World of WarCraft: Wrath of the Lich King - PC

Online-Rollenspiel  |  Release: 13. November 2008  |   Publisher: Vivendi Games

Kolumne: »Kopfschütteln über 2008«

Ein Blick zurück von Christian Schmidt

Ein Blick zurück von Christian Schmidt

Von Christian Schmidt |

Datum: 19.12.2008


»Kopfschütteln über 2008« : "World of Warcraft liegt im PC-Markt wie ein schwarzes Loch, dass gigantische Mengen an Zeit und Geld aufsaugt." "World of Warcraft liegt im PC-Markt wie ein schwarzes Loch, dass gigantische Mengen an Zeit und Geld aufsaugt." Irgendjemand muss es ja aussprechen: 2008 war kein gutes Jahr für PC-Spiele.

Um 17% sind die Verkaufszahlen von PC-Spielen in den ersten neun Monaten 2008 in Deutschland eingebrochen. Da fehlt natürlich noch das wichtige Weihnachtsquartal, aber selbst damit ist absehbar, dass der PC-Markt -- genau wie letztes Jahr -- weiter schrumpfen wird.

Wo sind die Spieler hin? Ein Teil wechselt zu den Konsolen, deren Verkäufe nach wie vor rapide wachsen, ein nicht zu unterschätzender Teil vor allem der jungen Spieler hängt inzwischen in (pseudo-)kostenlosen Browser-Spielen. Und dann ist da World of Warcraft.

Weit über 400.000 Mal hat sich das Addon Wrath of the Lich King hierzulande verkauft. Es steht damit auf Platz 1 der deutschen Jahresverkaufscharts 2008. Auf Platz 2 folgt World of Warcraft, auf Platz 3 World of Warcraft: Burning Crusade. Danach kommt lange nichts. Man muss die Gesamtmenge der nächsten fünf erfolgreichsten PC-Spiele 2008 zusammenzählen, um allein auf die 380.000 Stück zu kommen, die Wrath of the Lich King in einer Woche umgesetzt hat.

Vor zehn Jahren sprangen Spitzenspiele auf dem PC aus dem Stand über die 100.000er-Hürde, erst dann galten sie aus Erfolg. 2008 schafft es ein Far Cry 2 mit Ach und Krach über die 60.000. Kein einziges PC-Spiel, das 2008 neu erschienen ist, hat in Deutschland 100.000 Stück verkauft, auch GTA 4 nicht. Außer dem Lich King.

World of Warcraft liegt im PC-Markt wie ein schwarzes Loch, dass gigantische Mengen an Zeit und Geld aufsaugt.

Das ist das eine Problem. Das andere, womöglich gravierendere lautet: Die meisten großen Spielehersteller nehmen den Kernmarkt auf dem PC nicht mehr sonderlich ernst. Wohlgemerkt, den Kernmarkt -- bei Gelegenheitsspielen, Browserspielen, Online-Rollenspielen wollen alle gern dabei sein. Aber die klassischen Vollpreis-Titel werden auf dem PC zweitrangig. Diese bittere Erkenntnis drängte sich Spieler 2008 in doppelter Hinsicht auf.

Zum einen erscheint ein wachsender Anteil wichtiger Spiele inzwischen zuerst auf den Konsolen und erst mehrere Monate später auf dem PC -- Assassin’s Creed, Mass Effect, Grand Theft Auto 4 sind nur drei Beispiele. Konsolenbesitzer können jetzt schon Mirror’s Edge oder Endwar spielen, auf dem PC erscheinen sie erst nächstes Jahr. Schuld wären die Raubkopien, sagen die Hersteller, die Konsolen seien sicherer (mehr zum Thema lesen Sie in einem siebenseitigen Hintergrundreport in GameStar-Ausgabe 02/09, die am 23. Dezember erscheint).

Zum anderen wird 2008 als ein Jahr eklatanter Kundenfeindlichkeit in Erinnerung bleiben – das Jahr, in dem sich die Online-Freischaltung etabliert hat, in dem man von nun an mitzählen muss, wie oft man ein Programm schon installiert hat, in dem sich immer höhere Zugangshürden vor den Spielstart legen.

Und, nicht zu vergessen, Bug-Müllhalden wie Stalker: Clear Sky oder Gothic 3: Götterdämmerung, die man nicht mehr für möglich gehalten hätte; die man als Publisher sich nur dann in einem solchen Zustand veröffentlichen traut, wenn man keinen Funken Respekt vor der Kundschaft mehr hat. Als Vorweihnachtshammer gab’s dann noch ein Grand Theft Auto 4, das auf der Hälfte aller PCs nicht oder nicht angemessen funktioniert. Auf den Konsolen ist so etwas undenkbar, auf dem PC Alltag.

Insofern wird 2009 spannend werden, vielleicht ein Scheideweg. Nach wie vor sind viele großartige Spiele für den PC angekündigt, viele davon exklusiv -- Dawn of War 2 zum Beispiel, Dragon Age, Starcraft 2. Aber die Firmen werden sich entscheiden müssen, was sie ihren Kunden zumuten; und die Kunden, was sie sich zumuten lassen. Davon wird mit abhängen, wie sehr der PC in Zukunft seine Stärken als flexibelste, offenste, kreativste und mächtigste Spieleplattform der Welt ausspielen kann.

Wenn dann noch die Server von World of Warcraft explodieren, wird alles gut.

(Hinweis: Die persönlichen Jahresrückblicke der GameStar-Redakteure und -Redakteurin können Sie ab nächster Woche auf unserer Website lesen!)

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Avatar Lasstmichdurch
Lasstmichdurch
#1 | 19. Dez 2008, 11:04
Ein gutes Jahr!
Ist es doch ein Exempel für die Hersteller/Publisher wie gut Ihre Kopierschutzmechanismen die Verkäufe ankurbeln...
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Avatar NashBen
NashBen
#2 | 19. Dez 2008, 11:10
"Wenn dann noch die Server von World of Warcraft explodieren, wird alles gut."

Ein wunderbares Schlusswort! ;)


Eine sehr schöne Kolumne, die mir aus dem Herzen spricht - ich beobachte diese Entwicklung auch mit Sorge. Zu sehr bin ich in den letzten Monaten als PC-Spieler enttäuscht worden. Aber wechseln zur Konsole? Werde ich nicht.
Zum Glück gibts da noch Perlen wie Fallout 3 und GTA 4 (Maus + Tastatur-Steuerung!!!) - welche beide (glücklicherweise) bei mir ohne Probleme liefen.
Aber leider nicht bei allen...


Christian, du hast noch einige Rechtschreibfehler im Text - schau nochmal drüber in ner freien Minute. ;)

lG
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Avatar Rizzo_the_Spacerat
Rizzo_the_Spacerat
#3 | 19. Dez 2008, 11:19
Ich gebe zu das ich einer dieser Menschen bin der sich durech WoW dazu hat verleiten lassen nur noch dieses eine Spiel zu spielen.

Ok Sins of a Solar empire war für mich noch ein Lichtblick, weil ENDLICH mal wieder ein gutes SciFi RTS Spiel auf dem Markt war, das mich fesseln konnte, dieses Genre wird schon seit langem nicht mehr bedient, zu schade das es ewig gedauert hat das das Spiel in deutschland nen publischer gefunden hat und hier erhältlichwar.

Call of Duty 4 war auchder wahnsinn, fesselnd von Sekunde bis zur letzten, allerdings 50€ für gerade mal 10h zu bezahlen fand ich ziemlich heftig, da mich der Multiplayer part nicht anspricht.

und das wars auch schon, sonst hab ich meine zeit am Pc mit Instanzgängen, raiden, bissel PvP, twinken oder sonstigen lustigen sachen mit der Gilde vertrieben. Mittlerweile glaub ich auch dran, das WoW für die Brance ansich nix gutes ist, für Blizzard aber halt dei goldgrube schlechthin. Frage ist obs jemand besser macht. GTA4, sau geil wollt ichmir sofort kaufen, dann sehe ich berichte über bugs, online aktivierungen und zwangsaccounts bei Windows L!ve, ähnliche drangsalierungen bei anderen spielen die ich mir ohne weiteres gekauft hätte, nur nachdem die bugs behoben waren und die online aktivierungen flüssig liefen, hatte sich meine euphorie für das jeweilige spiel bereits beruhigt udn ich hab lieber weiter WoW gespielt............

Sry aber ich wär mal wieder für nen Bugfreies spiel was richtig spaß macht (wie CoD 4) und was bugfrei ist und ich einfach installieren muss und loslegen kann und ned noch auf ewigen verschissenen accounts rumdödeln muss.
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Avatar Pommespanzer
Pommespanzer
#4 | 19. Dez 2008, 11:43
Oh man.... kanns sein, das WoW jetzt erst boomt?
Die ersten drei Plätze für ein Spiel! Wirklich nicht schlecht :)

Zu den Flops dieses Jahr (darunter auch GTA 4): Tja, selber schuld. Wären die Firmen nicht so bescheuert, könnten sie Qualität auf den Markt bringen. Das schnelle Geld bringst hoffentlich nicht mehr lange. Ein Spiel muss auf lange Sicht und für die Zukunft gut sein. Nur so sichert man sich auch Kunden für die Zukunft. Aber das geht in manche Geschäftsführer-Idioten-Köpfe einfach nicht rein... hauptsache der Porsche ist länger als der eigene Schwanz.

Jedenfalls: Mal schauen, wie es nächstes Jahr aussieht.
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Avatar rolitheone
rolitheone
#5 | 19. Dez 2008, 11:48
WoW, die Geißel der Menschheit
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Avatar Morchant
Morchant
#6 | 19. Dez 2008, 12:04
Sollen die Entwickler halt anständige, gut programmierte Titel auf den Markt bringen, wenn sie Geld verdienen wollen. Auch wenn viele Leute es nicht zu geben wollen, der Erfolg von WoW kommt nicht von ungefähr. Genau genommen kommt der Erfolg von allen Blizzardtiteln nicht von ungefähr. Ich weiss nicht was daran so schwer zu kapieren ist: Gutes Spiel, gutes Geld. Traurig ist, wie das Spiel von Usern fertig gemacht wird. Da leistet ein Entwickler mal anständige Arbeit und dann sowas.

Könnt ihr sagen was ihr wollt, sowas wie G3 Götterdämmerung oder Stalker würde Blizzard in 1000 kalten Wintern nicht releasen.
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Avatar Bobbin
Bobbin
#7 | 19. Dez 2008, 12:05
Dragon Age ist im übrigen auch nicht mehr PC-exklusiv. Dass die Konsolen dem PC den Rang ablaufen, zeigt sich nicht zuletzt an Fallout 3, welches sich auf dem PC mit Abstand am schlechtesten verkauft hat. Das große Problem des PCs ist, dass ihm der Fürsprecher fehlt, Microsoft ist ja leider an die 360 gebunden. Ansonsten wäre es ein leichtes, auch mal die Vorteile herauszustellen:

1. Jeder hat einen PC
2. Mods (Fallout 3 wird bspw. auf dem PC ein so viel besseres Spiel werden, siehe Oblivion)
3. Preis (teilweise bis zu 20-50% günstiger als die Konsolenversionen)

Darüber hinaus ist das Preis-/Leistungsverhältnis der PC-Hardware so gut wie nie.
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Avatar scalelll
scalelll
#8 | 19. Dez 2008, 12:06
Ein schöner Artikel!
Man kann den Giganten nicht helfen und man sollte auch kein Mitleid haben über diese lausigen Verkaufszahlen. Far Cry 2, 60.000 verkaufte PC Exemplare?

Schlechtes Spiel plus Abwertung des gehypten AAA Titels durch DRM auf CCC. Nicht jeder vesteht es. Der aufmerksame schon. Und so wie es aussieht gibt es doch noch sehr viele aufmerksame.
Danke dafür an die, die keine DRM verseuchten Spiele kaufen!
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Avatar Daedalus
Daedalus
#9 | 19. Dez 2008, 12:13
Ich kann einfach nicht nachvollziehen, wieso alle immer über WoW herziehen. Blizzard hat es einfach geschafft, DAS MMO zu programmieren! Man kann über die Eintönigkeit meckern, den schlechten Support undundund - übrig bleibt, dass dieses Spiel trotzdem auf der ganzen Welt Begeisterung hervorruft. Und mir ist ein ordentliches Bezahlmodell, für das ich auch was geboten bekomme tausendmal lieber als versteckte Zahloptionen, Gängelung durch begrenzte Installationen oder zigfaches Accountmanagement damit ich ein Singleplayer(!)-Spiel spielen "darf".

Man könnte es auch so betrachten, dass WoW einfach eine neue Zeit im PC-Spielemarkt eingeläutet hat und es ist wie es immer ist im Kapitalismus - der mit dem besten Preis/Leistungsverhältnis überlebt.

Mal ne kurze Aufzählung:

Crysis: 8 Stunden
Crysis Warhead: 4 Stunden
Call of Duty 4: 6 Stunden.


Sorry, dafür bezahle ich nicht mal eben 50 Euro!
Für 150 Euro kann ich genausogut fast ein ganzes Jahr WoW spielen.

Und mal als Ausklang zum Nachdenken: Als Diablo II rauskam haben auch Millionen von Spielern jahrelang fast nur dieses eine Spiel gespielt und keinen hats gestört...
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Avatar rashktah
rashktah
#10 | 19. Dez 2008, 12:18
Ein phantastischer Artikel.

Aber es kommt ja noch schlimmer: wenn man noch Beta-Perlen wie 'Age of Conan' oder das gnadenlos gefloppte 'Hellgate London' zum Text hinzurechnet, dann muss man einfach sehen, dass der PC-Markt derzeit mehr als krankt.

Ein Glück gibt es aber trotzdem noch Lichtblicke, wie zB 'Left 4 Dead' (auf dem PC viel besser als auf der XB360) oder 'Fallout 3' (durch Mods auf dem PC sicherlich weitaus wiederspielwerter als auf der Konsole).
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Details zu World of WarCraft: Wrath of the Lich King

Plattform: PC
Genre Rollenspiel
Untergenre: Online-Rollenspiel
Release D: 13. November 2008
Publisher: Vivendi Games
Entwickler: Blizzard Entertainment
Webseite: http://www.wow-europe.com/wrath
USK: Freigegeben ab 12 Jahren
Spiele-Logo: Download
Leserinteresse:
Platz 521 von 4485 in: PC-Spiele
Platz 40 von 183 in: PC-Spiele | Rollenspiel | Online-Rollenspiel
 
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