Gäbe es einen Lexikon-Eintrag über ihn, würde da etwas wie »unsichtbare Ein-Mann-Armee« stehen, neben einem komplett schwarzen Bild. Sam Fisher ist der Agent, den die amerikanische Regierung losschickt, wenn es darum geht, im Schutz der Dunkelheit ganze Schurkennester auszuheben, Informationen zu beschaffen und Oberfiesewichter unschädlich zu machen. In Splinter Cell: Chaos Theory, seinem nunmehr dritten Auftrag, steht Fisher einem Feind gegenüber, der mit ihm Einiges gemein hat - er ist ebenfalls unsichtbar, agiert im Verborgenen. Und sein Plan ist so perfide wie perfekt. Mittels Manipulation von Daten und Rechnern will der Widersacher die Welt in einen Krieg stürzen.

Kleiner Auslöser, gigantische Wirkung: Die Vereinigten Staaten, Japan und Korea schieben sich gegenseitig die Schuld zu, beginnen mit Drohungen. Eine fehlgeleitete Rakete zerstört ein Kriegsschiff, die Katastrophe scheint unaufhaltsam. Dass Sam dank Ihnen das Ruder letztendlich rumreißt, steht außer Frage. Doch für die Weltenrettung sind dieses Mal härtere Mittel nötig als in den Vorgängern - etwa ein tödliches Messer.

Knackiger Vierziger

Sam ist zwar schon in den Vierzigern, aber mit Abstand der wendigste aller PC-Agenten. Ein enger Flur, Wachen nähern sich: Wo andere Spione die Flucht ergreifen, klemmt sich Fisher mit einem eleganten Sprung nahe der Decke zwischen die Wände, um den Gegnern im wahrsten Sinne des Wortes in den Rücken zu fallen.

Splinter Cell 3 : Wir kauern hinter einer Kiste, während die Schurken mit Taschenlampen Ecken ausleuchten. Wir kauern hinter einer Kiste, während die Schurken mit Taschenlampen Ecken ausleuchten. Ein harmloses Rohr, darunter ein patrouillierender Schurke? Sam hangelt sich über den Ahnungslosen, greift ihn von oben und prüft sein Genick auf Stabilität. Schüsse aus dem Hinterhalt, der Lebensbalken sinkt rapide? Mit einer galanten Vorwärtsrolle verschwindet der Top-Spion aus der Todeszone.

Dabei ist Super-Sam in Todeszonen quasi zuhause: Auf der japanischen Insel Hokkaido etwa soll er in einem riesigen Anwesen einen Verschwörer aufspüren und unschädlich machen. Doch der haust in dem Gebäudekomplex nicht allein. So muss sich Sam durch ein Labyrinth aus dämmerigen Räumen mit Alarmanlagen und Wachen mit AK-47 im Anschlag einen Weg bahnen. Die durchscheinenden Papierwände sind dabei Freund und Feind zugleich. Denn mit einem schnellen Griff stößt der Held durch die hauchzarten Hindernisse und schnappt sich dahinter lümmelnde Gegner.

Die wiederum bemerken durch das lichtdurchlässige Material, wenn Sam zum Beispiel in einem anderen Zimmer eine Kerze ausgepustet hat, kommen rein und schauen nach dem Rechten. Kein Problem: Denn während der Gegner den Docht wieder entflammt, greift ihn sich Sam von hinten, betäubt ihn in einer fließenden Bewegung, schmeißt den Leblosen über die Schulter und transportiert ihn in ein dunkles Eck. Zur Erinnerung: In den Vorgängern mussten Sie ausgeschaltete Gegner erst mal langwierig vom Boden klauben.