld, und ein "versauter" Ruf lässt sich eben nicht in wenigen Monaten wieder gut machen.
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Avatar Todiefor
Todiefor
#4 | 28. Mrz 2009, 12:01
Die Spieler sind durchaus lernfähig. Warum sollte man sich immer ein neues Spiel für 50-60 Euro kaufen, um sich dann Monatelang mit Bugs rumzuärgern?
Einige Zeit warten, Patche werden bereitgestellt, weil die "Early adopters" den Betatest selber bezahlen und dann auf der Softwaregrabbeltisch günstig zugreifen.

Ich zahle gern 50 Euro, wenn ich das Spiel dann auch so nutzen kann, wie es mir angeboten wurde. Nicht auf Multiplayerversprechen warten, die zum Release drin sein sollten, um dann doch niemals veröffentlicht zu werden.

Nicht an der Inkompatibilität einer Standardgrafikkarte verzweifeln, weil es die Programmierer anscheinend versäumt haben, nicht nur Karten ihres Sponsors zu testen, sondern auch auf die weitverbreitete Konkurrenz zu schauen.

Gute Produkte verkaufen sich zu einem guten Preis. Ramschware wird schnell durchschaut und beim nächsten Kauf wird der Hersteller erstmal doppelt genau unter die Lupe genommen.
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Avatar routing
routing
#5 | 28. Mrz 2009, 12:19
mich würde doch mal interessieren wieso pc-spiele seit nun ca. 20 jahren immer gleich viel kosten wenn sie neu rauskommen. es waren 1990 um die 40-50€, damals natürlich der wert umgerechnet in mark, und es sind 2009 immer noch 40-50€.
ich meine daran sieht man dass der preis der spiele nichts mit den tatsächlichen kosten dahinter zu tun haben.
früher waren spiele günstiger in der produktion dafür wurden sie nur in geringeren stück abgesetzt und heute sind riesige teams an einem guten spiel beschäftigt, welches dafür viel häufiger verkauft wird als ein toptitel anno 1990.
jedoch wäre es doch ein sehr großer zufall wenn sich die kosten in relation zur absatzmenge in 20 jahren immer genau bei einem stückpreis von 40-50€ einpendeln würden.

mfg
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Avatar Zircon
Zircon
#6 | 28. Mrz 2009, 12:43
Also ich kann mich noch daran erinnern das C&C: Alarmstufe Rot 1 damals im Laden ca. 65 DM gekostet hat. Und als mit dem erscheinen von C&C: Tiberian Sun ein Preis von 90-95 DM für ein Spiel festgesetzt wurde, gab es seitens GS auch eine entsprechende (negativ) Kritik zu diesem Preisgebahren.

Schön das zumindest Christian diese Thematik endlich wieder mal aufgreift, denn diese Preise sollten keineswegs selbstverständlich sein. 59 € für einen neuen Vollpreistitel im Laden ist eine Sauerei. Ebenso 45 € für einen Downloadtitel.
Max. 40 € für ein neues Spiel, mehr nicht.
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Avatar AvalonAsh
AvalonAsh
#7 | 28. Mrz 2009, 12:52
Zitat von :
Zum einen ist nicht einzusehen, warum Download-Versionen praktisch das Gleiche kosten wie verpackte Ladenversionen.


Wenns mal so wäre...

Die Preise bei Steam sind in der Regel deutlich höher als bei Amazon.de oder den Elektronikmärkten, die ne Schachtel verkaufen. Dabei haben die doch mit Bestell-, Versand- und Lagerlogistik plus höherem Personalaufwand erheblich größere Kosten als nen Download.

Aber nicht nur der sinkende Preis motiviert inzwischen dazu auf Budgetversionen zu warten. Releaseversionen sind heute viel zu oft viel zu verbuggt. Da wart ich doch lieber 3-4 Monate bis der erste Preissturz in die ca 30 Euro Region kommt und inzwischen ein paar Patches raus sind, die die Performance verbessern und Bugs beheben.

Ausgereifteres, stabiler laufendes Spiel für weniger Geld - und alles was ich dafür tun muss ist abwarten.

Das fällt anfangs mal schwer, aber wenn man das konsequent macht, dann spielt man ja eh immer grade den großen Awardabräumer von vor 3-5 Monaten und hat das gute Gefühl den Geldbeutel und vor allem seine Nerven geschont zu haben. Und das beste dabei: die Hardware für die Highend-Grafik-Knaller kostet inzwischen auch schon viel weniger.

Geduld kann so viel wert sein...
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Avatar Necrol
Necrol
#8 | 28. Mrz 2009, 13:06
Ich bin auch schon ne ganze Weile mit der Taktik unterwegs mich fast ausschließlich mit "Grabbeltischspielen" einzudecken.

Letztes Paradebeispiel is da in meinen Augen The Witcher. Anfangs nicht wirklich ausgereift hatte ich das Glück dann irgendwo für 20 Euro die Sammleredition zu bekommen, alles sehr nett aufgemacht und per Download kriegt man kostenlos den Inhalt der Enhanced Edition dabei.
An der Preispolitik und Kundenbetreuung können sich einige was abgucken.

Negativbeispiel: World of Goo, bei nem Kollegen gesehen, gehört das es das für 5 Euro bei Steam gibt, konnte ich aber leider nicht kaufen weil mein Steam seit HL2 release nicht mehr installiert war und den ganzen Sonntag nicht mit updaten fertig werden wollte. Hab aber lieber 20 Euro für nen World of Goo bezahlt was mal erfrischend anders ist als 30 Geld für das immer gleiche Spiel bei EA.
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Avatar Gabumon
Gabumon
#9 | 28. Mrz 2009, 13:09
Zitat von Zircon:
Und als mit dem erscheinen von C&C: Tiberian Sun ein Preis von 90-95 DM für ein Spiel festgesetzt wurde


99DM am T-Day, und wie EA das durchgesetzt hat ist noch schlimmer "entweder dran halten, oder die nächsten spiele kommen aus versehen zu spät"

Spiele sind die letzte zeit teurer geworden, EA titel kosten teilweise 55-60€ nicht mehre 45-50€, und die anderen ziehen jetzt langsam nach

Warum Spiele bei Downloadplattformen zum gleichen preis feilgeboten werden? Weil sie dort gekauft werden wie kalkuliert warum also preise senken.. hohe nachfrage, hoher preis

und ich seh nicht ein für Kopierschutzverseuchte, Bugverseuchte 5 stunden spiele vollpreis zu zahlen..der aktuelle Empire titel ist wieder so ne sache, bugs bugs bugs, ich bin zwar gern betatester aber dafür zahl ich sicher nix
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Avatar Necrol
Necrol
#10 | 28. Mrz 2009, 13:10
Und so nebenbei. Warum gibts auf dem PC nichts vergleichbares wie die Platinum Serie ?
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Details zu Left 4 Dead

Plattform: PC (Xbox 360)
Genre Action
Untergenre: Multiplayer-Shooter
Release D: 18. November 2008
Publisher: Electronic Arts
Entwickler: Valve
Webseite: http://www.l4d.com
USK: Keine Jugendfreigabe
Spiele-Logo: Download
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