No Man's Sky : No Man's Sky braucht neue Inhalte. Hier ist unsere Wunschliste der sinnvollen Erweiterungen. No Man's Sky braucht neue Inhalte. Hier ist unsere Wunschliste der sinnvollen Erweiterungen.

Schon zwei Wochen nach dem Release gehen die Spielerzahlen von No Man's Sky um rund 88 Prozent zurück und bestätigen damit den Eindruck unseres Tests: Das Weltraumabenteuer ist in erster Linie ein Liebhaberspiel und bietet vielen Spielern zu wenig Langzeitmotivation.

Wer völlig ohne Story Spaß am Erkunden hat, kann sich lange im riesigen Universum austoben, für alle anderen fehlt ironischerweise trotz 18 Trillionen Planeten aber tatsächlich die Langzeitmotivation.

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Damit ist das Spiel von Hello Games aber nicht zwangsläufig tot. Wie angekündigt, sollen in Zukunft noch weitere Features folgen und die könnten No Man's Sky tatsächlich das Leben retten, wenn der Entwickler jetzt auf die Wünsche der Community hört.

Bis dahin kann man sich auf dem PC immerhin mit ersten Mods behelfen. Wir zählen hier die Features auf, die das Spiel unserer Meinung nach am dringendsten benötigt:

Multiplayer

Wo ist der versprochene Multiplayer? Eine Frage die sich viele Spieler zum Release von No Man's Sky gestellt haben. Schuld sind die verwirrenden Aussagen vom Chef-Entwickler Sean Murray: Mal hieß es, man kann zusammenspielen, mal sollte man nur Spuren anderer Spieler im eigenen Universum finden können - so oder so, beides ist ohnehin extrem unwahrscheinlich bei dieser Größe.

Als zwei Spieler versuchten sich über Reddit zu treffen, sollte das laut des Programmieres aber eigentlich funktionieren, gescheitert sei der Versuch angeblich nur an den überlasteten Servern zu diesem Zeitpunkt. Ein richtiger funktionierender Koop-Modus oder Multiplayer ist aktuell also nicht im Spiel. Dabei wäre gerade damit schon viel gewonnen: Spieler könnten sich in Fraktionen zusammenschließen, miteinander handeln, gemeinsam neue Welten entdecken und sich eine eigene Geschichte überlegen - oder sich auch bekriegen. Damit wäre es wirklich möglich abseits des Ressourcen sammelns und Reisens im Stil von Eve Online eine einzigartige Geschichte zu erzählen.

Allzu gut scheinen die Chancen dafür allerdings nicht zu stehen. Sean Murray würde das Spiel zwar gerne erweitern, wenn das Team nicht mehr völlig mit dem Support ausgelastet ist, No Man's Sky soll aber einen eigenen Weg gehen: Im Gegensatz zu Spielen wie Destiny und Co, sollen das Erkunden und die Gefühlswelt des Spielers in den Vordergrund gestellt werden und damit auch ein Stück weit das Allein- und Verlorensein in einem riesigen Universum.

No Man's Sky - Screenshots aus dem Update 1.1 »Foundation«

Basenbau

Gute Neuigkeiten: Die Möglichkeit eine eigene Raumstation zu bauen, ist tatsächlich für zukünftige Patches eingeplant. Und das hat No Man's Sky auch bitter nötig. Das Spiel wird schließlich oft mit Minecraft verglichen, bietet abseits des Sammelns verschiedener Rohstoffe aber keine Möglichkeit, kreativ zu sein und eigene Gebäude zu errichten.

Wie umfassend diese Bauoptionen sein sollen, ist noch nicht bekannt. Uns begeistert aber allein schon die Idee - immerhin könnte so das durch die prozedurale Generierung sehr gleichförmige Basen-Design endlich durchbrochen werden und Spieler eigene Highlights in die manchmal sehr eintönigen Landschaften setzen. Spiele wie Subnautica zeigen schließlich eindrucksvoll, was schon mit einfachen Bauoptionen möglich ist.

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Landfahrzeuge

Auch Landfahrzeuge im Stil von Mako aus Mass Effect sind eine Idee für weitere Patches. Und eine gute dazu! Anstatt die Planeten zu Fuß zu erkunden, sind zumindest wir oft lieber ins Raumschiff zurückgekehrt und einfach bis zum nächsten interessanten Punkt geflogen - denn trotz Jetpack kommt man nur langsam voran und lebensfeindliche Umgebungen, Strahlung oder große Hitze machen es einem sogar doppelt unangenehm.

Ein Fahrzeug würde es ermöglichen schnell von A nach B zu kommen, ohne Raumschiff-Treibstoff für Start und Landung zu verschwenden. Vom Komfort für das Ressourcen sammeln, fangen wir gar nicht erst an - schließlich sind die Crafting-Materialien oft über weite Strecken verstreut. So können wir sie einfach einsammeln und ganz nebenbei auch noch die außerirdische Landschaft genießen, die wir von oben nur erahnen können.

Eine Story & Quests

Mit dem Atlas-Storystang hat No Man's Sky zwar eine sehr locker gehaltene Aufgabenkette, wirklich zufrieden sind wir damit allerdings nicht. Folgen wir seinem Pfad, erhalten wir lediglich einen roten Faden, auf dem wir das Zentrum der Galaxie erreichen und ein paar Erklärungen bekommen.

Quests führen uns zu Antimaterie, Warp-Zelle und schließlich dem für größere Sprünge wichtigen Hyperantrieb und lassen uns über Atlas-Pässe verschlossene Türen öffnen. Oder wir erkunden selbstständig und finden unseren eigenen Weg. Aber egal, welchen Weg wir wählen und ob wir eher Entdecker, Krieger oder Händler sein wollen, wirklich viel erfahren wir nicht über unser Universum.

Dabei klingen die Texttafeln, die wir an alten Relikten oder in Gebäuden finden, durchaus vielversprechend. Wie schon Destiny schöpft auch No Man's Sky sein spannendes Universum so nicht richtig aus und verpasst es, uns eine richtige Geschichte zu erzählen. Dabei würden ein paar Anstöße ja schon reichen, damit der Spieler die Gedanken weiterführen kann.

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Für die Zukunft wünschen wir uns deshalb mehr Story-Inhalte in No Man's Sky. Quests, NPCs mit einem eigenen Charakter oder besondere Ereignisse und Handlungsstränge, in die wir eingreifen können oder auch nicht, hätten das Potenzial der Welt des Weltraumspiels wirklich Leben einzuhauchen.

Ein paar zusätzliche Aufgaben und Ziele würen außerdem die Langzeitmotivation deutlich verbessern - aktuell ist potenziell interessante Planeten zu entdecken, das Einzige, was uns motiviert, unser Raumschiff immer wieder aufzutanken.

Aber auch eine stärkere Spielführung widerspricht wie der Multiplayer ein wenig dem Gedanken des völlig freien Entdeckens, den No Man's Sky propagieren soll. Fraglich also, ob hier wirklich viel in dieser Richtung nachkommt.

Neue Raumschiffe & ein besseres Kampfsystem

Neben dem Erkunden der Planeten, ist natürlich auch der Weltraum ein wichtiger Teil des Spiels. Aber auch hier sind viele Spieler enttäuscht: Momentan steuern sich noch alle Raumschiffe gleich, egal, wie groß oder gut ausgerüstet sie sind. Genauso viel Potenzial verschenkt No Man's Sky bei den Raumkämpfen: Die spielen sich so sperrig, dass man sie oft am liebsten ganz vermeiden möchte.

Aufgeben sollte man den Weltraum deshalb aber noch nicht. Auch größere Schiffe sind für die Zukunft im Gespräch. Hello Games könnte die Gelegenheit nutzen, um etwas an der Steuerung zu feilen, schließlich sollten sich riesige Frachter anders anfühlen als unsere kleine Rasamama zum Spielbeginn und bieten idealerweise auch neue Möglichkeiten für den Kampf. Etwas mehr Strategie und mehr individuelle Gestaltungsmöglichkeiten beim eigenen Raumschiff, könnten das Spielelement wirklich als ein zweites Standbein für No Man's Sky etablieren, das abseits des Erkundens unterhält.

Vielleicht hören die Entwickler ja auf das Feedback der Spieler und rücken ein wenig von ihrer ursprünglichen Spielvision ab - die dürfte schließlich auch ein Stück weit dem Mangel an Mitarbeitern in dem kleinen Indie-Studio geschuldet sein. Wird das Weltraumspiel um neue Features erweitert, sind wir auf jeden Fall zu einem Kontrollbesuch bereit.