Interview: Was macht eigentlich... Ron Gilbert : Ron Gilbert ist Game Designer bei Double Fine Productions. Ron Gilbert ist Game Designer bei Double Fine Productions. Rons Track Record listet einige der bedeutendsten Titel der Spielegeschichte. Bei LucasArts entwickelte er das wegweisende Adventure Maniac Mansion inklusive der dazugehörigen Skriptsprache SCUMM. Später entstanden auf dieser Grundlage die Klassiker Monkey Island1 und 2. Nach einigen Jahren Pause ohne eigene Projekte meldete er sich mit dem humorigen Action-Rollenspiel DeathSpankzurück. Derzeit arbeitet Ron gemeinsam mit seinem alten Kollegen und Freund Tim Schafer bei dessen Firma Double Fine Productions an einem noch nicht angekündigten Projekt.

Making Games: Was genau machst du derzeit, Ron?
Ron Gilbert: Aktuell arbeite ich bei Tim Schafers Firma Double Fine. Ich habe dort vor etwa vier oder fünf Monaten angefangen. Tim hat ja mit mir an Monkey Island gearbeitet und wir sind einfach die ganze Zeit über Freunde geblieben. Als ich dann mit DeathSpank fertig war, habe ich mich umgeschaut und überlegt, was ich als Nächstes tun könnte. Ich hatte mit ihm über ein Projekt gesprochen, dass ich gern angehen würde und Tim hat direkt gesagt »Hey, du solltest vorbeikommen und das Ganze hier machen.« Wir haben zwar seit Monkey Island nicht mehr zusammen gearbeitet, ich habe aber großen Respekt vor ihm und er mochte meine Idee auf Anhieb.

Making Games: Bevor du mit der Arbeit an DeathSpank begonnen hast, hatte man lange Zeit nichts mehr von dir gehört. Womit hast du dich beschäftigt?
Ron Gilbert: Ich habe rund vier bis fünf Jahre mit Consulting verbracht und mir damit einfach eine Pause genommen. Zum Beispiel habe ich in dieser Zeit eine MMO-Firma beraten, die gerade an einem noch nicht angekündigten Spiel arbeitet.

Making Games: Viele der alten Game-Design-Helden wie Bob Bates oder Steve Meretzky machen jetzt Social Games. Tim und du, ihr seid zwei der letzten Dinosaurier, die noch klassische Spiele entwickeln. Wie kommt das?
Ron Gilbert: Ganz ehrlich? Ich verstehe absolut nicht, was es mit Facebook-Spielen auf sich hat. Ich mag sie einfach nicht und wenn ich mir eines anschaue, dann kratze ich mich bloß am Kopf und wundere mich darüber, dass es überhaupt jemanden gibt, der so etwas mag.

Making Games: Kannst du uns noch etwas mehr über das Game Consulting erzählen? Inwiefern hat sich deine Arbeit in den letzten Jahren verändert?
Ron Gilbert: Es sind vor allem die Spiele, die sich verändert haben. Meine Arbeit ist aber prinzipiell die gleiche geblieben. Wenn ich ein Unternehmen berate, dann werde ich in der Regel dafür bezahlt, ein paar Wochen vor Ort zu sein, mit dem Team Zeit zu verbringen und mir dies und das anzuschauen.

Making Games: Gibt es irgendetwas, dass du uns über dein Projekt mit Tim erzählen kannst, außer natürlich dass es garantiert super cool werden wird?
Ron Gilbert: Nein, ich denke, das ist alles, was ihr wissen müsst! (lacht)
Natürlich fragen mich das alle und vermutlich sollte ich mir dazu mal eine richtig komische Antwort einfallen lassen.

Making Games: Kannst du uns denn wenigstens verraten, ob es wieder was zu Lachen gibt?
Ron Gilbert: Alles was ich tue, muss natürlich mit Humor zu tun haben. Ich könnte einfach kein todernstes Spiel entwickeln.

Making Games: Gehen wir noch mal zwei Schritte zurück in die Vergangenheit. Was war dein erster Gedanke, als LucasArts plötzlich aufhörte, Adventures zu machen?
Ron Gilbert: Das war einfach nur traurig, das Ende einer Ära!

Interview: Was macht eigentlich... Ron Gilbert : Dieselbe Szene in Monkey Island 2 von 1991...

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Dieselbe Szene in Monkey Island 2 von 1991...

Making Games: Jetzt versuchen sie ja, die Ära wieder aufleben zu lassen. Zum einen mit den Remakes der alten Spiele, zum anderen die neue »Tales of Monkey Island«-Serie von Telltale.
Ron Gilbert: Ich bin auch wirklich glücklich darüber, dass sie die Remakes von Monkey Island angegangen sind. Ungefähr ein halbes Jahr, bevor sie offiziell angekündigt wurden, haben sie mir von ihren Plänen erzählt. Ich war gerade in Kalifornien und sie haben mich gefragt, ob ich nicht vorbeikommen und mir das Ganze anschauen wolle. Das habe ich dann auch getan, und ich fand’s super. Sie haben einfach einen tollen Job gemacht, die Essenz der Spiele zu erhalten.