Bioware : Es gab einmal eine Zeit, in der einige namhafte Entwickler in den Augen vieler Spieler fast über jeden Zweifel erhaben waren. Etwa Blizzard Entertainment, die jedoch mit der Veröffentlichung des Hack 'n' Slash Diablo 3viel Kritik einstecken mussten und noch immer müssen. Auch dazu gehört(e) das kanadische Studio Bioware, vor allem berühmt für Rollenspiel-Klassiker wie Baldur's Gate, Neverwinter Nightsoder Star Wars: Knights of the Old Republic.

Seit einigen Monaten steht Bioware jedoch, vor allem aus Spielerkreisen, immer wieder in der Kritik. So kam Dragon Age 2bei vielen Spielern nicht all zu gut weg und das wohl teuerste Online-Rollenspiel Star Wars: The Old Republicwird nach nicht einmal einem Jahr im Abo-Betrieb zum Free2Play-Titel. Nicht zu vergessen wäre natürlich auch einer der größten »Shitstorms« der Videospiele-Geschichte rund um das Ende von Mass Effect 3.

Trotzdem scheint Publisher und Bioware-Eigentümer EA im Großen und Ganzen stolz auf sein Studio zu sein. So hatte Electronic Arts' COO Peter Moore gegenüber Eurogamer.net nur Lob im Gepäck:

»Sie [Bioware] machen einen guten Job. Wenn ich 12 bis 18 Monate zurückdenke, denke ich an drei Dinge: Ich denke an Star Wars: The Old Republic, ich denke an Mass Effect 3 und seine Ableger und ein bisschen weiter zurück denke ich an Dragon Age. Aus dieser Perspektive denke ich, das Studio hat Großes geleistet.«, so Moore.

Auf das teilweise negative Feedback der Fans auf Dragon Age 2 ging er allerdings nicht weiter ein. Dass Bioware sich jedoch dazu durchsetzte, für Mass Effect 3 mit dem Extended Cut ein überarbeitetes Ende zu entwickeln, stieß auf seinen Zuspruch. Zudem halte er auch die negative Resonanz der Fans und eine Forderung nach einer Erweiterung/Änderung für positiv.

»Die Angelegenheit bezüglich des Endes [von Mass Effect 3] war durchaus interessant. Es ist eine faszinierende Debatte. Mehr Macht den Spielern. Sie sitzen jetzt am längeren Hebel. […] Niemand in der Branche hat mehr Leidenschaft und ein größeres Megaphon als die Spieler.«

Moore scheint also durchaus der Meinung zu sein, dass die zahlenden Konsumenten ein Recht darauf haben, Änderungen an einem »künstlerischen Produkt« zu fordern und sich der Hersteller dieses zu Herzen nehmen sollte.

Zur kürzlichen Ankündigung, dass Star Wars: The Old Republic diesen Herbst in den optionalen Free2Play-Betrieb wechselt, äußerte sich Peter Moore ebenfalls. Auf die Gründe und den die in den letzten Monaten immer weiter gesunkenen Abo-Zahlen ging er jedoch nur indirekt ein.

»Als wir mit diesem massiven Projekt begannen, die riesige Welt von Star Wars und seinem Universum und den Charakteren in die Welt der MMOs zu bringen, war die Welt der Spiele noch eine andere. Es war eine Welt, wo wir uns gut mit dem Gedanken anfreunden konnten, dass das Geschäftsmodell auf Abonnements ausgerichtet war. Doch mittlerweile hat sich die Erde weitergedreht, also müssen wir uns mitdrehen.«

Laut Moore haben etwa 40 Prozent aller ehemaligen Abonnenten gekündigt, weil sie die monatlichen Gebühren nicht bezahlen wollten. Dazu, ob die Kunden zahlungsunwillig waren, weil ihnen der Inhalt das Geld nicht wert war oder aber, ob sie grundsätzlich Abo-Modelle für »veraltet« halte, äußerte er sich allerdings nicht.

Bioware werkelt derzeit an Dragon Age 3, weiteren DLCs für Mass Effect 3 und unter dem Namen Bioware Victory arbeitet das EA-Studio Victory Games derzeit an Command & Conquer (Generals 2), welches kürzlich zum Free2Play-Titel ausgerufen wurde.

BioWare – Die Spiele der RPG-Macher
1995 machten sich die drei Universitätsabsolventen Ray Muzyka (links); Greg Zeschuk (rechts) und Augustine Pip (nicht im Bild) daran, Computerspiele zu entwickeln. Dabei haben alle drei eigentlich ein abgeschlossenes Medizinstudium. Das Motto des Unternehmens ist bis heute, »die emotional ansprechendsten Spiele zu entwickeln«. Auf den folgenden Bildern wollen wir einen Gang durch die Geschichte des Unternehmens wagen und betrachten die Meilensteine der heute renommierten RPG-Schmiede.