No Man's Sky hat eine traurige Geschichte innerhalb der Spielebranche. Und um die zu verstehen, braucht man sich gar nicht groß in das ewige Hin und Her zwischen Fans, Entwicklern und Publishern einlesen. Man muss keine Twitter-Feeds wälzen, um rauszufinden, wer jetzt wann die Unwahrheit gesagt hat. Nein, um die Tragik hinter No Man's Sky zu begreifen, braucht man einfach nur das folgende auf sich wirken zu lassen: Noch immer warten unzählige Weltraum-Enthusiasten vergeblich auf eine Sci-Fi-Sandbox, die sie sich seit nunmehr drei Jahren sehnlich wünschen. Mit Trailern, Aussagen und Werbekampagnen haben die Entwickler die Vision eines Spiels erschaffen, das mindestens für die 57.000 negativen Steam-Reviewer nie Realität wurde. Und die Dunkelziffer an enttäuschten Fans dürfte deutlich größer ausfallen.

Dass das Spiel in der tatsächlichen Release-Version gar nicht schlecht war, spielt in diesem Aspekt keine große Rolle. Fakt ist, dass zwischen dem erschienen No Man's Sky und dem von den Fans gewünschten eine riesige Lücke klafft. Und die versucht Entwickler Hello Games löblicherweise zu schließen. Das aktuelle Update The Foundation ist hier der erste, große Schritt. Und wie der Kollege Obermeier in seinem Video ausführlich illustriert, sind die Neuerungen durch die Bank gut und sinnvoll. Mit dem Basenbau, besserer Inventarverwaltung, überarbeitetem Ressourcen-Abbau und Selbstbau-Frachtschiffen fügt No Man's Sky zahlreiche Features ein, die für mehr Spielspaß und Langzeitmotivation sorgen.

Lohnt sich das Spiel also mittlerweile für all die Leute, denen es damals zu teuer, inhaltsarm und generisch war? Sollten all die Menschen, die sich bei Release enttäuscht abgewendet haben, jetzt zugreifen?

Für wie viel lohnt sich No Man's Sky?

No Man's Sky kostet auch weiterhin 60 Euro bei Steam. Sie sollten sich bei der Kaufentscheidung gut überlegen, was Sie sich vom Spiel erhoffen. Das The-Foundation-Update räumt viele Stolpersteine aus dem Weg und sorgt für einen spannenderen Spielfluss, es ändert aber nicht das grundsätzliche System des Spiels. Viele der Features, die sich Fans erhoffen, sind nach wie vor nicht zu finden: Multiplayer, echte Konsequenzen auf die Entscheidungen des Spielers, richtige Abwechslung bei den prozeduralen Planeten und so weiter.

No Man's Sky - Screenshots aus dem Update 1.1 »Foundation«

Was Sie im Kern bekommen, sind zusätzliche Sandbox-Elemente, die dem ganzen Crafting und Looting mehr Sinn in der Spielwelt geben. Dabei bleiben die Möglichkeiten des Terraforming mit dem eigenen Minenwerkzeug im Vergleich zu Minecraft oder Terraria trotzdem extrem beschränkt: In den Planetenkern kann man sich noch immer nicht bohren.

Das Erkunden von neuen Welten und Aufrüsten der eigenen Ausrüstung ist nach wie vor die Hauptbeschäftigung von No Man's Sky. Sollten Sie ein extremes Interesse für das Erforschen fremder Planeten haben, dann kann sich das durchaus lohnen. Und in jedem Fall rentiert sich das Spiel jetzt mehr als bei Erstveröffentlichung.

Aber selbst den Enthusiasten würden wir empfehlen, auf Nummer Sicher zu gehen und eine Rabattaktion abzuwarten. Verwechseln Sie das jetzige No Man's Sky nicht mit der Vision, die Sie auf Basis der Trailer in ihrer Vorstellung erschaffen haben: An diesem Punkt ist das Spiel trotz des Foundation-Updates noch lange nicht angekommen - die Kluft ist nach wie vor da. Aber da das ja auch nur das erste von vielen Updates sein soll, stirbt die Hoffnung bekanntlich zuletzt.