Total War: Rome 2 - PC

Echtzeit-Strategie  |  Release: 03. September 2013  |   Publisher: Sega

Total War: Rome 2

»Wir wollen Gegner, die sich wie echte Menschen anfühlen!«

Wir haben mit dem Lead Designer James Russell über die KI von Total War: Rome 2 gesprochen. Bekommt Creative Assembly das alte Sorgenkind der Serie diesmal hin?

Von Michael Graf |

Datum: 27.09.2012


Ob es wohl diesmal klappt? Wir haben beim Entwickler Creative Assembly nachgehakt, ob denn die künstliche Intelligenz in Total War: Rome 2 endlich besser funktioniert, als in den oft dafür kritisierten Vorgängern. Der Lead Designer James Russel hat uns „freiwillig“ geantwortet.

Total War: Rome 2 : Mit, nun ja, neuartigen Interview-Methoden entreißt Michael Graf dem Lead Designer James Russell die Geheimnisse von Rome 2. Mit, nun ja, neuartigen Interview-Methoden entreißt Michael Graf dem Lead Designer James Russell die Geheimnisse von Rome 2.

GameStar: Wir stellen gleich die Total-War-Gretchenfrage: James, wie hältst du’s mit der KI, dem alten Sorgenkind der Serie?

James Russell: Oh, wir haben da einiges vor!

GameStar: Wenn wir jedes Mal einen Euro bekämen, wenn ihr das versprecht, könnten wir inzwischen im Alleingang die spanischen Banken retten.

James Russell: Aber wir haben nun mal große Pläne, an der KI arbeiten mehr Entwickler als jemals zuvor. Das beginnt schon bei den Computergegnern auf der Strategiekarte, die früher zwei getrennte Systeme für Diplomatie und Expansion nutzten.

GameStar: Die KI konnte mir also den Krieg erklären, selbst wenn sie eigentlich mein Freund war?

James Russell: Nicht ganz so krass, denn die beiden Systeme kommunizierten ja miteinander. Da sagte dann etwa die Expansions-KI: »Hey, die Provinz da drüben könnten wir brauchen, da gibt’s wertvolle Rohstoffe!«, woraufhin die Diplomatie-KI antwortete: »Aber wir sind doch mit den Jungs befreundet, da dürfen wir nicht angreifen!« Das hat funktioniert. In Rome 2 wollen wir die Systeme trotzdem vereinen, damit die Diplomatie noch nachvollziehbarer wird. Dadurch sollen sich die computergesteuerten Fraktionen wirklich wie echte Menschen anfühlen, die beispielsweise einen Groll gegen dich hegen, weil du sie mal verraten hast. Danach richten die Völker dann ihre Aktionen aus.

GameStar: Das war früher ja ähnlich.

James Russell: Richtig, nur sollen die Spieler diesmal besser verstehen, warum die KI welche Entscheidungen trifft. Dieses »Warum« ist überhaupt die Kernfrage: Warum will ein anderes Volk partout nicht mit mir handeln? Warum greift mich die KI an, obwohl ich ihr zuvor Tribut für einen Friedensvertrag bezahlt habe? Letzteres könnte beispielsweise daran liegen, dass der Gegner eine bestimmte Provinz unbedingt erobern will - solche Details kann man unter anderem durch Spionage herausfinden. Zudem wird es Textmeldungen geben wie: »Danke, erbärmlicher Römer, dass du mit deinem Gold unsere Armeen finanziert hast, die nun deine Städte erobern!« Das soll der KI insgesamt mehr Glaubwürdigkeit und Persönlichkeit verleihen.

GameStar: Persönlichkeit ist das eine, Intelligenz das andere. Wir erinnern uns, dass wir feindliche Armeen im ersten Rome komplett mit Katapulten aus dem Weg räumen konnten, weil die Soldaten bei Beschuss einfach stehen blieben.

James Russell: Oh Gott, ja, beim Fernkampf hatte Rome große Probleme. Seit Empire haben wir allerdings sehr viel mehr Erfahrung mit Auseinandersetzungen auf Distanz gesammelt. Ihr könnt davon ausgehen, dass die Feinde diesmal auf Beschuss reagieren. Wobei ich noch kurz anmerken möchte, dass sich Katapulte nicht wirklich dazu eigenen werden, feindliche Truppen zu dezimieren - dafür feuern sie viel zu ungenau. Man sollte sie dafür einsetzen, Stadtmauern zu schleifen, für Attacken auf Menschen gibt’s präzisere Waffen wie Ballisten.

GameStar: Mal unabhängig davon, wer oder was da schießt: Wäre es möglich, dass feindliche Soldaten zurückweichen, wenn sie ein Geschoss auf sich zu fliegen sehen?

James Russell: Klar! Und nicht nur der Feind kann ausweichen, das wäre auch bei deinen eigenen Truppen möglich.

GameStar: Aber wäre das nicht ein Kontrollverlust für den Spieler, wenn seine Jungs automatisch wegrennen, weil sie Angst haben, getroffen zu werden?

James Russell: Ich denke nicht, dass sich das wie ein Kontrollverlust anfühlen würde. Es wäre eher eine Komfortfunktion, man will ja nicht ständig einzelne Legionen hin und her schieben. Außerdem würde es die Schlachten lebendiger und glaubwürdiger machen. Man befehligt da nun mal keine Mordroboter, sondern menschliche Soldaten, die auch menschliche Reaktionen zeigen sollen.

GameStar: Zum Beispiel?

James Russell: Zum Beispiel zucken sie zusammen, wenn ein Kamerad neben ihnen von einem Pfeil durchbohrt wird. Generell sollen die Kämpfer ihre Umgebung viel besser wahrnehmen und dadurch viel nachvollziehbarer auf das Schlachtgeschehen reagieren. Das ist unsere größte KI-Herausforderung.

Total War: Rome 2
Hannibals punische Infanterie ist ein farbenfroher Haufen und kämpft nach Art der hellenischen Hopliten.

GameStar: James Russell Überarbeitet ihr in dieser Hinsicht auch das Moralsystem?

James Russel : Das ist nicht unsere größte Baustelle. Wir wissen aber, dass das Moralsystem in Shogun 2 seine Macken hatte, Heere flohen gerne mal zu früh. Solche Kanten feilen wir ab.

GameStar: Eine deutlich größere KI-Baustelle dürfte die Zusammenlegung von Land- und Seeschlachten eröffnen. Schließlich müsst ihr dem Gegner beibringen, dass er mit Schiffen plötzlich auch Landtruppen bekämpfen kann - und umgekehrt. Von Belagerungen und Strand-Invasionen direkt in der Echtzeit-Schlacht ganz zu schweigen.

James Russel: Stimmt natürlich, wir haben einiges an Arbeit. Aber ich bin der Meinung, dass wir da auch schon in den Vorgängern spürbare Fortschritte gemacht haben, die Belagerungen in Shogun 2 funktionierten besser als die in Empire.

GameStar: ...aber bei Weitem nicht perfekt.

James Russel: Gut, ja, aber wir arbeiten nun mal daran, uns immer weiter zu verbessern. Und wenn wir dabei keine Risiken eingehen würden, dann hätten wir uns einfach nicht genug angestrengt.

GameStar: Ein schönes Schlusswort! James, vielen Dank für das Gespräch.

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Avatar Teres
Teres
#1 | 27. Sep 2012, 11:33
Also in Shogun 2 sind die Feindlichen Truppen aber auch schon aus der Formation gebrochen, wenn man die Schiffsartillerie auf sie angesetzt hat. Nur bei den "normalen" Kanonen hat das nicht ganz geklappt, aber ich bin gespannt, wie sie das alles umsetzten. Ich freue mich auf Rome 2:)
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Avatar Teralios
Teralios
#2 | 27. Sep 2012, 11:37
Na mal sehen, wie gut sie zurecht kommen. Ich hab einmal nur an einer "einfachen" KI mitarbeiten dürfen, die Bilder auswertet nach Tumoren, was schon komplex war, aber eine KI die nachvollziehbar reagiert, also gute und auch schlechte Entscheidungen trifft, wie ein Mensch eben, ist sowas von schwer.

Ich hoffe mal, dass sie die größeren Schwachpunkte eliminieren können. Auf die perfekte KI hoffe ich aber nicht, das wäre utopisch. Und auf eine Fehlerfreie KI kann ich verzichten, denn die wäre "unbesiegbar" ;)
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Avatar -Razor
-Razor
#3 | 27. Sep 2012, 11:38
Künstliche Intelligenz, Physik und gutes Leveldesign sind die drei wichtigsten Faktoren die heute bei den Spielen wegen Grafik, Präsentation und "Realismus" meistens zu sehr vernachlässigt werden. Schön dass die Entwickler dran arbeiten, ich spiele die Total War-Reihe seit vielen Jahren und freu mich besonders wegen dem Setting und den Neuerungen auf Rome 2.
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Avatar Zedek
Zedek
#4 | 27. Sep 2012, 11:38
Also dieses Interview hätte genauso zu einem anderen Teil als Rome 2 gehören. Die erzählen jedes mal das selbe aber am Ende sehe ich nicht wirklich einen Unterschied.
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Avatar DerDoktory
DerDoktory
#5 | 27. Sep 2012, 11:39
Ich freu mich riesig auf das Spiel und sie scheinen auch echt gute Ideen zu haben ABER: Sie hatten bisher immer solche Ankündigungen bei der KI, ich kann es einfach nicht glauben bis ich es mit eigenen Augen sehe.

Daher wird Rome 2 wohl ziemlich sicher wieder ein gutes Total War aber bestimmt mit einigen KI Macken
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Avatar Justgaming
Justgaming
#6 | 27. Sep 2012, 11:43
Sehr gut Gamestar, ruhig mal ein bisschen bedrängen und hinterfragen.

Ich will einfach ne KI die ne Herausforderung bietet.
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Avatar blue_monkey
blue_monkey
#7 | 27. Sep 2012, 11:51
Ich freu mich derbe drauf, wie vor jedem Total War - KI hin oder her!
Hoffentlich behalten sie die EGO-Ansicht bei, beim Feuern von Katapulten oder Ballisten:)
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Avatar hungrigerhugo
hungrigerhugo
#8 | 27. Sep 2012, 11:59
Dieser Kommentar wurde ausgeblendet, da er nicht den Kommentar-Richtlinien entspricht.
Avatar Theedee
Theedee
#9 | 27. Sep 2012, 12:08
Die Ki in Shogun 2 war so grottenschlecht das ich nach einer gewonnenen Kampagne das Spiel seitdem nicht mehr anrühre. Und zwar sowohl in der Diplomatie als auch vor allem in den Belagerungsschlachten. Bei letzteren lief immer das selbe dumme Script durch das man nach 2 Runden so einfach kontern konnte das selbst Armeen mit 3 facher Übermacht selten ein Problem waren. Zur Not hat man einfach gewartet bis die Zeit abgelaufen ist weil die übriggebliebene Armee des Gegners es nicht gepackt hat die Mauern hochzuklettern wenn man wusste wie man sie davon abhält. Ich meine ich habe eine Schlacht mit einer Fullstack-Armee in einer Level 1 Burg mit kaputten Toren gegen 3 Fullstack Armeen des Gegners gewonnen, mit Leichtigkeit.
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Avatar heidl
heidl
#10 | 27. Sep 2012, 12:08
lool
es liest sich so, als sagte russel den letzten teil:

James Russell Ein schönes Schlusswort! James, vielen Dank für das Gespräch.

witzig ^^
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Details zu Total War: Rome 2

Plattform: PC
Genre Strategie
Untergenre: Echtzeit-Strategie
Release D: 03. September 2013
Publisher: Sega
Entwickler: Creative Assembly
Webseite: http://www.totalwar.com/en_us/...
USK: Freigegeben ab 12 Jahren
Spiele-Logo: Download
Leserinteresse:
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