Bezirke machen Müll

Im Gegensatz zum Kultursystem von Sim City: Societies legen wir im neuen SimCity wieder ganze Wohn-, Gewerbe- und Industriegebiete an. Die Größe der Bauplätze orientiert sich am Verlauf der Straßen, die wir neuerdings wie in einem Malprogramm auch frei »zeichnen« dürfen – wilde Schlangenkurven kosten zwar massiv Bauplatz, sind aber schnell und einfach verlegt.

Ebenfalls neu ist, dass sich die Qualität des Bezirks an der angrenzenden Straße orientiert. Während an vierspurigen Autobahnen Mietskasernen und Wuchtfabriken sprießen, schmiegen sich an verträumte Wegchen kleine Einfamilienhäuser und mittelständische Betriebe. Lobenswert: Direkt im Baumenü zeigt SimCity an, welche Bezirksart unsere Stadt gerade am dringendsten braucht: Mangelt es an Wohnungen, Geschäfte, Industriebetrieben – oder allem gleichzeitig?

SimCity : Eine gute Wohngegend hängt von vielen Faktoren ab: zum Beispiel was für Straßen dort verlaufen. Eine gute Wohngegend hängt von vielen Faktoren ab: zum Beispiel was für Straßen dort verlaufen.

Neben dem klassischen Bezirkssystem kehrt auch ein Spielelement aus SimCity 4 zurück: der Müll. Wir müssen Deponien errichten, um den Abfall unserer Bürger zu entsorgen. Dabei kommt auch das neue Upgrade-System zum Tragen: Anstatt neue Bauwerke zu errichten, können wir auch bereits errichtete Bauten erweitern.

Als etwa die Sims maulen, dass der Müll nicht mehr abtransportiert wird, erweitern wir unsere Deponie einfach um eine zusätzliche Garage – sodass künftig zwei Müllwagen ausrücken statt nur einem. Auch Feuerwachen lassen sich (Bauplatz vorausgesetzt) um weitere Stellplätze und somit Löschzüge ergänzen. Oder um Alarmglocken, die Sims vor der Brandgefahr warnen und Todesfällen vorbeugen. Ein durchaus cleveres System, weil wir unsere Gebäude so an den aktuellen Bedarf anpassen können, statt sie einfach abzureißen und durch modernere/größere/bessere Bauten zu ersetzen.

Die Online-Omnipräsenz

Zudem führt uns Maxis auf der Gamescom die Online-Plattform von SimCity vor, die ans Battlelog von Battlefield 3 und ans Autolog von Need for Speed erinnert. Als eine Art Sim-City-Facebook verknüpft das System Spielerprofile und listet auf, was die eigenen Freunde gerade so treiben. Wenn etwa jemand gerade eine neue Region gegründet hat, darf man in seine Partie mit einsteigen und eine Nachbarstadt gründen. Denn in jedem Landstrich dürfen mehrere Spieler siedeln.

SimCity : Über die Online-Plattform von SimCity sollen Wettbewerbe und Events veranstaltet werden. Über die Online-Plattform von SimCity sollen Wettbewerbe und Events veranstaltet werden. Zudem gibt die Plattform eine Marktübersicht über die Rohstoffe von SimCity: Welche Ressource bringt gerade viel Geld, welche eher wenig? Daran können sich Bürgermeister bei der Gründung von Städten orientieren. Wenn etwa Öl oder Kohle hoch im Kurs stehen, kann es sich lohnen, beides bevorzugt zu produzieren.

Mit dem erwirtschafteten Geld lassen sich dann andere Ressourcen erwerben – schließlich kann keine Stadt alle Rohstoffe selbst erwirtschaften. Weil Angebot und Nachfrage die Preise bestimmen, ist aber Weitsicht gefragt: Falls plötzlich Hunderte Öl-Metropolen aus dem Online-Boden sprießen, ist mit dem schwarzen Gold bald kein Geld mehr zu machen.

Regelmäßig will Maxis über sein Bürgermeister-Facebook Events und Wettbewerbe ausrufen. Beispielsweise könnten die Entwickler alle Spieler weltweit dazu auffordern, innerhalb eines Zeitlimits 10 Millionen Arbeitsplätze zu schaffen. Wenn‘s den Spielern gelingt, gibt‘s eine Belohnung – für alle. Oder Maxis lässt in einem Turnier die Regionen gegeneinander antreten: Wer fördert die meiste Kohle? Wer sammelt den meisten Müll? Für die Spieler der Siegerregion winken ebenfalls Belohnungen.

Zu guter Letzt verzeichnet SimCity die weltweit führenden Städte in Leaderboards, die in mehrere Kategorien à la Bevölkerungsgröße und Rohstoff-Produktion unterteilt sind. Der Online-Fokus hat allerdings einen großen Nachteil: Einen Offline-Modus wird es nicht geben, SimCity läuft ausschließlich über die Internet-Server von Electronic Arts.

Sim City (1989)
Das erste Sim City erschien 1989 zunächst für Amiga und Mac, wurde aber später auch für den PC und Commodore 64 veröffentlicht. Der ursprüngliche Arbeitstitel war »Micropolis«. Hauptverantwortlicher hinter Sim City ist der inzwischen legendäre Spiele-Designer Will Wright, Mitbegründer von Maxis, dem Entwickler-Studio der meisten Sims-Spiele.

In Sim City soll der Spieler als Bürgermeister eine kleine Stadt zur Mega-Metropole ausbauen. Neben dem offenen Spiel gibt es mehrere Szenarien in denen der Spieler spezielle Aufgaben erfüllen muss, beispielsweise Wirtschaftskrisen überstehen oder Städte nach Katastrophen wieder aufbauen.

1991 erschienen von Maxis die zwei Addons »Sim City: Ancient Cities« und »Sim City: Future Cities«, die neue Gebäudetypen und Szenarien bieten, passend zum antiken oder futuristischen Setting.