Silent Hunter, Ubisofts U-Boot-Simulation nun also im Browser und obendrein als Free2Play-Variante - echte Veteranen und Fans der früheren Ableger schlugen bei dieser Meldung wahrscheinlich die Hände über dem Kopf zusammen: Wie können die nur? Doch nach etlichen Stunden in der Closed-Beta von Silent Hunter können wir zumindest teilweise Entwarnung geben: Als Browserspiel macht Silent Hunter Online seine Sache erstaunlich gut. Als klassische Simulation hingegen … naja.

Na Männer, alles klar?

Das eigene U-Boot ist bis zur letzten Schraube geölt, betankt und auslaufbereit. Anfangs erhalten wir eine 25 Mann starke Besatzung, die in Silent Hunter Online wenig schmeichelhaft nur als Verbrauchsmaterial angesehen wird. Natürlich werden sich im späteren Verlauf auch noch größere Mannschaften und größere U-Boote unter unserem Befehl befinden, aber für das Tutorial und die ersten Missionen müssen diese Matrosen und ein kleines Typ-II-Boot mit drei mickrigen Torpedorohren vorerst genügen.

Silent Hunter Online : Die strategische Karte dient zur Übersicht über die einzelnen Missionen und Konvois. Die strategische Karte dient zur Übersicht über die einzelnen Missionen und Konvois. Die Einführung mag für absolute Laien von U-Boot-Simulationen etwas trocken daherkommen, aber die wichtigsten Manöver für einen Kapitän Level eins sind schon dabei: Periskoptiefe erreichen, Ziele aufschalten und Kurssetzung.

Bei all diesen seemännischen Fleißarbeiten unterstützen uns unsere Offiziere, von denen der Waffenoffizier der wichtigste Mann ist. Er ersetzt das frickelige, wenn auch realistische Zielsystem mit Anpeilung, Kursschätzung und trigonometrischer Reichweitenberechnung aus den letzten drei Silent-Hunter-Teilen.

Es ist vielleicht nicht so packend, nach dem Befehl zur Schusswinkelberechnung auf ein Ziel nur einen kleinen gelben Fortschrittsbalken zu beobachten, aber es funktioniert einwandfrei. Weniger oft kommen Funker, Leitender Ingenieur, Erster Wachoffizier und Horcher zum Einsatz, die aber auch alle wichtige Aufgaben erfüllen.

Sim-RPG für Leichtmatrosen

Silent Hunter Online wird für waschechte virtuelle U-Boot-Kommandeuren nicht die U-Boot-Simulation sein, die sie sich gewünscht hätten. Stattdessen ist das Spiel eher ein U-Boot-Rollenspiel geworden.

Silent Hunter Online
Screenshots zum Start der Open-Beta

Alles an Bord, von den Offizieren bis hin zum Echolot und der Flak im Wintergarten lässt sich ausbauen, umbauen, aufrüsten, verbessern und befördern. Das bringt im Ernstfall ein Dutzend Meter Tauchtiefe mehr oder lässt den Waffenoffizier die Torpdoefeuerleitlösung eine Sekunde schneller berechnen.

Verstellbare Realismus-Optionen wie in einer echten Simulation sind in Silent Hunter Online nicht vorgesehen: Sobald das Boot aufgetaucht ist oder bei ausgefahrenem Periskop auf 12 Metern Tiefe schaukelt, werden alle sichtbaren Ziele automatisch auf der taktischen Karte eingetragen und aktualisiert. Bei Frachtern zeigt ein Radius den Bereich an, in dem die Pötte uns wahrnehmen können.

Werden wir im getauchten Zustand von Zerstörern verfolgt, zeigt ein gelber Bereich deren Hör-Reichweite an. Der wird sogar kleiner oder größer, abhängig davon wie viel Krach unsere Elektromotoren fabrizieren. Damit ist Silent Hunter Online für erfahrene Kaleus fast ein bisschen zu leicht, da eine Menge Rätselraten und Spannung unter Wasser wegfällt.