Need for Speed: The Run im Test | Seite 2
Ein (Weg)rennspiel, das stolpert
Die Strecken: Die Kinnlade klappt runter
Ein Hingucker ist indes das abwechslungsreiche Steckendesign. Da kurven wir durch die Canyons des Yosemite-Nationalparks, machen die Straßen von San Francisco, Las Vegas, Chicago und New York unsicher, heizen durchs Death Valley oder erkunden die schneebedeckten Gipfel der Rocky Mountains.
Ständig gibt es etwas zu sehen, von Wassersprengern in den Maisfeldern Utahs bis hin zu tief fliegenden Boings am Detroiter Airport. Ein besonderes Highlight sind die Rennen, in denen wir es mit der Natur zu tun bekommen. So sollen wir im Death Valley drei Kontrahenten überholen und die Führung 30 Sekunden lang aufrecht halten, während ein dichter Sandsturm tobt. Noch spektakulärer ist eine Aufholjagd in den Rockies, während gigantische Lawinen auf die Straße donnern. Schade nur, dass wir solche Aha-Momente im Verlauf der maximal acht Stunden umfassenden Kampagne an einer Hand abzählen können.
Der Umfang: schnelles Spiel, schnell vorbei
Das »Gut, aber nicht überragend«-Gefühl, das The Run mit jedem Bit und Byte erzeugt, spüren wir auch beim Umfang. Zwar geht die Streckenauswahl in Ordnung, dafür spart das Programm bei Fuhrpark und Tuning.
In Unfällen kracht und scheppert es gewaltig -- das macht Laune.
Statt bis ins kleinste Detail an Optik und Leistung zu schrauben, dürfen wir lediglich aus einer Handvoll Lacke und Karosserie-Kits wählen. Technisch ist The Run ebenfalls nicht auf der Höhe der Zeit (siehe Kasten), und das obwohl EA Black Box die aus
Battlefield 3
bekannte Frostbite-Engine 2 verwendet. In Sachen Sound gibt es hingegen kaum Anlass zur Kritik. Die Motoren röhren ordnungsgemäß, Unfälle quittiert das Spiel mit krachenden Effekten. Grandios ist der lizenzierte Soundtrack, der in uns sofort das Verlangen weckte, mit dem Auto quer durch die USA zu heizen.