20 Jahre Gefängnis für Swatting mit Todesfolge - Polizei erschoss das Opfer, hohe Strafe für den Swatter

In den USA tötete die Polizei einen Mann, nachdem ein Twitter-Nutzer ein falsches Verbrechen in seinem Haus meldete. Nun wurde der Swatter verurteilt.

von Maurice Weber,
02.04.2019 11:02 Uhr

Ein Multiplayer-Streit in Call of Duty: Modern Warfare 2 war der Auslöser eines tödlichen Swatting-Vorfalls.Ein Multiplayer-Streit in Call of Duty: Modern Warfare 2 war der Auslöser eines tödlichen Swatting-Vorfalls.

Es begann mit einem Streit in Call of Duty: Modern Warfare 2 und einer Wette über eineinhalb Dollar und endete in einem Swatting mit Todesfolge. Nun wurde der Hauptverdächtige in den USA zu 20 Jahren Haft verurteilt. Er hatte 2017 fälschlicherweise der Polizei gemeldet, dass er eine Person umgebracht und zwei weitere als Geisel genommen habe.

Als seinen Aufenthaltsort gab er die Adresse eines anderen Mannes. Auf diese Weise einer Zielperson die Polizei auf den Hals zu hetzen ist als »Swatting« bekannt. In diesem Fall endete das Swatting tödlich: Weil die Beamten glaubten, das Opfer zücke eine Waffe, eröffneten sie das Feuer. In Wirklichkeit war das Opfer unbewaffnet.

Der Verurteilte soll den Anruf bei der Polizei nicht auf eigene Initiative getätigt haben, so die Behörden: Ein Call-of-Duty-Spieler wandte sich angeblich an ihn, nachdem er sich in einem Online-Match mit einem Mitspieler in die Haare gekriegt hatte. Die beiden hatten wohl um eineinhalb Dollar gewettet. Der Täter war als eifriger Swatter bekannt und sollte als Rache die Polizei zum Haus des Mitspieler schicken. Allerdings habe der Mitspieler bewusst eine veraltete Adresse angegeben und den Täter aufgestachelt, »etwas zu versuchen«. Dieser nahm also die veraltete Adresse ins Visier, wo inzwischen jemand anders wohnte, der mit keinem der drei Männer je etwas zu tun gehabt hatte.

Der Angeklagte bekannte sich in 51 Anklagepunkten schuldig und erhielt eine doppelt so hohe Strafe wie ursprünglich empfohlen. Richter Eric Melgren erklärte, dass die aktuelle Gesetzeslage hinter den technologischen Möglichkeiten herhinke und die Anklage der Schwere der Vorfälle nicht gerecht wurde. Staatsanwalt Stephen McAllister kommentierte:

"Wir hoffen, dass das eine starke Botschaft zum Thema Swatting schickt - es ist eine sinnlose und kindische Tat. Wir wollen dem ein Ende machen, in der Gaming-Community und anderswo. Swatting ist kein Streich."

Die beiden anderen Streit-Beteiligten wurden als Mitverschwörer angeklagt und plädierten auf nicht schuldig, in beiden Fällen wurde noch kein Urteil verkündet. Die Familie des Opfers klagte außerdem die Stadt Wichita und den Polizeibeamten an, der den tödlichen Schuss abgefeuert hatte. Die Staatsanwaltschaft weigerte sich allerdings, gegen den Beamten vorzugehen, weil dieser das Opfer als Bedrohung wahrgenommen habe.

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