Thief 4: Dagger of Ways : Thief 4: Dagger of Ways hätte ein Reboot des ersten Teils werden sollen. Thief 4: Dagger of Ways hätte ein Reboot des ersten Teils werden sollen.

Zum Thema Thief ab 3,98 € bei Amazon.de Thief für 19,99 € bei GamesPlanet.com Das Thief-Reboot von 2014 stieß bei den Fans der originalen Thief-Spiele nicht unbedingt auf Gegenliebe. Ein anderes Reboot mit dem Titel Thief 4: Dagger of Ways hätte da vielleicht bessere Chancen gehabt. Der 2004 eingestellte Titel von Ion Storm Austin und Eidos wird aber wohl niemals erscheinen.

Eine anonyme Quelle vom Studio Ion Storm Austin sprach mit Eurogamer über ein großes Projekt an dem sie 2004 zusammen mit dem späteren Dishonored-Erfinder Harvey Smith gearbeitet haben. Dabei soll es sich um das Spiel Thief 4: Dagger of Ways gehandelt haben, ein Reboot mit einem modernen Setting im Stil von Splinter Cell.

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Trotz der vier im Titel soll das Spiel als Neuanfang der Serie in einem modernen Setting geplant gewesen sein. Der Stadt »The City« wollte das Team dafür einen völlig neuen Look verpassen, wie aus den veröffentlichten Pitch-Dokumenten hervorgeht.

»Das ist nicht das unverkennbare Setting früherer Thief-Spiele. Das ist die moderne Welt bei Nacht mit stilisierten Elementen. Eine Mischung aus New York, Los Angeles, Boston und anderen amerikanischen Städten. Die Spielumgebung wird über erkennbare Elemente der modernen Gesellschaft verfügen wie verfallenen Lebensmittelläden oder düsteren Hinterhöfen.«

Die Geschichte sollte ihren Schwerpunkt dabei auf Geheimkulte setzen. So soll sich die Organisation »The Keepers« mehr und mehr zum Kult gewandelt haben, weshalb Garretts Eltern versuchten zu fliehen und dabei spurlos verschwanden. Meisterdieb Garret versucht später das Gleiche, muss aber seine Schwester zurücklassen, die zur Keeper-Agentin ausgebildet wird und ihn später jagt.

Dagger of Ways setzt ein paar Jahre später ein und soll vor allem den Konflikt zwischen der Partei der Openers, die als neue Kraft auftreten und der geschwächten Kirche thematisieren. Die Spielwelt soll dabei gleichzeitig düster und durch Neonbeleuchtung und Mondlicht, dennoch stimmungsvoll und farbenfroh daherkommen.

Jedoch stand das Projekt unter keinem guten Stern. So lässt der Wechsel im Setting vermuten, dass der Publisher Eidos darauf abzielte, Thief kommerzieller zu machen. Die Quelle von Ion Storm Austin betont zwar, es sei der Wunsch des Studios gewesen, Eidos habe ihnen aber später viele Steine in den Weg gelegt. So seien viele neue und ambitionierte Ideen des Teams schnell verworfen worden. Darunter auch das Konzept der übernatürlichen Wraith-World in die Garrett mithilfe des namensgebenden Dagger of Ways wechseln kann.

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Diese Welt hätte dann neue Lösungsansetze für Probleme in der realen Welt geboten, aber auch dunkle und übermächtige Bedrohungen mit sich gebracht. Außerdem sollte Garrett mithilfe des Dolches eine Geisterform annehmen und sogar Feinde umgehen können. Eidos wollte angeblich jedoch lieber ein realistisches Setting.

So fällt auf, dass das Pitch-Dokument von einem Stealth-Spiel mit übernatürlichen Elementen spricht und damit klar der internen Beschreibung von Eidos widerspricht, die Thief 4 als realistischen Shooter mit taktischem Kampf bezeichnet. Auch die angegebenen 6,6 Millionen Dollar Budget scheinen äußerst wenig für Ion Storm Austins ambitioniertes Projekt.

Als Harvey Smith das Studio verlässt, folgt schließlich der Bruch. Hinzu kam, dass Eidos aufgrund der beiden finanziellen Misserfolge Thief: Deadly Shadows und Deus Ex: Invisible War, schnell einen erfolgreichen Titel brauchte. Das Team soll der Quelle zufolge danach gebrochen gewesen sein, weshalb das Spiel wenig später eingestellt wurde. Smith hingegen begann kurz darauf, an Dishonored zu arbeiten, das einige Parallelen zu Dagger of Ways aufwies.

Unter Square Enix versuchte sich Eidos später erneut an einem Thief-Reboot, das jedoch, wie eingangs erwähnt, kaum gutes Feedback erhielt. Der anonymen Quelle zufolge scheiterte auch dieses Reboot daran, dass Eidos nur an Geld interessiert war und sich angeblich nie Gedanken über die Spiele dahinter gemacht hatte.