12 Jahre vor Oblivions Pferderüstung - The Elder Scrolls: Bethesda wollte Daggerfall und Morrowind als DLC verkaufen

Die findigen Geschäftsleute von Bethesda hatten bereits vor Erfindung des DLC-Konzepts eine Idee, wie man den ersten Teil der Rollenspiel-Reihe namens Arena nachträglich um neue Inhalte erweitern könnte - kostenpflichtig, versteht sich.

von Peter Bathge,
08.04.2019 12:10 Uhr

Die Welt von The Elder Scrolls: Arena sollte per DLC, beziehungsweise Modul erweitert werden - statt echter Fortsetzungen mit Daggerfall und Morrowind waren Addons geplant.Die Welt von The Elder Scrolls: Arena sollte per DLC, beziehungsweise Modul erweitert werden - statt echter Fortsetzungen mit Daggerfall und Morrowind waren Addons geplant.

Die moderne Erscheinungsform von DLC in Spielen als (zu anfangs reichlich unsinnigen) Download-Inhalt wurde von der berühmt-berüchtigten Pferderrüstung aus The Elder Scrolls 4: Oblivion geprägt. Entwickler Bethesda Game Studios und Publisher Bethesda Softworks gingen damit im April 2006 in die Geschichte ein. Allerdings hatten die Erfinder der Rollenspiel-Saga sogar schon zwölf Jahre vorher einen ähnlichen Gedanken für Content-Erweiterungen - beim Seriendebüt TES: Arena.

Dessen riesige Open World war satte acht Millionen Quadratkilometer groß und bildete theoretisch den kompletten Kontinent Tamriel ab. Doch Bethesda überlegte lange, die Morrowind-Gramfeste und Daggerfall auszulagern - und als separate Module zu verkaufen. Als DLC übers Internet wäre das 1994 schwierig geworden, vermutlich hätte man hier also den Vertriebsweg per Addon-Diskette gewählt.

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1993 bis 1994 war Vijay Lakshman Chef-Designer und Produzent von The Elder Scrolls: Arena, dem ersten Spiel der weltweit bekannten Reihe, die bald um einen sechsten Teil erweitert werden soll. 25 Jahre vor The Elder Scrolls 6 änderte Bethesda das ursprüngliche Design von einem partybasierten Gladiatoren-Actionspiel hin zu einem Open-World-RPG mit einem einzigen selbst erstellten Helden.

Für den großen Nostalgie-Report zum 25. Jubiläum von The Elder Scrolls sprach GameStar-Autor Harald Fränkel mit Lakshman. Und der verriet erstmals geheime DLC-Pläne für den Serienstart:

"Was viele nicht wissen: Meine ursprüngliche Vision war, Tamriel nur als Startwelt zu designen und diese wie bei D&D durch Module zu erweitern, also die Historie und die Mythologie zu vertiefen. Ganz oben auf der Liste standen die Gramfeste - die Hauptstadt Morrowinds - und die Region Daggerfall. In gewisser Weise waren wir damit der DLC-Idee voraus."

The Elder Scrolls: Arena - Screenshots ansehen

Letztlich kam es bekanntlich anders, zu weiteren eigenständigen Spielen nämlich. The Elder Scrolls 2: Daggerfall, gern Buggerfall genannt, erschien 1996, TES 3: Morrowind folgte sechs Jahre später. Teil 4 erhielt den Untertitel Oblivion, Release: 2006 samt Pferderrüstung-DLC. Und 2011 erschien der bislang letzte Part der Serie (The Elder Scrolls Online mal ausgenommen): Skyrim.

Aber halt! Die Vision wurde schließlich ja doch umgesetzt: In Elder Scrolls Online wird die Onlinewelt Jahr um Jahr um Gebiete erweitert, 2017 kam beispielsweise Morrowind dazu. Es hat 20 Jahre gedauert, aber die ursprüngliche Vision hinter der Erweiterung der Elder-Scrolls-Spielwelt wurde mit den richtigen Vertriebswegen doch noch umgesetzt.

Was The Elder Scrolls 6 angeht (mögliche Untertitel: Hammerfell oder High Rock) und seinen Releasetermin, gibt sich Bethesda noch arg zugeknöpft. Das Sequel soll dieses Jahr nicht einmal auf der E3 2019 auftauchen. Hauptsache, die Entwickler nehmen sich endlich der veralteten Grafik-Engine an:

The Elder Scrolls 6 braucht eine neue Engine: Weg mit den Ladezeiten! (Essay)

Setzt The Elder Scrolls 6 auf veraltete Technik? - Video: Aufregung um Bethesdas Creation Engine 14:39 Setzt The Elder Scrolls 6 auf veraltete Technik? - Video: Aufregung um Bethesdas Creation Engine


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