Zum Thema » Die wichtigste Neuerung Das kann der Runenschmied » The Witcher 3 im Test Auch auf dem PC ein Meisterwerk » Guides zu The Witcher 3 Komplettlösung und Tipps TW3: Hearts of Stone ab 9,98 € bei Amazon.de The Witcher 3: Wild Hunt - Hearts of Stone für 9,49 € bei GamesPlanet.com Mit der ersten kostenpflichtigen Witcher-3-Erweiterung Hearts of Stone schlägt die Stunde der Wahrheit für Entwickler CD Projekt Red: Immer wieder hatten sie betont, dass sie von DLC-Abzocke nichts halten. Wenn sie ihre Spieler zur Kasse bitten, dann nur für Inhalte, für die es sich auch wirklich lohnt. Genau was Spieler hören wollen natürlich, aber auch leicht gesagt. Wir sind nach Warschau geflogen, um den neuen Hexer-DLC als weltweit erstes Magazin selbst zu spielen - ganz ohne Einschränkungen.

Was hat er für zehn Euro zu bieten? Schlägt er uns genauso in seinen Bann wie das geniale Hauptspiel? So viel sei schon mal gesagt: Als unser Besuch vorbei ist, können wir uns kaum vom Rechner losreißen. Trotzdem vergeben wir noch keine finale Wertung, dazu müssen wir die Releaseversion in der Redaktion auf den Prüfstand stellen. Aber schon jetzt steht für uns fest, dass Hearts of Stone eine mehr als würdige Erweiterung ist. Zu einem mehr als fairen Preis.

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Was steckt drin?

Die neuen Quests der Erweiterung können wir auf mehrere Arten erreichen. Wenn wir einfach einen alten Spielstand laden (und schon aus Weißgarten draußen sind), taucht die erste Addon-Aufgabe »Der zarte Hauch des Bösen« in unserem Questlog auf und wir können sie jederzeit angehen - allerdings richtet sie sich an hochstufige Hexer, die mindestens Level 30 erreicht haben. Im New Game Plus entsprechend sogar noch deutlich höher.

The Witcher 3: Hearts of Stone : Schau mir in die Augen, Geralt: Maurice wird in der Lobby vom Hexer begrüßt.

Zu Besuch bei CD Projekt
Schau mir in die Augen, Geralt: Maurice wird in der Lobby vom Hexer begrüßt.

Wer noch nicht soweit ist, aber trotzdem direkt mit der Geschichte von Hearts of Stone loslegen will, startet vom Hauptmenü aus ein eigenständiges neues Addon-Spiel. Dann kriegen wir einen frischen Geralt der Stufe 32 mit solider Ausrüstung und stürzen uns direkt in Hearts of Stone. Die Story des Hauptspiels gilt hier bereits als abgeschlossen, aber wir können trotzdem die ganze Welt begehen, es warten noch alle Nebenquests und eben die neuen Aufgaben der Erweiterung.

Die finden größtenteils in einem neuen Landstrich nordöstlich von Novigrad statt, der sich nahtlos an die bestehende Spielwelt anschließt. Ein völlig neues Gebiet auf der Weltkarte bietet Hearts of Stone nicht, das heben sich die Entwickler für die nächste Erweiterung Blood and Wine auf.

The Witcher 3: Hearts of Stone : Wo wir vorher ans Ende der Welt stießen, erkunden wir nun neue Gebiete. Wo wir vorher ans Ende der Welt stießen, erkunden wir nun neue Gebiete.

Hearts of Stone erweitert die Welt dafür noch an einigen anderen Stellen, etwa gibt es einen kleinen neuen Küstenabschnitt im Süden von Novigrad sowie einige Quests in Oxenfurt, die dort in bislang nicht begehbare Abschnitte wie die Kanalisation führen - auch wenn die nicht dauerhaft offen bleiben, sondern auf bestimmte Missionen beschränkt sind. Insgesamt sind die Zusatzgebiete größer als Novigrad, aber kleiner als Ard Skellig. Für zehn Euro völlig in Ordnung, finden wir, geben Plötze die Sporen und reiten los zur ersten Quest.

Der Räuberbaron und der Spiegelmeister

Bevor wir davon mehr erzählen, ist eine Spoilerwarnung angebracht: Wir können schwer über die Geschichte sprechen, ohne zumindest die Ausgangslage zu verraten. Wer auch die lieber komplett unvorbereitet erleben will, überspringt die folgenden Absätze einfach. Alles, was wir darin beschreiben, gehört aber noch zur Einleitung von Hearts of Stone.

Warnung: der folgende Absatz enthält Spoiler

Die geht ganz unscheinbar los: Adelsmann Olgierd von Everec bestellt uns in sein Anwesen und braucht Hexerhilfe, um ein Monster in der Kanalisation von Oxenfurt loszuwerden. Ein völlig normaler Hexerauftrag also - nur ist Olgierd kein normaler Auftraggeber. Schon vor dem ersten Treffen warnt uns einer seiner Diener, dass er sich nur mit uns abgeben wird, wenn wir sein Interesse wecken können. Der Adelsmann jagt immer neuen, immer spannenderen Erfahrungen hinterher. Ob die auf Kosten anderer gehen, ist ihm dabei herzlich schnuppe.

So kommt, es wie es im Story-Sinne kommen muss: Er haut uns beim Auftrag übers Ohr und das Haus, in das er uns bestellt hat, ist gar nicht sein eigenes. Er hat es sich einfach mit seiner Räuberbande unter den Nagel gerissen und brennt es im Zuge einer leicht außer Kontrolle geratenen Orgie schließlich nieder. Geralt findet das hexer-naturgemäß gar nicht komisch. Es kommt zum Duell, wir hacken dem verzogenen Rüpel den Kopf ab … woraufhin er uns applaudiert und sich seine Rübe ohne viel Federlesens wieder aufstülpt. Unsterblich ist er also auch noch!

Scheinbar als Resultat eines Pakts mit dem geheimnisvollen Gaunter O'Dim, der sich selbst der Spiegelmeister nennt. Den kennen wir sogar schon, er ist eine der ersten Figuren, die wir im Prolog des Hauptspiels in Weißgarten trafen. Sie wissen schon: Dieser komische Kerl, der überraschend viel über Yennefer weiß und uns auf ihre Spur bringt.

In Hearts of Stone hilft er Geralt erneut recht früh aus einer haarigen Situation, will diesmal aber eine Gegenleistung dafür. Er brennt dem Hexer ein magisches Mal ins Gesicht, bis dieser seine Schuld bezahlt hat. Und dafür müssen wir ihm bei einem Problem mit Olgierd helfen. Der zweite Teil ihres Pakts beinhaltet nämlich, dass Olgierd drei Wünsche erfüllt bekommt - erst dann darf O'Dim seinen Teil des Deals einfordern. Um das zu verhindern, stellt Olgierd drei scheinbar unmögliche Forderungen und wir dürfen's ausbaden.

The Witcher 3: Hearts of Stone
Mit der richtigen Verzauberung springt unser Igni-Brandeffekt von einem Gegner zum nächsten.

Neue Feinde, alte Freundin

Die Story ist deutlich weniger persönlich als die Suche nach Ciri. Geralt wird mehr oder weniger in den Konflikt hineingezwungen, ihm selbst könnte der Ausgang sonst eigentlich schnurz sein. Warum die Story trotzdem bestens unterhält? Weil O'Dim und Olgierd einfach zwei verdammt interessante Charaktere sind - charismatisch, geheimnisvoll und immer für ein paar denkwürdige Momente gut.

Olgierd wirkt zunächst wie ein Tunichtgut der übelsten Sorte. Er füllt die Langeweile seines unbegrenzten Lebens durch Raub, Mord und Brandschatzen, kümmert sich um nichts als die nächste Ablenkung. So scheint es jedenfalls. Immer wieder blitzt aber doch so etwas wie ein Ehrenkodex durch und wir tauchen im Lauf der Geschichte tiefer in seine komplizierte Vergangenheit ein. Ist er vielleicht doch kein so übler Kerl? Oder hat er zumindest gute Gründe für sein Verhalten?

O'Dim wiederum hat offensichtlich etwas für Geralt übrig. Aber an ihm ist ganz klar irgendetwas faul. Er weiß mehr, als er sollte, taucht an den unmöglichsten Orten auf und spielt mit übernatürlichen Kräften. Wie wir es von The Witcher 3 erwarten, tischt uns auch Hearts of Stone kein simples Gut gegen Böse auf. Wir müssen unsere eigene Meinung zu Charakteren bilden, die sich nicht so einfach in Schablonen pressen lassen.

The Witcher 3: Hearts of Stone : Lebemann, Räuberbaron, Unsterblicher: Olgierd von Everec füllt sein endloses Leben mit extremen Erfahrungen und denkt nur an sein eigenes Vergnügen – oder?

Die wichtigsten Figuren: Olgierd
Lebemann, Räuberbaron, Unsterblicher: Olgierd von Everec füllt sein endloses Leben mit extremen Erfahrungen und denkt nur an sein eigenes Vergnügen – oder?

Darunter aber keineswegs nur zwielichtige Halunken, sondern auch eine alte Freundin - Shani! Die rothaarige Schönheit kennen Serienveteranen bereits aus dem ersten Teil, dort war sie neben Triss Merigold eine von zwei möglichen Romanzen für Geralt. Seitdem hat sie an der Universität von Oxenfurt studiert, ihre eigene Arztpraxis aufgemacht und im Krieg gegen Nilfgaard an der Front im Lazarett gedient.

Wir treffen sie gleich auf der ersten Monsterjagd für Olgierd als Begleiterin eines Soldatentrupps, der hinter dem gleichen Ungetüm her war und gnadenlos vernichtet wurde. Trotzdem ein schönes Widersehen, denn Shani erweist sich als genauso hilfsbereit und liebenswert wie früher. Und ist Geralts Reizen auch diesmal nicht abgeneigt.