Making Games Report : Jan Theysen, Geschäftsführer von King Art: »Zwei Jäger sind im Wald unterwegs, als einer von ihnen zusammenbricht. Er scheint nicht mehr zu atmen, und seine Augen sind glasig. Der andere Jäger holt schnell sein Handy hervor und wählt den Notruf: »Mein Freund ist tot«, stößt er hervor, »Was soll ich tun?'« Er bekommt den Rat: »Beruhigen Sie sich. Versichern Sie sich als erstes, dass er wirklich tot ist.« Einen Moment ist es still, dann ertönt ein Schuss. Zurück am Telefon, fragt der Jäger: »Okay, was jetzt?«.

Das ist er. Der lustigste Witz der Welt. Ausgewählt aus über 40.000 Witzen stellt er den größten gemeinsamen Nenner aller zwei Millionen Leute dar, die darüber weltweit im Rahmen einer psychologischen Studie abgestimmt haben. Nebenbei kam heraus: Engländer und Australier mögen Witze, die Wortspiele beinhalten. Amerikaner lachen, wenn Leute dumm und lächerlich dargestellt werden, die Franzosen lieben es surreal und der Deutsche lacht über jeden Mist.

Das erklärt nicht nur das Freitagabendprogramm einiger Privatsender. Es ist auch ein Problem, wenn man ein witziges Spiel machen will. Denn… was ist eigentlich witzig?

... und an das Publikum denken

Opa kann nicht viel mit Family Guy anfangen, unsereins nichts mit Fips Asmussen. Meine sechsjährige Nichte findet Clowns witzig und später vielleicht mal Mario Barth. Und selbst wenn man diese verschiedenen Geschmäcker unter einen Hut bekommt, muss man international damit noch keinen Blumentopf gewinnen. »Der Schuh des Manitu« ist einer der erfolgreichsten deutschen Filme aller Zeiten. Mit breiter Brust wurde er ins Ausland verkauft – und floppte gnadenlos. Wirklich witzig fanden ihn nur die Deutschen (s.o.).

Soll sich ein Spiel international verkaufen, denkt man besser nicht an die letzte Büttenrede beim Karneval, sondern orientiert sich stattdessen am »internationalem Humor«. Der ist vor allem durch amerikanische und englische Fernsehserien und Filme geprägt.
Ist eine Serie über Länder-, Alters- und Geschlechtergrenzen hinweg erfolgreich, ist sie ein hervorragendes Vorbild für ein humorvolles Spiel.

Making Games Report : Der Mainstream-Humor von Erfolgscomdey wie "Die Simpsons" ist eine gute Orientierungshilfe für Komik, die auch international funktioniert. Der Mainstream-Humor von Erfolgscomdey wie "Die Simpsons" ist eine gute Orientierungshilfe für Komik, die auch international funktioniert.

Beschäftigt man sich mit »Die Simpsons«, »Friends« oder auch ältere Kaliber wie »Alf«, so entdeckt man einen typischen Humor, der weltweit zu funktionieren scheint. Dieser »Mainstream-Humor« ist für den Einzelnen nicht so witzig wie eine Show, die exakt seinen Humor trifft. Aber er ist eine gute, breite Basis auf der man dann hin und wieder auch speziellen Humor bedienen kann.

Bei vielen erfolgreichen Serien, aber auch bei CGI-Filmen wie »Shrek«, »Cars« usw., spielt sich der Humor zudem auf verschiedenen Ebenen ab. Eher platte Gags wechseln sich mit hintergründigen Geschichten ab, die nicht jeder Zuschauer versteht. Entscheidend ist: Jung und alt werden bedient und haben eine gute Zeit.«

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Dieser Artikel erschien in Ausgabe 01/2009 des Making Games Magazins.