Willkommen im XCOM-Büro

The Bureau: XCOM Declassified : Zwischen den Missionen erkunden wir die große XCOM-Basis. Zwischen den Missionen erkunden wir die große XCOM-Basis. Was wäre ein XCOM-Spiel ohne Basis? Wahrscheinlich ein XCOM-Spiel ohne Basis. Aber wer will das schon. Deshalb darf das eigentliche »Büro« auch in The Bureau nicht fehlen. Hier verbringen wir zwischen den Missionen unsere Zeit. Und zwar ganz schön viel Zeit, denn die Anlage ist nicht nur überraschend groß, sondern auch reichlich vollgestopft mit Fundsachen und Nebenaufgaben. Überall liegen Berichte, Fotos und Tonbänder zum Ansehen und Anhören rum. Außerdem können wir den Gesprächen unserer Kollegen lauschen und so über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden bleiben.

Mit einer Handvoll Figuren reden wir auch direkt und wählen dabei über ein Dialog-Menü ähnlich wie in Mass Effect unsere Gesprächsoptionen. Dabei kann dann durchaus auch mal eine kleine Nebenmission in der Basis herausspringen. Einige Gespräche sollen sogar die Handlung beeinflussen, allerdings konnten wir bislang keine gravierenden Auswirkungen feststellen, egal ob wir nun freundlich oder harsch mit dem Gegenüber umgesprungen sind. Die Qualität der Dialoge erreicht zwar nie das Niveau der Bioware-Spiele, trotzdem waren wir überrascht, dass es zwischen den Missionen so viele Plauschgelegenheiten in The Bureau: XCOM Declassified gibt.

In einem echten Büro wird aber natürlich nicht nur geschwatzt, sondern auch gearbeitet. Und wie in der Realität versuchen wir auch im Spiel die Arbeit möglichst auf die anderen abzuschieben. Deshalb schicken wir von der Kommandozentrale aus unsere Agenten auf Dispatch-Missionen. So leveln die Recken auf und bringen außerdem neue Ausrüstung zurück. Apropos Agenten: In der Basis werben wir über ein Terminal auch neue Kräfte an und legen nicht nur ihre Charakterklasse und den Namen der KI-Helfer fest, sondern bestimmen auch ihre Ausrüstung und passen die Farben ihrer Kleidung an.

Die Doppel-Steuerung

The Bureau erscheint für Xbox 360 und Playstation 3 und den PC. Für jede Plattform hat 2K Marin die Benutzeroberfläche entsprechend angepasst. Während wir mit angeschlossenem Gamepad oder auf den Konsolen unsere Befehle über ein Kreismenü verteilen, ähnlich wie in Mass Effect, sieht die Einheitensteuerung mit Maus und Tastatur ganz anders aus. Dann werden nämlich am unteren Bildschirmrand nicht nur wie sonst auch die Lebensbalken und Statusanzeigen aller Spielfiguren angezeigt, sondern auch die Befehlsoptionen in horizontalen Menükästen - eine praktische Lösung. Bei Ausprobieren der Preview-Version konnten wir jedenfalls sowohl mit dem Gamepad als auch mit Maus und Tastatur gut spielen.

The Bureau: XCOM Declassified : Spielen wir The Bureau: XCOM Declassified mit Maus und Tastatur, werden die Befehlssymbole für unser Team horizontal über den Status-Feldern der Einheiten angezeigt.

Mit Maus und Tastatur
Spielen wir The Bureau: XCOM Declassified mit Maus und Tastatur, werden die Befehlssymbole für unser Team horizontal über den Status-Feldern der Einheiten angezeigt.

Auch gelungen: Sobald wir den »Battle Focus«, also das Befehlsmenü aktivieren - ob im Ringmenü oder als Menüleiste - wird das Spielgeschehen extrem verlangsamt. Was uns aber noch besser gefällt: Fahren wir über die KI-Befehle gleitet die Kamera hinter den jeweiligen Agenten und zeigt das Geschehen aus seiner Ansicht. So bekommen wir nicht nur einen Eindruck von der aktuellen Position unseres Helfers, wir sehen auch genau, welche Gegner er mit welchen Trefferchancen angreifen kann.

Schluss mit lustig!

The Bureau: XCOM Declassified : In The Bureau gibt es jede Menge Gespräche, allerdings fällt die deutsche Synchro oft zu lustlos aus. In The Bureau gibt es jede Menge Gespräche, allerdings fällt die deutsche Synchro oft zu lustlos aus. Klingt ja soweit alles ganz toll. Aber auch The Bureau: XCOM Declassified hat seine Schwächen. Da wäre beispielsweise die Story: Die ist zwar schön in Szene gesetzt und kommt mit vielen Gesprächen, Zwischensequenzen und einigen spannenden Fragen daher. Doch so interessant die Eckpunkte ausfallen, so holprig ist stellenweise die eigentliche Erzählung. Hinzu kommt eine deutsche Synchro, die nicht wirklich schlecht, aber etwas lustlos klingt. Kleine Nuancen sind da kaum auszumachen. Nur leider kommt es bei einigen Gesprächen sehr auf den Tonfall an, um die Stimmungen der Figuren zueinander richtig einschätzen zu können.

Bei der ersten Begegnung mit unserem Büronachbarn Nico DaSilva können wir nur Dank der englischen Untertitel einschätzen, dass das Gespräch zwischen den beiden Agenten nicht ganz so ernst gemeint ist, wie es im ersten Moment klingt. Die durchaus vorhandene aber etwas steife Mimik der Figuren hilft da nicht wirklich. Auch hier bleibt The Bureau hinter Genre-Größten wie Mass Effect zurück. Bis zum Release am 23. August erwarten wir da auch keine großen Veränderungen mehr.

KI-Probleme

Als größter Schwachpunkt während der Missionen hat sich in unserer Vorschau-Version von The Bureau allerdings das Spielelement herausgestellt, das eigentlich das Kernfeature des Shooters ist - der taktische Kampf mit Hilfe von KI-Begleitern. Denen können wir zwar sagen, wen sie wie von wo aus angreifen sollen und welche Spezialfähigkeit sie zum Einsatz bringen sollen. Wer sich allerdings blind auf seine Begleiter verlassen will, schaut in die Röhre. Ohne Befehl setzt die KI nie Spezialangriffe ein. Schlimmer jedoch: Selbst wenn wir sie in Deckung schicken, ballern die Einheiten noch auf Gegner und riskieren getroffen zu werden, egal ob sie bereits kurz vor dem digitalen Ableben stehen oder nicht.

The Bureau: XCOM Declassified : Die KI-Begleiter kämpfen tapfer mit, vielleicht etwas zu tapfer. Selbst wenn wir sie schwer verletzt in Deckung beordern, stecken sie gerne noch die Köpfe raus. Die KI-Begleiter kämpfen tapfer mit, vielleicht etwas zu tapfer. Selbst wenn wir sie schwer verletzt in Deckung beordern, stecken sie gerne noch die Köpfe raus.

Auf den höheren Schwierigkeitsgraden kann diese Kopflosigkeit schnell zu Frust führen, wenn unsere KI mal wieder nicht in Deckung bleiben wollte und wir nach dem Gefecht mit einem (oder zwei) Agenten weniger im Feld stehen. Schließlich brauchen wir die zusätzliche Feuerkraft, denn während uns die Munition schnell ausgeht - besonders in Abwehrgefechten und Bosskämpfen - verfügen unsere Begleiter über unendlich viele Patronen. Hier fehlt bislang schlicht die Möglichkeit, die Untergebenen tatsächlich in Deckung verharren zu lassen, zumindest bis es um ihre Gesundheit etwas besser bestellt ist.