Metro 2033 im Test
Stimmungsvoller Grusel-Shooter
Fazit der Redaktion
Zu kurz
Petra Schmitz: Metro 2033 ist super. Aber es ist so verflixt kurz.Wieso ist es eigentlich so verflixt kurz? Die Buchvorlage hat über 700 Seiten! Na gut, da steht auch viel drin, was sich für einen Ego-Shooter nur bedingt eignet, aber da steht auch eine Menge drin, was für einen Shooter toll wäre. Noch mehr Eindrücke, noch mehr Stimmungen, mehr Interaktion mit dieser faszinierenden Umgebung. Aber vielleicht gibt‘s das alles ja im Nachfolger, falls Metro 2033 ein Erfolg wird.
Schock!
Michael Trier: Ich habe ein gebrochenes Verhältnis zu Shootern. Zu Beginn faszinieren sie mich oft durch ihre Optik, den schnellen Rhythmus, die knallige Dramaturgie und ihre Zugänglichkeit. Meist lähmt aber schon nach kurzer Spielzeit die große Langeweile meine Maushand. Da fehlen mir dann die Rollenspielelemente (darum gefiel mir Deus Ex), das Erkunden einer weitläufigen Welt (dafür liebte ich Stalker) oder einfach das gewisse Etwas (wie in Bioshock). Metro 2033 habe ich spät nachts mit Kopfhörer gespielt. Als meine Freundin mir plötzlich die Hand auf die Schulter legte, wäre ich vor Schreck beinahe gestorben. Das Ding ist gruseliger als Doom 3. Schade, dass es so kurz ist.
Herzensangelegenheit
Daniel Matschijewsky: Lassen Sie die Rollläden runter, drehen Sie die Lautsprecher auf und lassen Sie sich von Metro 2033 fesseln. Mit seinen fein ausgearbeiteten Umgebungen, dem düster-stimmigen Szenario und den packenden Skriptereignissen zählt dieses Spiel zu den intensivsten Shooter- Erlebnissen der letzten fünf Jahre. Ja, die Gegner sind nicht wirklich clever. Ja, an der Oberfläche lässt die Gruselstimmung nach. Und ja, das Spiel ist zu kurz geraten. Egal, denn Metro 2033 fasziniert mich trotzdem. Weil es seine Welt so beispiellos gut in Szene setzt, dass ich mich sofort darin verliere. Weil sich alles irgendwie richtig anfühlt und man an allen Ecken spürt, mit wie viel Herzblut die Entwickler hier am Werk waren.