Need for Speed: Undercover - PC

Rennspiel  |  Release: 20. November 2008  |   Publisher: Electronic Arts

Kolumne: »Need for Speed: Untergang«

Kommentar zum Absturz der Traditionsserie

Kommentar zum Absturz der Traditionsserie

Von Rene Heuser |

Datum: 21.11.2008


»Need for Speed: Untergang« : Kriegt EA mit Need for Speed nochmal die Kurve? Kriegt EA mit Need for Speed nochmal die Kurve? 87,85,79,72. Das sind nicht die PS-Angaben der neusten Golf-Modelle, sondern die GameStar-Wertungen für die jüngsten Need for Speed-Spiele von Most Wanted bis Undercover. Und damit niemand glaubt, dass wir mit dieser Meinung alleine stehen: Bei der internationalen Rankingseite MetaCritics.com, die bei manchem Entwickler auch als Indikator für Bonuszahlungen dient, fielen die durchschnittlichen Wertungen für Electronic Arts Rennspielserie in den vergangenen vier Jahren sogar von 82 auf nunmehr 60 Prozent.

Die Need for Speed-Serie ist neben Madden NFL, Die Sims und Fifa eine der wichtigsten Einnahmequellen von Electronic Arts. Alleine im vergangenen Weihnachtsgeschäft ging Need for Speed: ProStreet 5,5 Millionen Mal für PC, Xbox 360, Playstation 3 & Co. über die Ladentheke. Eine große Zahl, aber angesichts von 7 Millionen verkauften Most Wanted-Packungen seinerzeit hat die Serie schon zu diesem Zeitpunkt einen kommerziellen Rückschlag erlebt. Und es kommt noch besser: Diese 7 Millionen verkauften Exemplare bedeuteten schon einen Rückgang von 38 Prozent gegenüber Need for Speed: Underground 2 im Jahr davor! Schon damals hatte die US-Website Gamespot gemutmaßt, dass die »Cash-Cow« möglicherweise so langsam auf ihre letzte Weide geführt würde.

Speziell die Electronic Arts-Manager haben ein scharfes Auge auf die sinkenden Umsatzzahlen. Also entschieden Sie nach Most Wanted, dass künftig zwei Entwickler-Teams an der Rennserie arbeiten sollen, damit zwar weiterhin jedes Jahr ein neuer Teil erscheinen kann, aber die Entwickler nun zwei Jahre Zeit pro Titel haben. Während an Carbon geschraubt wurde, arbeitete eine andere Mannschaft bereits an ProStreet. EA-Boss John Riccitiello gab in seinen unzähligen Interviews seit seiner Amtsübernahme das Motto vor: Mehr Qualität, mehr Innovationen. Erst jüngst verteidigte er nachdrücklich die Einstellung des C&C-Shooters Tiberums. Wenn die Qualität nicht stimme, dann müsse man auch ein Projekt »killen«. Und Spiele wie Dead Space, Mirror's Edge oder auch Fifa 09 zeigen ja, das EA auf dem richtigen Weg ist. Auch der Einkauf von Bioware und die Zusammenarbeit mit Valve (Half-Life 2: Orange Box) und Crytek (Crysis) haben dem Publisher international anerkannte Spiele ins Sortiment gebracht.

Wie kann es dann aber zu diesen Problemen bei Need for Speed kommen? Wieso wird Undercover veröffentlicht, obwohl es trotz vier Jahre alter Technik auf der Playstation 3 nicht sauber läuft und auf dem PC viel zu hohe Hardware-Anforderungen hat -- die ganze Liste von Unzulänglichkeiten des neuesten Teils können Sie im GameStar-Test nachlesen. Es ist ja nicht so, dass es (auch im Konzern) keine Studios mehr gäbe, die erstklassige Arcade-Rennspiele abliefern können: Das bald ein Jahr alte und von EA Criterion entwickelte Burnout Paradise (erscheint im Januar für PC) wischt mit Need for Speed: Undercover den Boden auf. Und Rockstar zeigt mit Midnight Club L.A. wie ein modernes Tuning-Rennspiel in einer offenen Welt auszusehen hat.

Aber wahrscheinlich werden wir in einigen Monaten von Riccitiello dann hören: »ich dachte, das Spiel war okay, was das Gameplay anbelangt. Es war [aber] nicht gut.« Das sagte der EA-Boss nämlich erst im Juni 2008 auf einer Analystenkonferenz über Need for Speed: ProStreet. Dann schob er nach: »Ich bin zuversichtlich, dass Undercover ein deutlich besseres Spiel als ProStreet sein wird.« Seiner Ansicht nach sei das Need for Speed-Studio in Vancouver über die letzten acht Jahre an die Grenzen der Leistungsfähigkeit getrieben worden. Aber die Aufstockung des Personals und der längere Entwicklungszyklus würden nun Früchte tragen.

Die Wertungen und Kritiken des neuesten Need for Speed sprechen eine andere Sprache: Undercover ist nochmals ein Rückschritt gegenüber ProStreet. Natürlich kann sich EA eine einjährige Pause, vor allem vor dem Hintergrund des ohnehin schwierigen Umfeldes, nicht leisten. Aber ein simples »weiter so« kann es nicht geben. Fans verzeihen Fehler und kehren zu ihren Lieblingen auch nach Durststrecken zurück -- wie Christopher Nolan mit Batman Begins eindrucksvoll bewies. Nur endlos ist ihre Geduld nicht und selbst eine Traditionsmarke wie Need for Speed übersteht nicht viele Rückschläge wie Undercover. Vielleicht ist die Zeit reif für einen Neustart, mit einem komplett neuen Studio. Denn wenn EA nicht handelt, werden die Spieler dem Publisher die Entscheidung abnehmen -- indem Sie der Serie endgültig den Rücken kehren.

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Avatar DynamicStyle
DynamicStyle
#1 | 21. Nov 2008, 17:14
Der Titel passt. Hoffentlich sieht das EA jetzt ein und beendet die Serie. Eine neue Serie mit anderen Inhalten wäre vielleicht nicht schlecht.
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Avatar LoSTi0z
LoSTi0z
#2 | 21. Nov 2008, 17:26
sehr gut geschriebener bericht!
bin auch der meinung das es mit nfs so nicht weitergehen kann.
ich als alter nfs fan bin von undervocer mehr als entäuscht. hatte mir mehr erhofft, nur leider ging es ea wahrscheinlich nur ums geld.
kurz vor weihnachten wieder ein nfs rauszubringen....
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Avatar Soebe
Soebe
#3 | 21. Nov 2008, 17:28
Ich hab seit den Burnout Spielen NFS Titel immer im Laden gelassen.
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Avatar RobotChicken
RobotChicken
#4 | 21. Nov 2008, 17:32
NFS interessiert mich schon seitdem es nur noch in der stadt stattfindet nicht mehr... und tuning a la fast & furious schon gar nicht.
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Avatar RedRider
RedRider
#5 | 21. Nov 2008, 17:33
es ist eine schande was aus der serie geworden ist. muss ich mir nun vielleicht doch noch ne PS3 holen wenn GT5 draußen ist.
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Avatar Blubbafasel
Blubbafasel
#6 | 21. Nov 2008, 17:38
Burnout>test drive unlimited>nfs
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Avatar blablub_AlphaX
blablub_AlphaX
#7 | 21. Nov 2008, 17:39
Kurze Anmerkung: Ganz genau das Gleiche gilt auch für die NHL Serie.
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Avatar Cyplex
Cyplex
#8 | 21. Nov 2008, 17:43
Der Unsinn jedes Jahr einen "Nachfolger" in die Läden zu peitschen drückt den Spielen ein "Halbarkeitsdatum" auf und verdirbt zwangsläufig das Interesse. Ein "... geil, es gibt ein neues" weicht irgendwann einem "... isses mal wieder soweit"! TOTGEMOLKEN!
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Avatar Dryz
Dryz
#9 | 21. Nov 2008, 17:45
Finde diesen Beitrag sehr gut und muss ihm auch zustimmen. Most Wanted war der beste teil, dass danach folgende Carbon war auch noch gut auch wenn es mehr vom gleichem war aber es war wie gesagt noch gut. Wie im Beitrag schon geschrieben wurde finde ich das EA ein neues Studio für NFS suchen sollte die neue Ideen mitbringen. Denn wenn es so weitergeht waren Most Wanted und Carbon meine letzten NFS teile.
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Avatar ToshiroUmezawa
ToshiroUmezawa
#10 | 21. Nov 2008, 17:47
Zitat von DynamicStyle:
Der Titel passt. Hoffentlich sieht das EA jetzt ein und beendet die Serie. Eine neue Serie mit anderen Inhalten wäre vielleicht nicht schlecht.


@ DynamicStyle
Tja, aber Need for Speed ist eben eine bekannte Marke, und das nicht nur unter Hardcore-Zockern. Viele Casual Gamer kaufen sich NfS einfach mal so, weil sie es in der Werbung oder bei einem Laden gesehen haben. Die meisten dieser Kunden würden mit einem Namenswechsel der Serie wohl verloren gehen.
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Details zu Need for Speed: Undercover

Plattform: PC (PS3, PS2, PSP, Xbox 360, Wii, NDS)
Genre Sport
Untergenre: Rennspiel
Release D: 20. November 2008
Publisher: Electronic Arts
Entwickler: EA Vancouver
Webseite: http://www.whichroadtotake.com
USK: Freigegeben ab 12 Jahren
Spiele-Logo: Download
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