The Book of Unwritten Tales - PC

Point & Click  |  Release: 02. April 2009  |   Publisher: JoWooD

Making Games Report - Humor entwickeln

Witzig ist witzig ist witzig? Von wegen! Wer ein humorvolles Spiel entwickeln will, muss sein Projekt immer wieder hinterfragen – und das möglichst mit externer Hilfe. Die Jungs von King Art erläutern ihre Methoden.

Von Yassin Chakhchoukh |

Datum: 04.09.2010; 13:03 Uhr


Making Games Report : Jan Theysen, Geschäftsführer von King Art: »Zwei Jäger sind im Wald unterwegs, als einer von ihnen zusammenbricht. Er scheint nicht mehr zu atmen, und seine Augen sind glasig. Der andere Jäger holt schnell sein Handy hervor und wählt den Notruf: »Mein Freund ist tot«, stößt er hervor, »Was soll ich tun?'« Er bekommt den Rat: »Beruhigen Sie sich. Versichern Sie sich als erstes, dass er wirklich tot ist.« Einen Moment ist es still, dann ertönt ein Schuss. Zurück am Telefon, fragt der Jäger: »Okay, was jetzt?«.

Das ist er. Der lustigste Witz der Welt. Ausgewählt aus über 40.000 Witzen stellt er den größten gemeinsamen Nenner aller zwei Millionen Leute dar, die darüber weltweit im Rahmen einer psychologischen Studie abgestimmt haben. Nebenbei kam heraus: Engländer und Australier mögen Witze, die Wortspiele beinhalten. Amerikaner lachen, wenn Leute dumm und lächerlich dargestellt werden, die Franzosen lieben es surreal und der Deutsche lacht über jeden Mist.

Das erklärt nicht nur das Freitagabendprogramm einiger Privatsender. Es ist auch ein Problem, wenn man ein witziges Spiel machen will. Denn… was ist eigentlich witzig?

... und an das Publikum denken

Opa kann nicht viel mit Family Guy anfangen, unsereins nichts mit Fips Asmussen. Meine sechsjährige Nichte findet Clowns witzig und später vielleicht mal Mario Barth. Und selbst wenn man diese verschiedenen Geschmäcker unter einen Hut bekommt, muss man international damit noch keinen Blumentopf gewinnen. »Der Schuh des Manitu« ist einer der erfolgreichsten deutschen Filme aller Zeiten. Mit breiter Brust wurde er ins Ausland verkauft – und floppte gnadenlos. Wirklich witzig fanden ihn nur die Deutschen (s.o.).

Soll sich ein Spiel international verkaufen, denkt man besser nicht an die letzte Büttenrede beim Karneval, sondern orientiert sich stattdessen am »internationalem Humor«. Der ist vor allem durch amerikanische und englische Fernsehserien und Filme geprägt.
Ist eine Serie über Länder-, Alters- und Geschlechtergrenzen hinweg erfolgreich, ist sie ein hervorragendes Vorbild für ein humorvolles Spiel.

Making Games Report : Der Mainstream-Humor von Erfolgscomdey wie "Die Simpsons" ist eine gute Orientierungshilfe für Komik, die auch international funktioniert. Der Mainstream-Humor von Erfolgscomdey wie "Die Simpsons" ist eine gute Orientierungshilfe für Komik, die auch international funktioniert.

Beschäftigt man sich mit »Die Simpsons«, »Friends« oder auch ältere Kaliber wie »Alf«, so entdeckt man einen typischen Humor, der weltweit zu funktionieren scheint. Dieser »Mainstream-Humor« ist für den Einzelnen nicht so witzig wie eine Show, die exakt seinen Humor trifft. Aber er ist eine gute, breite Basis auf der man dann hin und wieder auch speziellen Humor bedienen kann.

Bei vielen erfolgreichen Serien, aber auch bei CGI-Filmen wie »Shrek«, »Cars« usw., spielt sich der Humor zudem auf verschiedenen Ebenen ab. Eher platte Gags wechseln sich mit hintergründigen Geschichten ab, die nicht jeder Zuschauer versteht. Entscheidend ist: Jung und alt werden bedient und haben eine gute Zeit.«

Den vollständigen Artikel lesen Sie in einem Special auf makinggames.de

Jedes Wochenende präsentieren wir Ihnen ausgewählte Making-Of-Artikel, Reportagen sowie Interviews aus unserem Schwestermagazin Making Games und lassen Sie hinter die Kulissen der Spielebranche blicken.
Und wer könnte besser über die großen und kleinen Geheimnisse der Spieleentwicklung schreiben als die Entwickler selbst? Genau das machen sie jede Ausgabe im Making Games Magazin und jeden Tag auf makinggames.de.

Dieser Artikel erschien in Ausgabe 01/2009 des Making Games Magazins.

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Avatar Vince11
Vince11
#1 | 04. Sep 2010, 13:57
Kleine Anmerkung:
Die Simpsons sind/waren(zumindest früher) kein Mainstream-Humor, da stecken sehr viele Anspielungen drinne die nur ein Bruchteil der Zuschauer verstehen.
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Avatar Odradek
Odradek
#2 | 04. Sep 2010, 14:13
Erwähnenswert finde ich auch den Humor von SouthPark der erstaunlich gut zweigleisig fährt. Da wäre zunächst der fäkal- sexistische Humor: Hauptsache eklig, hauptsache direkt und das ist es wohl, was die meisten an south park begeistert. Zugleich findet sich bei south park aber auch erstaunlich gelungene, sehr pointiert zugespitzte sozialkritik die eben genau in diesen fäkalhumor eingepackt sind und die show dadurch verdammt gut machen.

Übrigens euren Humor auf der page finde ich auch gut:
"here would be a gameshop-banner if someone would care"


Ansonsten bin ich humoristisch wohl eher einer der alten schule. Gestalten wie Mario Barth ringen mir kein müdes lächeln ab, verehre dafür aber gestalten wie Monty Python aber auch Loriot.
Loriot ist anbei übrigens eines der gegenbeispiele für echt guten Wort- und Sprachwitz.
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Avatar BiSaF
BiSaF
#3 | 04. Sep 2010, 16:59
@Odradek

Genau!
Wobei viele Leute SouthPark aufgrund des Fähkalhumor nichtmal eine Chance geben, selbst wenn man sie auf die Anspielungen hinweist.
Das ist echt schade.
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Avatar Tobi87
Tobi87
#4 | 04. Sep 2010, 18:16
Zitat von BiSaF:
@Odradek

Genau!
Wobei viele Leute SouthPark aufgrund des Fähkalhumor nichtmal eine Chance geben, selbst wenn man sie auf die Anspielungen hinweist.
Das ist echt schade.


Finde sogar, dass die Southpark-Episoden (gerade was subtilen-zynischen Humor und Sozialkritik angeht) im Laufe der Zeit immer besser geworden sind, wobei hingegen mit den Simpsons meine alte Lieblingsserie in den letzten Jahren deutlich an Niveau verloren hat und sich selbst immer mehr in Belanglosigkeit verliert.

Echt schade eigentlich!
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Avatar Njcid
Njcid
#5 | 04. Sep 2010, 19:34
Zitat von Tobi87:


Finde sogar, dass die Southpark-Episoden (gerade was subtilen-zynischen Humor und Sozialkritik angeht) im Laufe der Zeit immer besser geworden sind, wobei hingegen mit den Simpsons meine alte Lieblingsserie in den letzten Jahren deutlich an Niveau verloren hat und sich selbst immer mehr in Belanglosigkeit verliert.

Echt schade eigentlich!


Ich finde auch, dass "South Park" mit der Zeit immer besser geworden ist, während die neuen "Simpsons"-Folgen schon lange nicht mehr die Qualität der alten Staffeln erreichen.

"South Park" hat sich ja mittlerweile weitgehend vom Fäkalhumor distanziert und setzt mehr auf Tabubruch (Mohammed!), während die "Simpsons" nicht mehr subversiv sind.
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Avatar GuraxDax
GuraxDax
#6 | 05. Sep 2010, 13:17
Zitat von Tobi87:


wobei hingegen mit den Simpsons meine alte Lieblingsserie in den letzten Jahren deutlich an Niveau verloren hat und sich selbst immer mehr in Belanglosigkeit verliert.

Echt schade eigentlich!


Das ist wie bei "Eine schrecklich nette Familie". Die Produzenten haben aus Homer und Al Bundy von anfangs ernstzunehmenden Charakteren, die auch mal intelligente, satirische, kritische Monologe/Dialoge und Verhaltensweisen hatten, zwei komplette Vollidioten gemacht, deren einziger Witz darin besteht, dass sie sich ständig wie Idioten benehmen, idiotische Sachen sagen und idiotische Dinge tun. Das hat beiden Serien sehr deutlich den satirischen, intelligenten, sozialkritischen Anspruch weggenommen. Das Niveau sank beträchtlich.
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Avatar Splaesh
Splaesh
#7 | 05. Sep 2010, 16:05
Fande die Simpsons noch nie lustig, habe mir damals die Folgen angeschaut als Homer noch nicht der Idiot war und die waren genauso unwitzig wie die heutigen.

Und South Park versteckt ihre Sozialkritik nicht, jeder Vollidiot erkennt die vorallem wird die an jedem Ende nochmal erklärt
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Details zu The Book of Unwritten Tales

Plattform: PC
Genre Adventure
Untergenre: Point & Click
Release D: 02. April 2009
Publisher: JoWooD
Entwickler: King Art Games
Webseite: http://www.book-of-unwritten-t...
USK: Freigegeben ab 6 Jahren
Spiele-Logo: Download
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