Risen in der Vorschau | Seite 6
Preview: Das neue Gothic!
Entdecken und basteln
Nachdem wir zehn Braukraut-Stängel verkauft haben, nehmen wir ein Bad und warten ab, was passiert.
Auch die restliche Risen-Welt wirkt in sich glaubwürdig. Denn jeder Bewohner folgt einem Tagesablauf, wir haben sogar Hühner beobachtet, die sich am Lagerfeuer schlafen legten. Auch die Schauplätze hat Piranha Bytes liebevoll gestaltet. Durch die Vulkanfestung etwa schlängeln sich Geheimgänge, die in den Weinkeller oder einen Übungskerker für Magier führen. Nach alter Gothic- Tradition gibt’s zudem überall etwas zu entdecken. Als wir etwa aus Jux auf die Dächer der Festung klettern, finden wir sogar dort einen versteckten Schatz.
Besonders edle Fundstücke lagern in Kisten. Deren Schlösser können wir nur knacken, wenn wir das entsprechende Talent beherrschen. So lösen wir in Risen ein Minispiel: Wir müssen die linke und die rechte Richtungstaste in der richtigen Reihenfolge drücken, jeder Fehlversuch kostet einen Dietrich. Die Schatzsuche lohnt sich, weil wir dabei wertvolle Beute wie Juwelen finden können. Wenn wir fit in Schmiedekunst sind, basteln wir daraus magische Ringe und Amulette. Außerdem dürfen wir Waffen sowie Rüstungen hämmern, für die wir mit der Fähigkeit »Erz schürfen« Rohmaterial abbauen. Und dank der Alchemie brauen wir Tränke aus gesammelten Kräutern.
Als sich unsere Probepartie dem Ende nähert, wollen wir uns gar nicht mehr vom Monitor lösen. Risen macht schon einen überraschend fertigen Eindruck – und großen Spaß. Klar, noch wackelt die Balance, noch sind Bogenschüsse zu wirkungsvoll und menschliche Gegner zu stark. Optisch erreicht das Rollenspiel längst nicht den Detailreichtum etwa eines Crysis, die Animationen wirken oft noch hölzern, und manche Charaktermodelle wiederholen sich ständig.
Doch dafür atmet Risen schon jetzt die Stärken der Gothic-Serie aus jeder Pixel-Pore: die lebendige Spielwelt, die flotten Kämpfe, die Quests mit mehreren Lösungswegen, die Fraktionswahl – man merkt, dass sich die Entwickler diesmal nicht verzetteln, sondern auf das konzentrieren, was sie können. Nun haben sie noch knapp drei Monate Zeit, Risen zu testen und zu polieren. Wir hoffen, dass kein Bug oder Logikfehler durchrutscht – und diesmal stehen die Zeichen gut, dass sich dieser Wunsch erfüllt.