Im zweiten Teil des großen Taktik-Shooter-Duells gehen wir auf die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Militärspiele Arma 2 und Operation Flashpoint: Dragon Rising beim Multiplayer, Editor und Umfang ein. Außerdem werfen wir einen Blick auf die Editoren, die Mod-Unterstützung und die Atmosphäre. Natürlich berichten wir auch, wie sich eventuelle Bugs auf die Spiele auswirken.

In Teil 1 des Vergleichs-Specials haben wir uns das allgemeine Spielprinzip, die Steuerung, Kampagnen und Technik der Konkurrenten vorgenommen. Was leistet die Physik, wie gut ist die Grafik, was gibt es bei der Steuerung zu beachten? Sie erfahren es im Teil eins unseres Spiele-Specials zu den wohl.

» Arma 2 gegen Operation Flashpoint 2: Teil 1 lesen

Die KI

Arma 2: Die KI von Arma 2 ist theoretisch eine Wucht und praktisch eine Katastrophe. Theoretisch kann der Computer Flankenmanöver, Unterdrückungsfeuer und in Deckung vorrücken. Praktisch liegt die Ausfallquote lächerlich hoch, die Wegfindung der Fahrzeuge enttäuscht. Trotzdem stellen die Feinde eine echte Gefahr dar, denn sie dürfen übermenschlich gut sehen und hören, und die Treffergenauigkeit fällt fast schon zu hoch aus, besonders nachts. Außerdem hinterlassen die starren Bewegungsmuster und roboterhaften Verhaltensweisen der KI nie einen menschlichen Eindruck – ein großes Manko.

Die eigenen KI-Begleiter sind zu oft unzuverlässig. Während man sich bei Operation Flashpoint 2 selten Gedanken um die Mitstreiter machen muss, wollen die Arma 2-Kumpanen regelrecht an die Hand genommen werden. Wenn einer Ihrer Begleiter in der Kampagne stirbt, gilt die Mission übrigens als gescheitert. So werden Sie schnell zum Sanitäter im Dauereinsatz, besonders, wenn Sie nicht das Kommando über Ihre Begleiter haben, denn die KI leistet sich oft taktische Fehler mit schmerzlichem Resultat. Generell ist der Computer mit den komplexen Aufgaben und dem knallharten Spielprinzip, das der Titel – auch durch seinen selbstauferlegten Simulationsanspruch – bietet, regelmäßig überfordert.
Die Schwächen bei der KI wirken sich bei Arma 2 zudem überproportional stark aus, weil Sie sich als Spieler sehr oft auf den Computer und seine Fähigkeiten verlassen müssen.

Arma 2 - Bilder zum zweiten Test-Tagebuch

Operation Flashpoint 2: Hier sieht die Situation deutlich besser aus als bei Arma 2. Ihre Begleiter sind zuverlässig, bewegen sich klug durchs Gelände und haben auch mit Flankenangriffen, Unterdrückungsfeuer und Gebäude sichern meist keine Probleme. Im normalen Schwierigkeitsgrad brauchen Sie sich kaum um die drei Soldaten an Ihrer Seite kümmern. Sie verhalten sich annähernd so, wie man es von ausgebildeten Spezialisten erwarten kann. Auf dem höchsten Level entfallen dann die Speicherpunkte und getötete Mitstreiter werden demnach auch nicht am nächsten Checkpoint wiederbelebt. Jetzt ist jeder Fehler fatal.

Arma 2 gegen Operation Flashpoint 2 : Operation Flashpoint: Dragon Rising Operation Flashpoint: Dragon Rising Und jetzt zeigt auch die KI von Operation Flashpoint 2 ihre Schwächen. Denn es kommt durchaus immer mal wieder zu Aussetzern, auch die Fahrkünste der Soldaten sind bescheiden. Die daraus resultierenden Probleme erreichen aber nie auch nur ansatzweise ein vergleichbares Ausmaß wie in Arma 2. Trotzdem ist Frust vorprogrammiert, wenn man eine halbe Stunde an einer Mission knabbert und dann wegen eines KI-Fehlers von vorne beginnen muss. Positiv hingegen: Das Bewegungsverhalten der Computereinheiten wirkt menschlich, und vor allem schießt die KI auch mal im Laufen oder Gehen, um den Spieler unter Feuer zu legen. Dadurch wirken die Kämpfe deutlich dynamischer und somit auch intensiver als bei Arma 2.

So gut die KI im Großen und Ganzen funktioniert, so sehr fehlt ihr der nötige Biss. Die Gegner machen kaum Druck und ihre Schießkünste lassen auf weite Entfernungen etwas zu stark zu wünschen übrig. So passiert es nicht selten, dass die durchschnittlichen Entfernungen zwischen Spieler und KI im Gefecht einen spürbaren Tick kürzer ausfallen als bei Arma 2.