Zum Thema » Need for Speed: Most Wanted Test mit Test-Video The Need for Speed ab 6,88 € bei Amazon.de Wie könnte sich ein Streit zwischen Rennspielfans Mitte der 90er Jahre nach dem Erscheinen von Need for Speed angehört haben? Da gibt es auf der einen Seite den NfS-Hasser: »Was für ein dreister Klon! Das hatten wir doch alles schon vor acht Jahren, damals, 1987. Test Drive hieß das und kam von Accolade.« Es kontert der NfS-Fan: »Klar, aber schau dir das Tempo in The Need for Speed an, die Grafik, die Abwechslung, die Rennmodi...«

Und während die beiden auch nach Stunden noch über das Für und Wider streiten, steht Jahre später fest: Das erste Need for Speed von Electronic Arts hat zwar viele Ideen vom Konkurrenten Test Drive entliehen, schuf aber trotzdem eine bis heute erfolgreich weiter entwickelte Generation an actionorientierten Rennspielen.

The Need for Speed
Fahrzeuge und Strecken galten anno 1995 als extrem detailliert.

Hübsches Sightseeing

Für heutige Verhältnisse eher mäßig, galt die Auswahl der acht Fahrzeuge damals als ziemlich groß. Zumal Sie mit dem Ferrari Testarossa 250, der Dodge Viper RT/10 oder dem Porsche 911 Carrera superschnelle und superteure Schlitten fahren können, die jedem Autonarren die Freudentränen ins Gesicht treiben. Zu allen Fahrzeugen gibt’s im Hauptmenü technische Informationen, Fotos sowie diverse Videoclips. Und auf der Strecke wirkten die Boliden durch viele Details zumindest optisch so realistisch wie in keinem Rennspiel zuvor – einen High-End-Prozessor mit prallen 120 MHz vorausgesetzt.

Hall of Fame: The Need For Speed : Die Verfolgungsjagden mit der Polizei im Duell-Modus sind besonders spannend. Die Verfolgungsjagden mit der Polizei im Duell-Modus sind besonders spannend. Ebenso aufwändig wie die Autos sind die sechs Fantasie-Kurse. Anstatt wie in Test Drive nur an einem braunen Berg entlang zu fahren, rasen Sie in Need for Speed durch die Wüste und malerische Dörfer, über Berge oder durch Industriegebiete einer eindrucksvollen Metropole.

Die Detailverliebtheit der Designer kennt dabei keine Grenzen: Auf der Strecke »Vertigo Ridge« etwa kommen Sie an einer Burg, einer Kirche und einem Wasserfall vorbei und fahren über eine große Holzbrücke. Allerdings stören die etwas zu eng gesetzten unsichtbaren Streckenbegrenzungen, weshalb der Spieler oft merkwürdige Unfälle baut, wenn er dem Straßenrand zu nahe kommt.

Sie sind verhaftet!

Vier Rennmodi sorgen in Need for Speed für Abwechslung. Der spannendste ist mit Sicherheit das Duell. Hier fahren Sie gegen einen KI-gesteuerten Kontrahenten um den ersten Platz. Der Clou: Die Polizei sitzt Ihnen ständig im Nacken. Wer von den Beamten erwischt wird, kassiert einen empfindlichen Zeitverlust. Den Gesetzeshütern davon zu kommen, ist allerdings recht knifflig, denn unbeteiligte Autos bevölkern die engen Straßen. Wer hingegen das Tournament für sich entscheidet, schaltet ein Bonusfahrzeug und eine Bonusstrecke frei. Und das ist gar nicht so einfach.

Hall of Fame: The Need For Speed : The Need for Speed

Publisher: Electronic Arts, Entwickler: EA Canada, Originalrelease: 1995, Sprache: Englisch, USK: Ohne Beschränkung

Need for Speed läuft normalerweise problemlos unter Windows XP. Wenn nicht, greifen Sie zum kostenlosen Emulator DOSBox in der aktuellsten Version.

Darum legendär:

- Für damalige Verhältnisse extrem aufwändige Fantasie-Strecken und detaillierte Fahrzeuge mitsamt Lizenz
- Spannender Duell-Modus: Verfolgungsjagden mit der Polizei
- Stimmungsvolle Rennen bei Nacht
- Jedes Fahrzeug steuert sich anders, es gibt sogar Fahrhilfen wie ABS
- Fast fernsehtaugliche Replays

Road and Track Presents: The Need for Speed - 1994
Den Auftakt zur erfolgreichsten Rennspielserie machte 1994 Road and Track Presents: The Need for Speed, das ursprünglich für die heute eher unbekannte Konsole des gleichnamigen Herstellers 3DO entwickelt wurde. Ein Jahr später folgte die Portierung für den PC. Den Zusatz »Road and Track Presents« erhielt das Spiel durch die Zusammenarbeit mit der amerikanischen Autozeitschrift »Road & Track«, die technische Daten und verschiedene Bildmaterialien an die Entwickler weitergaben. So enthielt das Spiel qualitativ hochwertige Videos, in denen die spielbaren Wagen präsentiert wurden. Hintergrundsprecher in der deutschen Version war Egon Hoegen, der diesen Job noch für die nächsten drei Titel übernehmen sollte.

The Need for Speed bot eine bis zum damaligen Zeitpunkt unerreichte Cockpit-Ansicht. Zur gelungenen optischen Präsentation gesellten sich auch eine hervorragende Fahrphysik und Motorengeräusche, die von den echten Vorbildern aufgezeichnet wurden. Mit insgesamt acht Luxussportwagen und einem Cheat-Fahrzeug konnten sich die Spieler zur damaligen Zeit auf sieben bzw. in der Special Edition neun abwechslungsreichen Strecken austoben. Schon in diesem Teil der Serie war übrigens die Polizei vertreten, die den Spielern das Leben schwer machte.