Sanctuary, also Heiligtum, heißt das riesige, leicht verfallene Gebäude, aber darin ist uns nichts heilig, schon gar nicht die sonst so hochgeschätzten Kollegen. Im Gegenteil! Die werden gnadenlos niedergehämmert. Ihnen wird giftiger Grünschleim ins Gesicht gepumpt, werden Kugeln zwischen die Rippen geschossen und Raketen vor die Füße gejagt. Wir sind ja auch nicht zum Wettbeten hierher gekommen, sondern zum Wettschießen, genauer: zum Deathmatch.

Tod dem Klinge, dem Siegismund, dem Schmidt, dem Matschijewsky, dem Visarius! Ach, allen! Wo liegt gleich wieder der Redeemer? Wir haben’s ausgiebig getestet und können mit Fug und Recht behaupten: Kaum hat man das Spiel gestartet, sich in eine Partie eingeklinkt, sich an Geschwindigkeit, satten Farben und an den ersten Abschüssen berauscht, kann man einfach nicht mehr aufhören mit Unreal Tournament 3.

Spiel mit Geschichte

Das erste Unreal Tournament von 1999 (hierzulande indiziert) war neben Quake 3: Arena und der Half-Life-Modifikation Counter-Strike der Titel, der das Clanwesen weltweit ins Rollen brachte. Den Entwicklern Epic und Digital Extremes gelang es damals auf Anhieb, durch ihren wunderschönen, einfach zu spielenden, aber hart zu meisternden Multiplayer- Shooter gigantische Spielerzahlen zu mobilisieren. Noch heute spielt man in Ligen den tollen Capture-the-Flag-Modus des uralten UT 99, wie es zur Abgrenzung von den Nachfolgern mittlerweile genannt wird.

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Apropos Nachfolger: UT 2003 und UT 2004 konnten trotz neuer Spielmodi und besserer Grafik nicht so recht an den Erfolg von Teil 1 anknüpfen. Das hatte allerdings weniger mit der Qualität der Programme zu tun als vielmehr mit der Tatsache, dass die Konkurrenz längst deutlich härter geworden war. Andere Titel wie die Battlefield-Reihe, das mittlerweile von Valve vertriebene Counterstrike, Call of Duty oder Operation Flashpoint schöpften Spieler ab und läuteten die Erfolgswelle der semi-realistischen Programme ein – die noch immer anhält. Insofern ist Unreal Tournament 3 durchaus ein Wagnis, steckt in dem Titel doch alles, nur kein Realismus. Und gerade deswegen ist das Spiel so erfrischend – obwohl Epic nur sehr dezent in das aus den Vorgängern bekannte Konzept eingegriffen hat.