Special: MapleStory | Seite 2
Zuckersüße Nostalgie
Stärken und Schwächen
MapleStory ist in Südkorea bereits 2003 gestartet und kam 2007 nach Europa. Das Alter sieht man dem Spiel an, vor allem wegen der antiken, fixen Auflösung von 800 mal 600 Pixeln. Für ältere Spieler, die noch die Hoch-Zeit der Jump‘n‘Runs miterlebt haben, ist MapleStory wie eine Reise in die eigene Vergangenheit: Kunterbunt, untermalt mit fröhlicher Musik, und ständig hüpft, flattert, rennt irgendetwas über den Bildschirm.
Auf den ersten Blick sieht MapleStory wie ein klassisches Jump&Run aus, im Hintergrund werkeln aber überraschend viele Rollenspiel-Mechaniken.
Diese Nonstop-Action ist auch die größte Stärke des Spiels. Die Laufwege zur nächsten Monstergruppe sind recht kurz, sodass wenig Zeit zum Verschnaufen bleibt. Zugleich täuscht der kindlich-verspielte Look darüber hinweg, dass es dahinter durchaus komplex zugeht. Denn die spezialisierten Berufe werden vor allem bei Gruppen-Quests wichtig, und Sie können Ihren Helden schon ordentlich tunen – mit Ausrüstung und Charakterwert-Steigerung, Fertigkeiten und Zaubern.
Der riesige Shop mit seinen Bezahl-Inhalten hat vor allem Klamotten im Angebot, mit denen Sie Ihre Spielfigur optisch stylen können, sowie Bequemlichkeits-Gegenstände wie Reittiere. Schön: Die Maximalstufe 200 können Sie auch gratis schaffen.
Weniger schön: In der deutschen Fassung sind Wörter teils brutal abgekürzt, Umlaute fehlen häufig oder sind samt Folgebuchstaben durch »?« ersetzt ( etwa »?nlich« statt »ähnlich«), was die Lesbarkeit gerade für jüngere Spieler anfangs sehr erschwert.
Für wen geeignet?
MapleStory richtet sich vor allem an junge Spieler ab sieben, acht Jahren, die gut lesen können und auch mit den Umlaut-Problemen der deutschen Texte klarkommen. Die Steuerung ist simpel genug, allerdings kann die Orientierung zwischen den einzelnen Levelbildschirmen schon mal verloren gehen, daher sollten Sie immer wieder die Weltkarte aufrufen.
Die einfachen Quests und die Jagd nach dem nächsten Level (und vor allem auf die vier Berufswechsel-Stufen) dürften für junge Spieler Dauermotivation genug sein, für Erwachsene allerdings auf Dauer zu einfach und eher ein Fall für die kurze Hüpfeinlage zwischendurch. Der Zeitaufwand ist völlig frei wählbar, Sie können das Spiel jederzeit verlassen. Allerdings sollten Sie sich das zweimal überlegen, wenn Sie mit einer Gruppe unterwegs sind…