Neben weiteren Studios des Publishers Electronic Arts arbeitet zur Zeit auch das unter anderem durch die Horrorspiel-Reihe Dead Space bekannte Visceral Games an einem eigenen Star-Wars-Titel.

Offiziell vorgestellt wurde das Projekt bisher zwar nicht. Einige Details sind allerdings trotzdem schon bekannt. Es handelt sich demnach um ein Actionspiel um einen Schmuggler im Star-Wars-Universum. In Gerüchten war zudem die Rede von einem Open-World-Rollenspiel, das sich anfühlen soll wie ein Star-Wars-Film.

Im Rahmen der PAX West hat sich mit Amy Hennig nun die leitende Story-Autorin des Projekts erstmals ausführlich über Viscerals Star Wars ausgelassen. Unter anderem ging sie dabei auf die Unterschiede des Spiels zu Uncharted ein. Auch bei der Action-Adventure-Reihe von Naughty Dog war Hennig über Jahre hinweg die Lead-Autorin.

Star-Wars-Spiel mit neuen Inhalten

Laut Hennig arbeitet des Entwicklerteam eng mit dem Story-Team von Lucasfilm und dessen Chef Doug Chang zusammen, um ein möglichst authentisches Star-Wars-Feeling zu erschaffen. Unter anderem deutet die Autorin an, dass es im Spiel zwar AT-STs geben wird. Allerdings liegt der Fokus wohl auf neuen Dingen.

Explizit nennt Hennig neue Charaktere, neue Schauplätze, neue Kreaturen und neue Technologien. All das müsse aber natürlich im Rahmen des Star-Wars-Universums authentisch wirken.

Unterschiede zwischen Uncharted und Star Wars

Anschließend vergleicht Hennig das Star-Wars-Spiel mit der Uncharted-Reihe - und kommt zu dem wenig eindeutigen Schluss, dass es zwar viele Gemeinsamkeiten gebe, gleichzeitig jedoch auch große Unterschiede.

Einige der Regeln, die sie stets auf die verschiedenen Uncharted-Spiele angewendet habe, würden bei Star Wars nicht länger greifen, so die Autorin:

In Uncharted oder Indiana Jones bleibt man fast die gesamte Zeit beim Protagonisten. Manchmal blendet die Kamera zwar aus, aber irgendwas informiert den Spieler immer über das, was der Held gerade macht. So wie Marion [Indiana Jones] im Zelt zum Beispiel. In Star Wars jedoch sieht man immer wieder auch die bösen Jungs und das, was sie gerade machen: »Währenddessen im Hauptquartier der Schurken...«

Hennig nennt Letzteres das Problem eines privilegierten Beobachters. Im Film sei der Zuschauer eben nicht der Protagonist. Deren Probleme und Herausforderungen würden viel mehr dadurch beleuchtet, dass der Zuschauer Dinge sehe, die der jeweilige Held eben nicht sehen könne. Dadurch werde Spannung aufgebaut.

In einem Spiel funktioniere dieses Konzept jedoch nicht, so Hennig weiter. Hier erwarte man vom Spieler, dass er sich mit dem Protagonisten identifiziere und beide einen gemeinsamen Kenntnisstand haben.

Wie die Autorin das Problem lösen möchte, verrät sie zwar nicht. Es ist aber anzunehmen, dass sie sich mehr an den Uncharted-Spielen und weniger an den Star-Wars-Filmen orientiert.

Mehrere Protagonisten?

Ein weiteres Problem: In Star-Wars-Filmen stehen meistens die Angelegenheit einer Gruppe im Fokus, während sich Uncharted stets auf nur einen Protagonisten beschränkt. Eine mögliche Lösung wären mehrere spielbare Charaktere - das wollte Hennig aber nicht weiter kommentieren.

Stattdessen deutete sie an, dass der Spieler und seine Verbündeten genau wie in den Star-Wars-Filmen ihren Gegnern unterlegen sein werden und sich durch Cleverness einen Vorteil verschaffen müssen. Hennigs Herausforderung: Wie kann man diese Idee in eine Spielmechanik umwandeln?

Das Star-Wars-Spiel von Visceral Games soll 2018 auf den Markt kommen. Für die Problemlösung haben Hennig und ihr Team also noch reichlich Zeit.

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