Blizzard gegen Bossland : Bossland soll eine beträchtliche Summe an Blizzard zahlen. Bossland soll eine beträchtliche Summe an Blizzard zahlen.

Blizzard hat einen bedeutenden Sieg gegen den deutschen Bot-Entwickler Bossland errungen: Ein Gericht in Kalifornien hat die Macher von Bots wie »Honorbuddy« für World of Warcraft zu Schadensersatz in Höhe von 8,5 Millionen Dollar verurteilt.

Stein des Anstoßes war der »Watchover Tyrant«, ein Cheatprogramm für Overwatch, das unter anderem Feinde durch Wände anzeigt. Blizzard hatte die Klage im Juli 2016 eingereicht und Bossland dabei Verstöße gegen des Urheberrecht und unlauteren Wettbewerb vorgeworfen.

Bossland: Die Klage war unzulässig

Bossland hielt die Klage für unzulässig, weil das Unternehmen nach eigener Angabe keinerlei Vertragspartner oder Server in Kalifornien hat und die örtlichen Gerichte deswegen gar nicht zuständig seien. Der Antrag auf Verfahrenseinstellung wurde allerdings abgewiesen.

Das sagt der Anwalt: Wie illegal sind Cheat-Tools?

Daraufhin reagierte Bossland nicht mehr auf Anfragen des Gerichts und verzichtete auch auf eine Verteidigung. Blizzard beantragte daraufhin ein Säumnisurteil und legte die Schadensersatzforderung auf mindestens 8,5 Millionen Dollar fest.

Die Menge ergab sich aus 42.818 verkauften Bossland-Produkten für Blizzard-Titel, für jedes davon verlangte der Entwickler 200 Dollar. Ein Säumnisurteil bedeutet, dass Blizzard automatisch Recht bekommt und die geforderte Mindestmenge an Schadensersatz zugesprochen kriegt - im Laufe eines Verfahrens hätte der Entwickler sich potenziell sogar noch mehr erstreiten könnten.

Blizzard gegen Bossland : Bei der Klage in Kalifornien ging es um ein Cheatprogramm für Overwatch, den Watchover Tyrant. Bei der Klage in Kalifornien ging es um ein Cheatprogramm für Overwatch, den Watchover Tyrant.

Blizzard: Eine Vertuschungstaktik

Laut Blizzard habe Bossland bewusst auf ein Säumnisurteil hingearbeitet, damit im Laufe eines Verfahrens keine weiteren Details über die Cheat-Aktivitäten der Firma ans Licht kommen, die potenziell noch höheren Schadensersatz zur Folge haben könnten.

Bossland-Gründer Zwetan Letschew hat bereits angekündigt, nach dem Säumnis-Urteil die ursprüngliche Entscheidung gegen seinen Verfahrenseinstellungs-Antrag anfechten zu wollen.

Der Kampf geht weiter

Blizzard klagt bereits seit Jahren vor deutschen und internationalen Gerichten gegen Bosslands Bots und Cheatprogramme. Die Fälle zogen sich teils über Jahre hinweg und durch alle Instanzen der deutschen Gerichtsbarkeit hin.

Zuletzt urteilte der Bundesgerichtshof zu Blizzards Gunsten, der Fall soll als nächstes vor das Bundesverfassungsgericht gehen.

Silicon & Synapse
Jeder fängt mal klein an, so auch Blizzard. Das Unternehmen wurde 1991 von den drei frischgebackenen Universitäts-Absolventen Michael Morhaime, Allen Adham und Frank Pearce unter dem Namen Silicon & Synapse gegründet. Das Studio entwickelte eher wenige eigene Spiele und portierte vor allem die Spiele anderer Firmen auf neue Systeme. Die bekanntesten Eigenkreationen aus jener Zeit sind das Rätsel-Jump&Run The Lost Vikings und das Rennspiel Rock'N'Roll Racing, welches mit Paranoid von Black Sabbath einen sehr markanten Titelsong hatte.

Nachdem Silicon & Synapse 1994 von Davidson & Associates gekauft wurde, änderte man den Namen zunächst in Chaos Studios. Dabei wäre es auch geblieben - bis sich herausstellte, dass der schon von einer anderen Firma besetzt war. So überlegte man sich einen neuen Namen und kam auf Blizzard Entertainment. In diesem Jahr erschien dann auch der erste große Erfolg des Unternehmens - Warcraft: Orcs & Humans.