Spore - PC

Lebenssimulation  |  Release: 04. September 2008  |   Publisher: Electronic Arts

Kolumne: Kommentar: Spore ist nicht für Spieler

Gunnar Lott ist anderer Meinung als Will Wright

Gunnar Lott ist anderer Meinung als Will Wright

Von Gunnar Lott |

Datum: 07.10.2008


»Mit Spore haben wir absichtlich nicht auf den Core Gamer abgezielt. Fast alle unsere Tests waren mit Sims-Spieler und Gelegenheitsspielern oder Nicht-Spielern. [...] Ich möchte vieler lieber eine breite Zielgruppe erreichen.« (Spore-Entwickler Will Wright, Quelle)

Kommentar: Spore ist nicht für Spieler : Jaja, ich weiß, das Thema Spore ist einigermaßen durch. Aber das vorangegangene Zitat hat mich ein bisschen geärgert, weil Wright da, wie so viele in der Spieleindustrie, einmal mehr die Bedeutung der so genannten (Hard)core-Spieler herunterspielt. Dabei hat er den Blick fest auf den launischen Casual Gamer gerichtet, der nach gängiger Lehrmeinung für die Spieleindustrie das sein soll, was die Musikdownloads für die kundenhassenden Schallplattenfirmen nie werden werden: Rettungsanker und Zukunftshoffnung.

Es verrät auch ein fundamentales Missverständnis -- gute Spiele gefallen Gelegenheitsspielern und Dauerzockern gleichermaßen, und die Gamer sind die, die zwei Stunden im Regen vor dem Laden warten, die Neuware erstehen und dann 25 weniger stark Interessierten dazu brühwarm erzählen. Ohne den Missionarstrieb der Gamer wäre Tetris nicht das Weltphänomen geworden, hätte der hässlich designte DS wie Blei in den Regalen gelegen, würde nicht die halbe Welt und ihre Mutter Gitarrensoli auf Plastikklampfen spielen.

Am Ende brauchen die Spiele, die sich an Nischen im Hardcore-Markt wenden, bloß einen Schuss Selbstreferenzialität, ein, zwei zusätzliche Komplexitätsebenen und vielleicht was Ernsthaftes, Böses, Gebrochenes, um die Männer besser einzufangen. Man sieht aber sehr hübsch am sensationell erfolgreichen Puzzle Quest, dass es reicht, einem gewöhnlichen Bejewelled-Klon ein bisschen Fantasy-Ritter-Zauberer-Prinzessinnen-Zeug überzustülpen, schon kaufen's auch hartgesottene Xbox-Liver.

Aber zurück zu Spore.

Kommentar: Spore ist nicht für Spieler : Will Wright von EA Maxis. Will Wright von EA Maxis. Casual, Schmasual -- die ersten Abschnitte sind zu stumpf für jeden, der schon mal über den Drei bunte Steine-Tellerrand hinausgespäht hat. Dafür ist der letzte Abschnitt so umständlich zu handhaben, dass auch Master of Orion-gestählte Weltraumrecken genervt durch die Nüstern schnauben. Was aber natürlich, legt man das bekannte Prinzip Eine Hand auf der Herdplatte plus eine Hand im Eiswasser gleich angenehme Durchschnittstemperatur zugrunde, einen ganz vernünftigen Durchschnittsanspruch ergibt. Wright macht es eigentlich niemandem so richtig recht, finde ich. Und das nächste Zitat zeigt auch wieso -- Wright denkt offenbar, dass manche Dinge automatisch Spaß machen:

Will Wright: "Ich glaube, der beste Teil ist es einfach, wie unglaublich kreativ man sich fühlt, wenn man die verschiedenen Bereiche der Welt gestaltet." (Quelle)

Ich will ja nicht gehässig sein, aber man merkt dem fertigen Spiel meiner höchst subjektiven und privaten Meinung nach schon an, dass das Designteam alles Mögliche im Hinterkopf hatte, nur vielleicht nicht das gute alte Ding mit dem Spielspaß. Das kreative Hochgefühl kommt, wie Will richtig sagt, vom Erschaffen, aber wenn die Welt kein dauerhaftes Feedback auf die eigenen Kreationen liefert, wird's schnell schal. Keine Ahnung, wie das dem Meister passieren konnte, aber irgendwann im Entwicklungsprozess hat's die Jungs von Maxis aus der Kurve getragen, und sie haben eben nicht das neue Sims erschaffen, eine faszinierende Ameisenfarm für die Ewigkeit, sondern nur einen Kreaturenbaukasten mit angeschlossener Simpelspielsammlung.

Schade.

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Avatar Sir Twist
Sir Twist
#1 | 07. Okt 2008, 16:55
Stimmt schon irgendwie.
Hatte vor Spore von Will Wright Sim City, Sim Ant & Sim Earth gezockt.
War etwas geschockt von der Einfachheit des Spiels.
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Avatar Hirogen
Hirogen
#2 | 07. Okt 2008, 17:14
Es hat einen guten Ansatz, aber leider hat er nicht den Tiefgang von Sim City übernommen :( und hätte er auch nur ansatzweise etwas von MOO genommen, wäre der Weltraumpart alleine schon das um-und-auf gewesen, aber nein, man muss sich ja durch 2000 Menüs mit Sprachsamples die einem spätestens nach dem 5ten Mal am Arsch gehen klicken ;).
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Avatar OldDaddy
OldDaddy
#3 | 07. Okt 2008, 17:15
Geht das eigentlich nur mir so:
Ich spiele ein Spiel genau so lange, bis ich das vom Hersteller vorgegebene
Ziel erreicht habe. Und keinen Schritt weiter.
Ich probiere es weder auf einem anderen Schwierigkeitsgrad, noch
interessiere ich mich für die von anderen Spielern erstellten Inhalte (Level, Figuren, Mods, etc.).
Offizielle AddOns sind schon wieder interessanter, aber wenn ich ehrlich
bin, liegen die meisten ungespielt rum, weil ich das Hauptprogramm nicht
durch habe.
Auf dem Papier klingen "Community-Spiele" wie "Litte Big Planet" ganz toll,
doch realistisch wird es in der Ecke liegen, sobald ich die offziellen
Level durch habe. Ich finde das freie X-Moto grossartig (mit der Motocross-Maschine über Geschicklichkeitskurse), doch Level basteln? Stundenlang neue "Community-Level" ausprobieren? Nix für mich!

Ich glaube mir wird gerade klar, dass ich Kotor endlich löschen kann,
ich spiele es doch nie auf der bösen Seite der Macht durch - zu langweilig,
da ich die helle Seite durchgenudelt habe.

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Avatar Adauli
Adauli
#4 | 07. Okt 2008, 17:18
Wenn ich bedenke das Space Empiers 5 mit 66% bewertet wurde und Spore bekommt 79% dann bemerkt man schon wie stark die Wertungen mittlerweile rein an der Grafik und am Hype liegen und nicht am Spiel selber.
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Avatar Flurkommander
Flurkommander
#5 | 07. Okt 2008, 17:19
Spore gespielt und keine 4h später frustriert deinstalliert weil es nicht mehr geboten hat als nen baukasten für lebewesen und objekte. Dabei wäre soviel mehr möglich gewesen.
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Avatar R. Funden
R. Funden
#6 | 07. Okt 2008, 17:22
Für mich leidet Spore an den selben Macken wie The Movies.
Das Spiel ansich ist durch die flut von Ideen und Inovation total mislungen. Aber der Editor ist dafür sehr gut.
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Avatar Sempai02
Sempai02
#7 | 07. Okt 2008, 17:43
Mich stört sowieso, dass in den letzten Jahren viele Entwickler zu sehr auf der "Casual Gamer"-Schiene fahren. Die Hardcore-Spieler, die jeden Abend gerne mal 4-5 Stunden spielen, werden gerne vergessen bei den Soft- und 2-Stunden-Games.
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Avatar DaDoom
DaDoom
#8 | 07. Okt 2008, 17:43
Also mir gefällt Spore, ich habs schon deutlich länger gespielt als manch anderen Strategie- oder Aufbautitel. Für mich haben die Entwickler durchaus etwas Neues erschaffen: ein Spiel das man selber mit Inhalt populiert. In dieser Form hat es das - soweit meine Spielekenntnisse reichen - noch nicht gegeben.

Was den Casual Gamer betrifft so hat Spore - gemäss Erfahrungen in meinem Bekanntenkreis - auch diesen Nerv voll getroffen. Manch einer hat sich das Spiel zwar wegen des starken Editors gekauft, sich dann aber doch vom Spiel verführen lassen. Und das bei Leuten, die in ihrem Leben noch nie ein Strategiespiel gekauft haben. Eine reife Leistung würde ich meinen.

Ich glaube, dass sich die Schere zwischen Casual Gamer und Hardcore Gamer immer weiter öffnet. Dass man mit einfachen Konzepten auch Nicht-Spieler abfangen kann, hat die Nintendo Wii bewiesen (man denke aber auch an das gute alte Moorhuhn oder die vielen Browser- und Handyspiele). Und ich glaube nicht, dass dazu Überzeugungsarbeit von Seiten der hartgesottenen Spieler nötig war: die machen nämlich meist einen Bogen um die Wii wegen der eher veralteten Grafik und der eher einfach gestrickten Spiele. Stattdessen greifen die eingefleischten Zocker mehr und mehr nach MMOs, die Grind-sei-dank, monatelang beschäftigen - was die Casual Gamer in der Zeit machen interessiert sie erst gar nicht. Umgekehrt gilt das übrigens auch. Die Casual Gamer nehmen MMOs meist gar nicht aus dem Regal; zu komplex, zu zeitintensiv und zu teuer (Spielpreis, Monatsgebühren, Internetgebühren, PC Hardware....).
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Avatar OnlyToast
OnlyToast
#9 | 07. Okt 2008, 17:58
@DaDoom:
Volle Zustimmung. Zum letzten Absatz: Leider, das mit der Schere. :(

Mir gefällt Spore. Ich erschaffe, und ich schicke meine Kreationen durch die Welt, die mir immer wieder neue Schöpfungen entgegenschickt. Das sollte doch eigentlich der Kernpunkt sein, und der ist drin. Und wer genau gelesen hat, wusste auch, was es heisst, wenn von den Phasen die Rede war, in denen "beliebte Genre-Vertreter in ihren Grundlagen genutzt werden". Kombiniere das ganze mit [Wright-Kreativ=Hauptpublikum Sims'ler/innen], und schon war einem von Anfang an klar, dass es so aussehen würde.
Mir jedenfalls. Das Zitat von WW ist allerdings doch ärgerlich, denn es zeugt von der selben Entwurzelung wie das vor kurzem von Epic gelieferte.
Leugnet nicht eure Wurzeln, Leute, sonst reißen die irgendwann ein und ihr sitzt schnell auf dem Trockenen. ;)
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Avatar blablub_AlphaX
blablub_AlphaX
#10 | 07. Okt 2008, 18:01
Zitat von DaDoom:
die machen nämlich meist einen Bogen um die Wii wegen der eher veralteten Grafik und der eher einfach gestrickten Spiele.


Das seh ich nicht so, ich als Hardcorespieler, habe mir extra eine Wii gekauft, um eine Art Partyspiel-Maschine zu haben. Es ist nichts lustiger als, wenn man sich bei Mario Kart, Wii Sports oder bei Super Smash Brothers zu 4. gegeneinander spielt. Klar spiele ich viel mehr COD4, weil ich einfach viel mehr Zeit alleine verbringe, aber so einmal in der Woche ist die Wii sehr lustig, und Mario Galaxy war ein tolles Spiel auch für den Singleplayer Geschmack.

Die Wii ist als 2. Gerät ideal, um mal einen gemütlichen Abend mit ein paar Freunden zu haben.
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Details zu Spore

Plattform: PC (Wii, NDS)
Genre Strategie
Untergenre: Lebenssimulation
Release D: 04. September 2008
Publisher: Electronic Arts
Entwickler: Maxis Software
Webseite: http://www.spore.com
USK: Freigegeben ab 12 Jahren
Spiele-Logo: Download
Leserinteresse:
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Platz 3 von 50 in: PC-Spiele | Strategie | Lebenssimulation
 
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