Zum Thema » Special zum ersten Slender Der blanke Horror » Unabhängig Gruseln Die besten Indie-Horror-Spiele » Slender-Spiele für iOS Special auf GamePro.de Slender: The Arrival und ich haben eine Vorgeschichte. Vor einigen Monaten sollte ich mir Slender: The Eight Pages genauer ansehen, ein kostenloses Indie-Horror-Spiel von Mark »Agent Parsec« Hadley. Grusel geht immer, dachte ich mir, und so wollte ich eines Sonntags (mit geschlossenen Rollläden und Head-Set) herausfinden, ob mich das Spiel wirklich schockieren kann. Keine zehn Minuten plärrte ich das Haus zusammen - die zu Besuch anwesenden Großeltern meiner Freundin dachten, ich erläge einem Herzinfarkt.

Was mich damals so begeisterte: Slender: The Eight Pages schaffte es, mit einfachsten Mitteln reinsten Terror zu erzeugen. Kein großes Budget, keine aufwendigen CGI-Sequenzen, noch nicht mal anständige Grafik. Da gab es nur mich, meine Taschenlampe, acht Seiten, die es zu finden galt und einen finsteren Wald, in dem der Slenderman hinter jedem Baum lauern konnte.

Slender: The Arrival : Die guten, alten Zeiten. Slender: The Eight Pages sorgte für zahllose Schreikämpfe vor den heimischen Monitoren. Die guten, alten Zeiten. Slender: The Eight Pages sorgte für zahllose Schreikämpfe vor den heimischen Monitoren.

Heute schockt mich der Marsch durchs Unterholz nicht mehr besonders. Jeder Schreckmoment nutzt sich ab, das ist völlig normal. Zugleich versuchten sich zahlreiche Nachahmer an unterschiedlichsten Variationen des Schlankmann-Konzepts. Das lange Elend in der Grundschule, im Irrenhaus, im verlassenen Gefängnis - über eine »bei McDonald´s in der Warteschlange«-Version hätte mich dann auch nicht mehr gewundert.

Wo kaufen?
Slender: The Arrival steht auf der offiziellen Homepage in drei Versionen als Download zur Verfügung: Die normale Version (acht Euro), die Soundtrack Edition (16 Euro) und die Special Edition (24 Euro), die neben dem Soundtrack fünf hochauflösende Artworks enthält.

Jetzt neu: Story

Umso gespannter war ich, auf Slender: The Arrival. In Zusammenarbeit mit dem Indie-Entwickler Blue Isle Studios und den Schreiberlingen der (auf dem Slender-Mythos basierenden) YouTube-Serie Marble Hornets werkelte Mark Hadley höchstselbst an einer neuen, größeren und grafisch aufpolierten Fassung seines Indie-Schockers. Fragt sich nur: Schafft es Slender: The Arrival, den Grusel des Originals wiederaufleben zu lassen? Und ist der Horror wirklich die acht Euro Kaufpreis wert, wo's inzwischen massig kostenfreie Ableger gibt?

Slender: The Arrival : Während des Prologs lässt die Unity-Engine die Muskeln spielen. Leider ist davon in späteren Abschnitten nur wenig zu sehen. Während des Prologs lässt die Unity-Engine die Muskeln spielen. Leider ist davon in späteren Abschnitten nur wenig zu sehen.

Die ersten Sekunden überraschen mich. Hadley hat The Arrival ein Intro spendiert. Und nicht nur das, auch eine Geschichte erzählt er im neuen Slender. Welche Details ich von den Erlebnissen der Protagonistin und ihrer verschwunden Freundin Katie erfahre, hängt allerdings davon ab, wie viele der überall im Spiel verteilten Briefe und Zettel ich finde.

Nach dem Intro folgt die zweite Überraschung: Tageslicht! Zwar schaue ich von Anfang an wie gewohnt durch die Linse einer Kamera, die obligatorische Taschenlampe bekomme ich erst am Ende des Prologs, kurz bevor die Nacht hereinbricht. Doch auch der strahlende Sonnenschein hat seine Wirkung. Zum einen wird durch die passende Klanguntermalung eine unheilvolle Atmosphäre heraufbeschworen: Etwas wird passieren, und zwar bald. Zum anderen zeigt sich die Unity-Engine, auf der auch The Eight Pages basierte, hier von ihrer schönsten Seite. Sonnenstrahlen blinzeln durchs farbenfrohe Blattwerk, während am Horizont allmählich dicke Wolken aufziehen. Ein gewaltiger Fortschritt im Vergleich zum Original.