30 Tage Rückgaberecht bei GOG kommt, aber lädt das nicht zum Raubkopieren ein?

Spiel kaufen, herunterladen, zocken und trotzdem später wieder zurückgeben – das sind die neuen Refund-Regeln von GOG. Große Sorgen um Missbrauch macht sich das Unternehmen nicht.

von Philipp Elsner,
26.02.2020 17:35 Uhr

Aus der GOG-Bibliothek zurück in den Geldbeutel: Refunds sollen in Zukunft deutlich einfacher funktionieren. Aus der GOG-Bibliothek zurück in den Geldbeutel: Refunds sollen in Zukunft deutlich einfacher funktionieren.

»Durch die aktualisierte Richtlinie hast du ab sofort die Möglichkeit, bis zu 30 Tage nach Erwerb eines Produkts eine Rückerstattung anzufragen - selbst dann noch, wenn es bereits runtergeladen, gestartet und gespielt wurde«, so steht es in den gerade aktualisierten Rückerstattungsrichtlinien von GOG.

Geld-zurück-Garantie: Wer ein Spiel zurückgibt, bekommt sein Geld entweder in Form von GOG-Guthaben oder aber über die verwendete Zahlungsmethode zurück. Auch bei Vorbestellungen ist ein Refund bis zu 30 Tage nach dem Release möglich, gleiches gilt für Spiele in Entwicklung.

Zum Vergleich: Bei Steam können Spiele nur innerhalb von 14 Tagen ab Kaufdatum und nur mit einer Spielzeit von unter zwei Stunden zurückgegeben werden.

Ohne Limit: »Du kannst so oft Rückerstattungen anfragen, wie du möchtest. Wir werden uns jedoch das Recht vorbehalten, in Einzelfällen Anfragen zur Rückerstattung abzulehnen«, heißt es im GOG-Update. Man appeliert an Spieler, die Zeit und die harte Arbeit von Entwicklern zu würdigen und das Vertrauen von GOG nicht auszunutzen.

»Raubkopierer werden raubkopieren, egal ob wir ehrlichen Kunden Steine in den Weg legen«

Die im Vergleich eher großzügige Neuregelung von GOG wirft aber vor allem im Zusammenhang mit dem Verzicht auf Kopierschutzmaßnahmen einige Fragen auf. Wir haben mit Christoph Pardey von GOG über mögliche Probleme des Systems gesprochen.

GameStar: Warum geht ihr diesen Schritt und was erhofft ihr euch als Unternehmen davon?

Christoph Pardey: Dass wir behaupten, uns um eine gute Kauf-, Nutzungs- und Spielerfahrung von Gamern Gedanken zu machen, ist ja nichts Neues und wurde in der Vergangenheit immer wieder von uns bewiesen. Keinerlei Online-Abfragen oder Kopierschutz, optionaler Client, GOG Connect (bereits erworbene Steam-Spiele freischalten) und vieles mehr. Unsere neuen Rückerstattungsrichtlinien sind nur der nächste Schritt.

GameStar: Habt ihr keine Angst, dass dieses System ausgenutzt wird, um gratis Spiele abzugreifen oder durchzuspielen? Gerade ohne DRM ist diese doch Gefahr groß.

Christoph Pardey: Wir glauben, dass Raubkopierer raubkopieren werden, egal ob wir ehrlichen Kunden nun noch Steine in den Weg legen oder nicht. Diese Steine können Kopierschutzmaßnahmen sein, die wir schon seit Launch vor fast zwölf Jahren vermeiden, oder aber auch Einschränkungen bei Rückerstattungen. Wir hoffen, unsere Kunden geben uns Recht und dieses - soweit wir wissen - kulanteste System unter Spiele-Shops wird nicht unfair ausgenutzt.

GameStar: Gibt es konkrete Maßnahmen gegen den Missbrauch von Refunds?

Christoph Pardey: Wir beobachten natürlich, ob nun die Anfrage nach Rückerstattungen unverhältnismäßig ansteigt. Wir sind aber optimistisch, dass sich Gamer wie bisher auch vor dem Kauf Gedanken machen, ob das Spiel etwas für sie ist und immer noch überlegte Kaufentscheidungen treffen. Sollte man doch einmal danebengegriffen haben, muss man sich nun keine Gedanken mehr machen, damit allein gelassen zu werden.

GOG in der Offensive

Ende 2019 brachte GOG mit dem Galaxy 2.0 Client ein neues Programm an den Start, das die Bibliotheken von Steam, Uplay, Epic & Co. (und sogar Konsolenspiele) an einem Ort zusammenbringen soll. Seit Dezember läuft die Open Beta von GOG Galaxy 2.0.

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