The Bard's Tale und Interplay - vielen Rollenspielfans entlockt die Erwähnung dieser Namen einen seligen Seufzer. Die Interplay-Gründer Brian Fargo und Matthew Findley entkamen den Wirren um Firmenübername und Interplay-Niedergang, nahmen sich eine lange Auszeit, in der sie viele, viele Rollenspielte durchspielten und beschlossen, selbst wieder eins zu entwickeln. Der Titel: The Bard's Tale, in Anlehnung an alte Zeiten und weil unser Held bardengleich durch Gesang einen bis fünf Mitstreiter herbei singen kann. Ursprünglich nur für PlayStation2 und Xbox geplant, erzählte uns Matthew vor wenigen Minuten, dass nun eine PC-Version des Action-RPGs sicher sei. Erscheinungstermin: Sommer 2005. Anders als die momentan populären Action-Rollenspiele spielt sich The Bard's Tale sehr, sehr augenzwinkernd. "Unser Held hat schon viele ähnliche Abenteuer erlebt und hat eigentlich keine Lust mehr darauf, für völlig Unbekannte Ratten oder Hühner zu erschlagen", lacht Matthew. So wird er zu Anfang des Spiels prompt in den Keller eines Wirtshauses geschickt, wo ihn eine unbezwingbare Riesenratte in Flammen setzt - und alle Leute im Wirtshaus lachen ihn bei seiner Rückkehr mächtig aus.

Langwierige Gespräche? Nichts da, Sie klicken lediglich auf ein freundliches oder ein hinterlistiges Gesichtssymbol, dann entwickelt das Gespräch entsprechend. Dabei ist The Bard's Tale keine Parodie auf Rollenspiele, beäugt aber viele RPG-Standards etwas kritisch: es besitzt zum Beispiel kein Inventar mehr. "Ich will nicht fünf Minuten lang alle meine neuen Waffen ausprobieren müssen und erst so sehen, welche Effekte sie auf mich haben", so Matt. "Und 80 Stunden Spielspaß, den viele Titel für sich beanspruchen? Wenn davon 20 Stunden das Einsammeln und Verkaufen von miesen Waffen und Rüstungen ausmacht, kann ich gerne darauf verzichten." Nimmt Ihr Held also eine Waffe, die schlechter als Ihre aktuell ausgerüstete ist, wird sie automatisch in Silberstücke umgewandelt. Wenn Sie eine bessere Waffe ausrüsten, wird die vorangehende entsprechend versilbert. Wie zu alten 8-Bit-Zeiten gibt es übrigens auch eine Oberwelt-Karte, auf der Sie von Ort zu Ort ziehen und gelegentlichen Zufallskämpfen mit etwas Geschick entkommen können. Bei soviel spaßigen Ideen freut sich die Redaktions-Rollenspielfraktion schon auf ein RPG-Vergnügen der etwas anderen Art.