Blizzard vs. Bossland : Gold-Farmer in World of Warcraft sind stinksauer: Sie fühlen sich vom Cheat-Produzenten Bossland verraten, Blizzards Anti-Cheat-Maßnahmen erkennen die teure Software. Gold-Farmer in World of Warcraft sind stinksauer: Sie fühlen sich vom Cheat-Produzenten Bossland verraten, Blizzards Anti-Cheat-Maßnahmen erkennen die teure Software.

Zum Thema WoW: Legion ab 26,80 € bei Amazon.de Neue Probleme für den deutschen Cheat-Produzenten Bossland: Nachdem das Unternehmen aus Zwickau erneut vor Gericht gegen Blizzard verlor, droht nun auch Ärger mit der eigenen Community. Das offizielle Forum ist Seiten über Seiten voll mit Kritik, Schuld ist eine Ende Januar durchgeführte Bannwelle gegen Benutzer des Bots »Honorbuddy« für World of Warcraft. Der erledigt im Spiel ohne Eingaben des Spielers Aufgaben automatisch.

Besonders ärgerlich für die »Kunden«: Bossland hatte das Bezahlmodell von Honorbuddy kurz zuvor umgewandelt. Statt eines lebenslangen Rechts auf Updates müssen die Cheater nun regelmäßig eine neue Version bestellen, Abos können maximal für zwei Jahre abgeschlossen werden. Damit war die Situation angespannt, viele User haben nur Tage nach der Verlängerung des Cheat-Abos einen Bann erhalten.

Hier ein paar Zitate aus dem Bossland-Forum

  • »Dieser Bot ist tot! Könnt ihr einen Bot für Rocket League machen?«

  • »Der Bot kann entdeckt werden. Die Firma ist moralisch bankrott. Die Bannwellen kommen in immer kürzeren Abständen.«

  • »Was bin ich für ein Idiot. Ich habe gerade ein Abo über ein Jahr abgeschlossen, dann habe ich eine Meldung vom Programm erhalten, die mich hier ins Forum geführt hat. Nur um die Nachrichten hier zu lesen. Oh mein Gott.«

  • »Es sieht so aus, als ob sie den Bot komplett umschreiben müssten. Blizzard hat ihn dieses Mal sehr schnell entdeckt und sogar unauffällige Bot-Nutzer wurden gebannt. Mir wurde ein komplett neues Konto ebenfalls gesperrt, ich hatte damit kaum etwas gemacht. Da waren die 100 Dollar wohl für die Katz (Schlüssel für Cheat, WoW: Battle Chest und Legion).«

  • »Ich glaube für mich ist es Zeit, dass ich das Handtuch werfe. In den letzten 6 Monaten habe ich über 30 Legion-Accounts verloren. Ich kenne das Risiko, aber ich sollte in der Lage sein, mit dem Verkauf gesammelter Kräuter einen neuen Account zu bezahlen.«

  • »Nach 5 Jahren der Bot-Nutzung ist es endlich passiert, sie haben mich erwischt. Ich habe diesen Account für 5 Jahre gehabt, Bots nur ab und zu benutzt und war immer unauffällig.«

  • »Was mir Sorgen bereitet ist, dass zu dieser Bannwelle nur 252 Leute im Forum online sind. Das letzte Mal hatten wir fast 1.500. Was für ein immenser Rückgang, falls das ebenfalls für den Rückgang der Nutzerzahlen spricht.«

  • »Wow, ich wurde für 18 Monate gesperrt und bin etwas verärgert, aber ehrlich gesagt nicht komplett am Boden. In letzter Zeit habe ich eh nicht viel gespielt, nach zehn Jahren wird das Spiel langsam fad. Witzigerweise habe ich den Cheat nur einmal angemacht, um den ausgeteilten Schaden zu vergleichen, na toll.«

  • »Damit war es das für mich. Ich habe WoW seit 2006 gespielt und war bis 2013 Hardcore-Raider, bis ich das Nutzen von Bots für mich entdeckt habe. Nach dem Verlust meines Hauptkontos und 3 weiteren Accounts werfe ich das Handtuch.«

  • »Das Gute ist: Bis mein temporärer Bann im August 2018 endet, dürfte Star Citizen mittlerweile erschienen sein. Dann kann ich meine Freizeit da reinstecken.«

Derzeit ist laut Bossland nicht ersichtlich, wie Blizzard den Cheat entdecken konnte. Da die Nutzer an unterschiedlichen Tagen Ende Januar den Cheat verwendet hatten und Bans über mehrere Tage verteilt wurden, ist das Chaos besonders groß.

Bossland hat bislang zwei von drei Gerichtsverhandlungen vor dem Bundesgerichtshof verloren, Blizzard hat zudem in den Vereinigten Staaten und Großbritannien Klage eingereicht. Es ging um den Bruch des Urheberrechts bei der Produktion von Bots, sowie dem wettbewerbswidrigen Vertreiben von Bots. Mehr zu den jüngsten Urteilen und ihrer Bedeutung für Cheats und Bots im Allgemeinen gibt es in unserem Report, der Link findet sich unterhalb.

Anwalt im Interview: Das bedeuten die Urteile gegen Bossland