Need for Speed: Undercover - PC

Rennspiel  |  Release: 20. November 2008  |   Publisher: Electronic Arts
7 von 7 Leser fanden diese Rezension hilfreich

Leser-Rezension zu Need for Speed: Undercover

ACHTUNG: Großunfall!

Von DerKranz |

Datum: 05.05.2013 | zuletzt geändert: 05.05.2013, 15:41 Uhr


Allgemeine Informationen

Der Nachfolger zu "Most Wanted" heißt ganz schlicht "Undercover" und wurde von "EA Black Box" entwickelt und von "Electronic Arts" 2008 verlegt. Dieses Spiel war einer der ersten Spiele von EA, welche eine Onlineaktivierung benötigen. Getestet wurde das Spiel mit dem aktuellsten Patch (1.0.1.18). Warum dieser das Spiel auch nicht mehr retten kann lest ihr unten.

 

Singleplayer

""Profil erstellen", steht nun da. Wo ist denn das Hauptmenü? Naja egal gebe ich einfach mal meinen Namen ein." Nach einer kurzen Ladepause sind wir im Getümmel: Eine komplette Polizeikolonne + Helikopter verfolgen uns und wir rasen in einem Nissam 370Z davon. Als ich nun erstmal die "ESC" Taste drücke fällt auf: Es gibt kein Hauptmenü. Es wird alles in einem "kleinen" Menü geregelt. Dort kann man nun seine Steuerung, Grafik, Audio und vieles weitere einstellen. Prompt habe ich das erledigt und nun gehts los:

Ich fahre das Auto und traue meinen Augen nicht, denn selbst auf der höchsten Grafikstufe + 6xAA und Full HD (1920x1080) sieht das Spiel richtig bescheiden aus. Dazu diese übertriebenen Blureffekte und man kann seine Augen komplett vergessen. Also Sonnenbrille aufgesetzt und los gehts...

Storymäßig setzt "Undercover" den Vorgänger "Most Wanted" fort. Wir sind Undercover unterwegs und sollen Autoschieber aufs Korn nehmen und hochnehmen. Das wars im Grunde schon, nur mit dem Unterschied, dass die Zwischensequenzen diesmal aus "professionellen" Schauspielern wie z.B Maggie Q und Christina Millian bestehen. Auch ist die oberflächliche Story viel düsterer geraten als je zuvor in einem "Need For Speed" Teil, was aber nicht unbedingt gut ist.

Gameplaymäßig ist "Need for Speed: Undercover" zweischneidig: Die vielen Missionen machen von der Grundidee garantiert sehr viel Spaß. So haben wir Zeitrennen, Polizeiverfolgungen, Sprints, Rundkurse, Highway Battle (man fährt auf einem Highway und muss 300m Abstand zu seinem Gegner gewinnen) und das aus Underground 2 bekannte Outrun. Das klingt alles sehr toll, zumal "Tri City", die bis dato größte "NfS" Welt war. Praktisch gesehen ist den Entwicklern aber überhaupt garnichts gelungen:

Nummer 1 des Scheiterns: Die 3 Jahre alte "Most Wanted" Engine.

Was "EA Black Box" hier draus gemacht hat, passt unter keine Kuhhaut. Die Engine ist mit der Berechnung der Spielwelt alleine so überlastet, dass es zu massiven Rucklern an einigen Stellen kommt, die Spielwelt fehlt und erst nach einer unbestimmten Zeit nachgeladen wird, die KI und Physik völlig durchdrehen. So spawnen gerne Autos mal ineinander und fliegen dann quer durch die Kante, die KI fährt am Start manchmal kurz "Rückwärts"(!), die Autos fliegen wie Gummibären durch die Kante (nur nicht so stylisch!), der Verkehr räumt für uns Polizeisperren aus dem Weg (siehe Bild), Grafikfehler in Massen, trostlose Vegetation und noch viel mehr.

Der Verkehr hilft uns sehr oft!

                 Der Verkehr beim Weg freimachen... (leider) kein seltenes Bild in "Undercover"

Über die Physik verliere ich nochmal ein eigenes Wort: Ich denke jeder weiß, was Physik heißt und was sie bewirkt. Jeder weiß, wenn ein Auto mit 100 km/H in eine Haarnadelkurve fährt und das ohne zu bremsen, dann fliegt das Auto aus der Kurve. So die netten Mitarbeiter von "EA Black Box" haben nun anscheinend Physik 2.0 entwickelt, denn alles das was wir über die bisherige Physik wissen, können wir in der Vision von "Black Box" restlos streichen! Ich bringe euch mal näher an die tolle Physik: Alle Autos fahren sich sogut wie gleich und ALLE Fahrzeuge können mit mehr als 200 Sachen in spitze Kurven fahren ohne zu bremsen. Falls die Kurve doch mal zu spitz sein sollte, hilft Nitro! Denn plötzlich haben wir kein Autorennspiel mehr, sondern den "Train Simulator": Das Fahrverhalten ändert sich prompt! Es fühlt sich echt an, als ob man auf Schienen fahren würde und somit können wir jede noch so spitze Kurve meistern. MIT NITRO! Aber auch das die Autos (wie schon erwähnt!) rumfliegen wie Gummibären ist ein Feature. Es ist seltsam wenn man kurz über eine Kante fährt und plötzlich hängt man am Felsen (siehe Bild).

Kanten sind gefährlich. Zuindest in Undercover!

Leider auch kein seltenes Bild in "Need For Speed: Undercover"

Problem Nummer 2: Die Sounds

Die Sounds der Fahrzeuge sind sehr lasch. Weder hört man bei einem "Dodge Charger" das richtig gute "Brummen" noch bei einem Lamborghini das "Düsen". Irgendwie sind die Sounds nicht sehr professionell bzw. einfach in schlechter Qualität. Dagegen kann man aber die Polizeiansagen loben: Diese sind sehr abwechslungsreich und passen sich immer gut an das Fahrverhalten des Spielers an und geben (unweigerlich) Tipps wie die Polizei vorgeht. Nur ist dies eigentlich egal, denn die Polizeiverfolgungen in "Undercover" sind so schwach, dass man selbst auf höchster Stufe ganz leicht entkommen kann, indem man einfach nur auf das Gas tritt. Die KI ist hier keine Gummiband KI (was grundsätzlich lobenswert ist!) nur ist diese hier sehr schlecht und hat weder taktische Manöver noch irgendwie die Lust den Spieler einzuholen.

Musikalisch ist "Undercover" am Markt orientiert: sehr viel Pop und Rock und Hip Hop. Also genau das, was mich überhaupt nicht anspricht. Eine größere Auswahl an Songs aus unterschiedlichen Genres wäre sehr gut gewesen.

 

Problem Nummer 3: Das Tuning

Wie groß im Vorraus das Tuning gepriesen wurde und wie es nun tatsächlich im Spiel ist: Sehr Minimal! Es gibt ganze 4 Karosserie Kits (!) welche wir zwar durch Autosculpt anpassen dürfen, welche sich aber auch dadurch nicht sehr unterscheiden, sehr wenig Spoiler, Felgen, Auspuffe und vieles mehr. Der einzig halbwegs große Umfang sind die Vinyls und das ist enttäuschend dafür, dass im Vorraus soviel Werbung dafür gemacht wurden ist. Wäre die Werbung für das Tuning nicht so groß ausgefallen, stände es jetzt bestimmt nicht hier, denn für mich ist Tuning an sich nicht wichtig.

 

Problem Nummer 4: Die Story

Die Story setzt die Geschichte von "Most Wanted" fort. Diese war seinerseits auch kein Meisterwerk und das ist sie diesmal auch nicht. Darüber können auch die "Hollywood Sternchen" nichts ändern. Die Charaktere bleiben blass, man erfährt bei vielen die Motive nicht und das schlimmste ist, dass der Spieler kein Wort sagt. Es kommt doof, wenn eine Frau dich fragt ob du sie anrufst und dann nur das Spiel ausgeblendet wird. Oder jemand mit dir spricht und sagt welchen Wagen du haben willst und es wieder nur ausgeblendet wird. Viel verschenktes Potential!

 

Multiplayer

Zu dem "Multiplayer" Modus lässt sich nicht viel sagen, denn ich habe zu keiner Zeit eine Partie zustande gekriegt. Die Meldung "Kein Spiel gefunden" erschien jedesmal, egal um wieviel Uhr. Klar eine logische Frage ist natürlich: Wer will dieses Spiel spielen?

 

Fazit

"Need for Speed: Undercover" ist der mit Abstand schlechteste Teil. An diesem Spiel stimmt wirklich kaum etwas: Spielspaß ist durch die verwurstete Engine nicht vorhanden, die Physik entzieht sich mir jeglicher Logik, die Story ist genauso flach wie in den ganzen Vorgängern und bei so einer Fahrphysik spiele ich lieber den "Train Simulator" von Mirkosoft. Ein Trost für die, die das Spiel schon haben: Es ist nach 6-7 Stunden vorbei!

 

Wertung:

51/100 » alle Rezensionen von DerKranz (20)

Screenshots zu Need for Speed: Undercover

Pro & Contra

  • große Wagenauswahl
  • sehr große, freibefahrbare Welt
  • Performanceeinbrüche
  • Grafik sehr altbacken
  • Soundmäßig schwach
  • Physik entzieht sich jeglicher Logik
  • Story

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgradzu leicht
Bugs im SpielStändig
Bisher im Spiel
verbrachte Zeit
Mehr als 5, weniger als 10 Stunden

7 von 7 Leser fanden diese Rezension hilfreich

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Avatar Cd-Labs: Radon Project
Cd-Labs: Radon Project
#1 | 05. Mai 2013, 16:18
"Schöne" Rezi, wenn man so etwas bei einem solch miesen Spiel überhaupt sagen darf:
Schlampig programmiert und DRM-verseucht---so lieben wir es, EA Blackbox!
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Avatar Firewind
Firewind
#2 | 05. Mai 2013, 17:27
Ein weiterer gelungener Test von derKranz. :-) Das Spiel ist wirklich scheiße. Anders kann ich es gar nicht beschreiben. Ich war damals so enttäuscht, wie grausig programmiert es war. So viele Bugs, schlechte Grafik und null Spielspaß. Bäh! Dagegen war sogar der vorherige Teil ProStreet noch besser, und das war ja auch nicht gerade toll.
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Avatar Maggus3
Maggus3
#3 | 05. Mai 2013, 20:23
Wie immer ein toller Test von dir.
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Avatar Tsabotavoc
Tsabotavoc
#4 | 06. Mai 2013, 00:27
Scheint so als hätte EA ein gewisses Talent Dinge in den Sand zu setzen. Muss man auch mal hinkriegen selbst das robusteste Spieldesign so zu vergurken das wirklich gar nichts mehr klappt.

Lässt es sich wenigstens rückstandslos deinstallieren? :D

Däumchen fürn Test jedenfalls!

PS: Kommt es mir nur so vor als würden sich die guten Testschreiber und die Schlechten abwechseln? ;)
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Avatar DerKranz
DerKranz
#5 | 06. Mai 2013, 18:20
Zitat von Tsabotavoc:
Lässt es sich wenigstens rückstandslos deinstallieren? :D

Nein der EA Ordner mit dem Savegame bleibt :D und das ist bei dem Spiel schon schlimm genug!
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Avatar Galford
Galford
#6 | 14. Apr 2014, 00:58
Eigentlich setzt Carbon die Geschichte von Most Wanted fort. Ob der Spieler in Undercover, die Figur aus Most Wanted und Carbon ist, wird meines Wissens nach gar nicht eindeutig geklärt. Man trifft in Undercover jedenfalls weder auf Mia oder Cross, und auch nicht auf Charaktere aus Carbon (Darius, Kenji etc.)
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Details zu Need for Speed: Undercover

Plattform: PC (PS3, PS2, PSP, Xbox 360, Wii, NDS)
Genre Sport
Untergenre: Rennspiel
Release D: 20. November 2008
Publisher: Electronic Arts
Entwickler: EA Vancouver
Webseite: http://www.whichroadtotake.com
USK: Freigegeben ab 12 Jahren
Spiele-Logo: Download
Leserinteresse:
Platz 752 von 5756 in: PC-Spiele
Platz 55 von 1245 in: PC-Spiele | Sport | Rennspiel
 
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