The Elder Scrolls: Skyrim :

Ich habe aufgerüstet. Endlich ein neuer Rechner, endlich wieder aktuelle Toptitel in voller Pracht erleben! Doch das erste Spiel, das ich installiere, ist nicht etwa The Division, nicht The Witcher 3, nicht mal Cities: Skylines (und das muss etwas heißen) - sondern The Elder Scrolls 5: Skyrim. Ein Rollenspiel, das ich schon vor viereinhalb Jahren mehr gespielt habe, als gut für mich war. Bin ich nicht ganz dicht? Vielleicht, aber das ist nicht der Punkt.

Der Punkt ist, dass ich mich nach Himmelsrand zurücksehnte, weil Skyrim mir immer noch ein einzigartiges Erlebnis bietet. Oh, ich kenne seine Schwächen (Story, Charaktere …), aber eben auch seine fundamentale Stärke: diese wunderbare Spielwelt, die mich damals komplett in ihren Bann zog, meinen Entdeckerdrang förderte und - vor allem - weit mehr Dynamik entfachte als The Witcher 3 und Dragon Age: Inquisition mit ihren ebenso riesigen, aber viel statischeren Kulissen.

In Himmelsrand passiert einfach viel mehr Zufälliges. Als ich einen alten Spielstand lade (Danke an die Steam-Cloud fürs Aufbewahren!) und zum ersten, wirklich allerersten Mal aus der Taverne, in der ich zuletzt gespeichert hatte, ins Freie trete - kreist gleich mal ein Drache über dem Dorf. Er landet auf einem Dach, fackelt einen Wächter ab und wird zum Dank von mir zärtlich mit dem Seelensauger-Streitkolben massiert. Sowas gibt es in Dragon Age und The Witcher einfach nicht.

Damals, als es noch ganz neu war: Skyrim im Test

The Elder Scrolls: Skyrim : Lieber den Spatz in der Hand als den Drachen auf dem Dach: In Skyrim passiert mehr Zufälliges als in anderen Open-World-Spielen. Lieber den Spatz in der Hand als den Drachen auf dem Dach: In Skyrim passiert mehr Zufälliges als in anderen Open-World-Spielen.

Da treffe ich auch nicht einfach mitten in der Pampa zufallsgenerierte Leute, die um Hilfe flehen oder mir eilig einen geklauten Gegenstand in die Hand drücken, damit dessen heranrauschender Besitzer bevorzugt mich verprügelt. Und da gibt's auch keine Mammuts, die in den Himmel schnalzen, wenn ich sie mit einem Flammenstrahl abfackle. Klar, das ist ein Bug, aber keiner, über den ich mich ärgere - da lache ich drüber!

The Elder Scrolls: Skyrim : Die Schwarzweite ist einer meiner Alltime-Lieblingsdungeons. Ich mag eben Ruinen. Die Schwarzweite ist einer meiner Alltime-Lieblingsdungeons. Ich mag eben Ruinen. Himmelsrand hat sich seinen Zauber bewahrt. Was mich aber am meisten dorthin zurück lockt, ist etwas, das ich noch nie ausprobiert habe: Mods. Auf Nexusmods gibt es inzwischen über 40.000 Skyrim-Erweiterungen. Vierzigtausend. Ich habe Skyrim damals gespielt, als es noch neu war, Mods existierten fast keine, und ich brauchte auch keine. In den Folgejahren habe ich die Modszene nur am Rande verfolgt, aber immer wieder Videos angeschaut, vor allem von Grafik-Erweiterungen: Da schieß mir doch einer einen Pfeil ins Knie, wie gut der alte Rollenspielknochen immer noch aussehen kann!

Und als da nun dieser neue PC herumsteht, denke ich mir: Ich muss das jetzt mal ausprobieren. Also flugs ein paar Artikel ergoogelt - darunter unser durchaus noch aktueller Mod-Guide zu Skyrim -, den Nexus Mod Manager installiert und Mods gezogen, bis die Drachenschwarte kracht.

Ich hätte es niemals tun sollen. Denn jetzt komme ich nicht mehr davon los.

Das beste Skyrim-Kapitel: Dragonborn im DLC-Test

The Elder Scrolls: Skyrim : Der Autor

Michael Graf würde niemals mit dem Fotografieren anfangen. Dafür müsste er sich ja nicht nur eine dieser sündhaft teuren Kameras, sondern auch noch nach draußen gehen, bah! In Spielen - und aktuell in Skyrim oder zuletzt in The Witcher 3 - knipst er allerdings gerne Panoramabilder. Und Mods sind da eben das, was für reale Fotografen Photoshop ist: Sie machen alles noch ein bisschen hübscher.

Basteln, bis der Jarl kommt

Schon meine ersten Mod-Versuche führen zu vielversprechenden Ergebnissen. Schärfere Texturen, polygonreichere Objekte, ein schönerer Himmel, bessere Lichteffekte. Ich knipse Bilder, um sie den Kollegen zu zeigen: Hey, guck mal, Skyrim ist immer noch ganz schick. Dann setze ich einen Abend später wieder dran, will eigentlich nur schnell ein Stündchen herumprobieren, schmökere in Foren - und merke, dass ich eine Grafikeffektsammlung falsch installiert habe. Ich repariere sie, starte Skyrim neu. Und falle fast vom Stuhl.

The Elder Scrolls: Skyrim : Mit den richtigen Mods, lässt sich die Detailsichtweite (kurz LOD) massiv erweitern, die Landschaften wirken weniger kahl. Mit den richtigen Mods, lässt sich die Detailsichtweite (kurz LOD) massiv erweitern, die Landschaften wirken weniger kahl. Mit den Effekten - und einer massiv erhöhten Detailsichtweite - sieht Skyrim aus wie ein anderes Spiel. Ein derart viel hübscheres Spiel, dass es sich auch vor The Witcher 3 nicht verstecken muss - zumindest, was Spielwelt-Panoramen angeht. Mir ist schon klar, dass der farbkräftige Look, den man auf meinen Bildern sieht, nicht jedem gefällt - Himmelsrand soll ja eigentlich eine frostige Gegend sein. Aber auch dafür gibt's Tools, alles lässt sich verändern, einstellen, anpassen. Das ist ja das Schöne an modfreundlichen Spielen: Wenn man nach dem Release lange genug wartet, findet jeder etwas Passendes.

Das weniger Schöne am Modding ist, dass nicht immer (lies: fast nie) alles so funktioniert wie es soll. Auch »meine« Mods zicken rum und wollen beispielsweise in der richtigen Reihenfolge installiert werden, damit die zweite Mod die Dateien der ersten Mod überschreiben kann, und die dritte dann die der zweiten und so weiter. Da muss man sich erst mal reinlesen, das Ergebnis soll ja stimmen.

Trotzdem fehlen nun im Spiel manche Texturen und Objekte, die blöde Sonne flackert manchmal und einige Flüsse sind unsichtbar, vermutlich, weil ein Shader spinnt. Frustriert mich das? Ha, im Gegenteil! Jetzt will ich's erst recht wissen und so lange weiterbasteln, bis die dämlichen Mods funktionieren.

The Elder Scrolls: Skyrim : Wundervoller Ausblick, schöner Sonnenaufgang, erschlagbarer Drache - was braucht ein Held mehr? Wundervoller Ausblick, schöner Sonnenaufgang, erschlagbarer Drache - was braucht ein Held mehr?

Zumal ich bislang nur an der Oberfläche kratze, denn der Nexus Mod Manager ist doch für Noobs. Echte Experten modden manuell, frickeln an INI-Dateien herum und mischen Erweiterungen wie unsereins einen Salat. Der Wiki zum Skyrim Total Enhancement Project (kurz STEP) quillt über vor Guides, Tipps und Downloads, da gibt es Mods für fast jeden Aspekt des Spiels - bis hin zu den Dialogen der Wachen! Und alles kann und möchte von Hand konfiguriert werden, um die Skryim-Erfahrung perfekt auf die eigenen Vorlieben zuzuschneiden. Um mich da richtig einzuarbeiten, fehlt mir dann doch die Zeit - vor all dieser hochkarätigen Fanarbeit kann ich aber nur den Hut ziehen.

The Elder Scrolls: Skyrim : SkyUI ersetzt das fummelige Inventar durch nicht gerade schöne, aber funktionale Listen. SkyUI ersetzt das fummelige Inventar durch nicht gerade schöne, aber funktionale Listen. Und es gibt ja auch noch viele andere, einfacher zu installierende Mods, die ich noch nicht ausprobiert habe. Von verbesserten Animationen über detailliertere Ausrüstungs- und Charaktermodelle bis hin zu vernünftigen Menüs (Endlich zwar hässliche, aber übersichtliche Listen!) lässt sich fast jeder Aspekt des Spiels anpassen. Und es gibt verdächtig viele leichtbekleidete Damen zum Download, aber das nur am Rande.

Und das ist bis hierhin ja nur technischer Kram, ich habe noch nicht mal angefangen, mich mit Inhaltserweiterungen zu beschäftigen! Nun bin ich also erstmal ein paar Monate damit beschäftigt, an Skyrim herumzubasteln - und ich liebe es. Diese Schrauberei, diese Offenheit ist nun mal einer der Vorteile des PC-Spielens.

Und wenn ich dann irgendwann keine Lust mehr habe, kann ich ab Juli ja dann Enderal spielen.

Ach, der Vollständigkeit halber hier noch die Mods, die ich bisher ausprobiert habe: