Tales of Monkey Island: Season 1 - PC
Point & Click  |  Release: 09. November 2010  |   Publisher: Daedalic Entertainment
7 von 7 Leser fanden diese Rezension hilfreich

Leser-Rezension zu Tales of Monkey Island: Season 1

Mächtiger Pirat - mächtiges Spiel?

Von Ash Evil Dead |

Datum: 10.06.2012 | zuletzt geändert: 10.06.2012, 11:13 Uhr


Offizieller oder inoffizieller fünfter Teil – das kann doch dem mächtigsten Piraten der Karibik egal sein: Monkey Island erfährt mit Telltale´s Tales of Monkey Island eine viel beachtete Rückkehr des Genre-Freibeuters. Die fünf Download-Episoden wurden nunmehr zusammengeschnürt und gehen freiwillig sowie kostengünstig über die Planke direkt auf die Festplatte.

Die Story der Tales

Guybrush Threepwood, selbst ernannter mächtiger Pirat wie er gern zu betonen pflegt, findet sich in der Eröffnungssequenz mit seiner entführten Liebsten Elaine und seinem Todfeind, dem Geisterpiratenkapitän Le Chuck, inmitten der karibischen See wieder. So weit, so bekannt. Und auch das was anschließend geschieht verwundert einen Abenteuer-Veteranen nicht wirklich und ist typisch für Monkey Island vollkommen absurd. Pocken, Malzbier, ein Säbel sowie explosive Pulverfässer spielen dabei eine wichtige Rolle. Lange Rede, kurz immer wiederkehrender und zusammengefasster Unsinn der fünf Episoden: Das Böse geht in Guybrush´s Hand über, die von nun an allerhand Chaos stiftet und zwielichtige Gestalten auf den Plan ruft. LeChuck hingegen scheint von seinem Fluch befreit und führt offensichtlich nur noch Gutes im Schilde, was Elaine besonders imponiert. Die Geschichte wird mit zahlreichen witzigen Dialogen in noch witzigeren Situationen erzählt, da bleibt kein Auge trocken. Doch selbst Gevater Tod spielt noch eine wichtige Rolle, was leider die Qualität zum Ende hin abfallen lässt. Auf dem Weg dorthin trifft der Tolpatsch auf viele neue und bekannte Charaktere, beispielsweise Stan, die Voodoo-Lady und natürlich dem redseligem Totenkopf Murray…

Kopfnüsse und Anspielungen

Vom Spielablauf her bleibt Tales of Monkey seinen Freibeuterstiefeln treu mit zahlreichen ausgewogenen Rätseln, Dialogen sowie Suchmärschen nach bestimmten Objekten, die dann mit dem dazu passenden Pendant in der Spielwelt zugefügt oder im Inventar noch mal untersucht werden dürfen. Entwickler Telltale bleibt seiner Linie also treu, ein entscheidender Pluspunkt gegenüber Sam & Max sind nun auch Kopfnüsse innerhalb des Inventars, vornehmlich um Gegenstände zusammenzufügen. Dabei wird aus allen Kanonen abgefeuert, was der verquerte Ideenreichtum hergibt. Dabei ließ man sich nicht lumpen um mehr als offensichtliche Anspielungen einzubauen, seien es nun die vier Vorgängerspiele, das Eiskalte Händchen der Addams Family oder Fluch der Karibik. Was in den ersten drei Episoden trotz schwachem Widersacher De Singe noch wunderbar zündet und im Mittelstück Lair of the Leviathan seinen Höhepunkt inklusive Grimassenduell erwartet, ebbt danach leider spürbar ab. Ist das gelungene Rätsel der Gerichtsverhandlung noch auf gleich bleibendem Niveau, verzettelt sich das Abenteuer von nun an in nervigen Wiederholungen sowie stupidem Hin- und Her zwischen den Schauplätzen, die ohnehin sehr überschaubar geraten sind. So bleibt die kleine Hafeninsel Flotsam der ersten Episode auch nachfolgend als regelmäßiger Anlaufpunkt erhalten.

Tales of Technik

Diskussionsstoff der nicht so humorvollen Art bietet die technische Seite inklusive einer handvoll misslungener Stilbrüche. Und diese fangen bereits beim Hauptprotagonisten an, nämlich einem kantigem Guybrush Threepwood mit pubertärem Kinnbart, was ziemlich dämlich aussieht. Auch bei seiner normalen Kleidung hat man sich nicht allzu viele Mühe gegeben, zumindest wirkt er aber nicht mehr so tuntig wie noch in Teil 4. Der Grafikstil allgemein ist eine Mischung aus Teil 3 und 4 mit dem typischen Telltale-Look, den man bereits aus Sam & Max kennt. Dafür wirkt Tales of Monkey Island um einiges detaillierter und sauberer. Nicht nur Serienfans vermissen das berühmte Scumm-Interface, so dass trotz aller Witzigkeit viele Möglichkeiten ungenutzt bleiben. Krampfhaft wirkt weiterhin eine direkte Steuerung, die Guybrush bestenfalls zur gewünschten Aktion verleitet und im schlechtesten und viel zu häufigsten Fall sich die Spielfigur um die eigene Achse drehen lässt, an Gegenständen hängen bleibt oder den Spielbildschirm in eine völlig andere Richtung verlassen lässt. Angenehmes Point-&-Click-Feeling in karibischer Kulisse wird durch diese Faktoren immer wieder gestört. Einen Pluspunkt ergattert der Sound inklusive Musik, auch wenn das Affengeräusch beim Starten des Programms schmerzlich vermisst wird. Wer das Ambiente der Vorgänger schon mochte, der macht auch mit der deutschen Sprachausgabe nichts falsch, denn Norman Matt konnte als Guybrush-Synchronstimme wieder gewonnen werden. Auch die Synchronisation von Elaine, LeChuck, der Voodoo-Lady und Murray hört sich wundervoll vertraut an.

Das Fazit

Tales of Monkey Island ist eine überraschend gelungene Fortsetzung der Piratenwitz-Kanone, die in den ersten viereinhalb Episoden fast zum derzeit Besten des Genres gehört. Ab dann flacht der Spaß spürbar ab, was bleibt ist ein gutes Abenteuer, das mit Situationskomik, Wortwitz und Kopfnüssen punktet.

Wertung:

73/100 » alle Rezensionen von Ash Evil Dead (2)

Screenshots zu Tales of Monkey Island: Season 1

Alle Screenshots zu Tales of Monkey Island: Season 1
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Pro & Contra

  • Grafik: witzige Charaktermodelle, läuft flüssig
  • Sound: deutsche Vertonung gut, englische Vertonung besser
  • Balance: ausgewogen, individuell einstellbar
  • Atmosphäre: tolles Karibik-Feeling, viele Anspielungen
  • Bedienung: Maussteuerung...
  • Umfang: jede Episode in 2 bis 4 Stunden lösbar
  • Handlung: witzig, einfallsreich, voller Anspielungen
  • Rätsel: ausgewogen, eine handvoll Kopfnüsse
  • Dialoge: überwiegend witzig, voller Anspielungen
  • Charaktere: Wiedersehen mit alten Bekannten
  • Grafik: kleine Abschnitte, Details, Guybrush´s Aussehen
  • Sound: keine Affenlaute beim Spielstart
  • Balance: ein paar unlogische Stellen
  • Atmosphäre: letzte Episode will nicht so richtig reinpassen
  • Bedienung: die oftmals Fingerkrämpfe verursacht
  • Umfang: kein Wiederspielwert
  • Handlung: Affen eher im Hintergrund, letzte Episode fällt ab
  • Rätsel: letzte Episode eher nervig
  • Dialoge: ein paar wenige Rohrkrepierer
  • Charaktere: wenige gelungene neue Figuren

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgradgenau richtig
Bugs im SpielNein
Bisher im Spiel
verbrachte Zeit
Mehr als 10, weniger als 20 Stunden

7 von 7 Leser fanden diese Rezension hilfreich

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Avatar Vercetti III
Vercetti III
#1 | 10. Jun 2012, 13:37
Guter Test. Hab nur die erste Episode gespielt. Fand die aber nicht schlecht, wenn auch nicht so gut wie die ersten 3 Teile der MI-Reihe.

zum Minuspunkt beim Umfang (kein Wiederspielwert): Das betrifft aber jedes Rätselspiel. Man kennt beim zweiten mal spielen eben die ganzen Lösungen schon.
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Avatar Ash Evil Dead
Ash Evil Dead
#2 | 10. Jun 2012, 14:36
Ja, das ist leider wirklich bei jedem Adventure so - deswegen bleibt es oftmals beim einmaligen Durchspielen.
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Leser-Rezensionen
Tales of Monkey Island: Season 1 3 Bewertungen:
90+ 0
70-89 3
50-69 0
30-49 0
0-29 0
Durchschnittliche
Leserbewertung:
80/100
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Details zu Tales of Monkey Island: Season 1

Cover zu Tales of Monkey Island: Season 1
Plattform: PC (Wii, iOS)
Genre Adventure
Untergenre: Point & Click
Release D: 09. November 2010
Publisher: Daedalic Entertainment
Entwickler: Telltale Games
Webseite: https://www.telltalegames.com/...
USK: Freigegeben ohne Altersbeschränkung
Spiele-Logo: Download
Leserinteresse:
Platz 1870 von 6998 in: PC-Spiele
Platz 77 von 424 in: PC-Spiele | Adventure | Point & Click
 
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