AMD plant vorerst kein Raytracing - »DXR ergibt nur Sinn, wenn es alle Grafikkarten beherrschen«

AMD plant laut David Wang, zuständig für die Radeon Technologies Group, aktuell keine Unterstützung für Raytracing in Spielen über DXR (DirectX Raytracing).

von Georg Wieselsberger,
13.11.2018 08:47 Uhr

AMD will Raytracing erst dann unterstützen, wenn sie eine Grafikkarten-Serie produzieren können, in der alle Modelle es beherrschen.AMD will Raytracing erst dann unterstützen, wenn sie eine Grafikkarten-Serie produzieren können, in der alle Modelle es beherrschen.

Die Frage, ob die Raytracing-Funktionen in den neuen Nvidia-Grafikkarten Geforce RTX 2080 Ti, Geforce RTX 2080 und Geforce RTX 2070 wirklich nützlich für Spieler werden oder doch eher ein Gimmick für einige wenige Spiele bleiben, ist nach wie vor nicht beantwortet. Wichtig dafür wäre in jedem Fall eine breite Hard- und Software-Unterstützung von Raytracing, wie sie Microsoft mit DirectX Raytracing (DXR) in Windows 10 Version 1809 (dem immer noch zurückgezogenen Oktober-2018-Update) integriert hat.

Doch laut einer Aussage von AMD-Vizepräsident David Wang, der die Radeon Technologies Group führt, gibt es zumindest bei AMD aktuell keine Pläne für eine derartige Unterstützung. Dazu sei es erst notwendig, dass die gesamte Produktreihe der Grafikkarten dazu in der Lage sei, vom kleinsten zum größten Modell, sprich also eine neue Mikroarchitektur.

Das bedeute zwar nicht, dass AMD im Bereich Raytracing untätig sei, doch das Unternehmen will sich aktuell auf die Beschleunigung von Offline-Berechnungen für CGI (Computer Generated Graphics) im Profisegment konzentrieren. Erst dann soll sich eventuell auf eine breite DXR-Unterstützung durch alle Modelle einer Grafikkarten-Serie konzentriert werden - sicherlich auch abhängig von Nvidias Erfolg, Raytracing in Spielen zu etablieren.

Die besten Grafikkarten für Spieler

Diese Feststellung dürfte allerdings laut wccftech auch daran liegen, das die nächste GPU-Generation Navi vom AMD nicht einmal mehr ein Jahr entfernt ist und entsprechend nicht auf Raytracing vorbereitet sein dürfte. Die 2019 erwartenden Mittelklasse-Radeons der Navi-Generation (High-End-Modelle von Navi werden erst 2020 erwartet) werden so gut wie sicher keine dedizierten Raytracing-Einheiten besitzen - und im Software-Modus ist die Performance von Raytracing allen Erfahrungen nach viel zu niedrig.

Um Raytracing mit brauchbarer Leistung in allen GPUs einer neuen Serie bieten zu können, dürfte AMD laut dem Bericht wohl bis zum Navi-Nachfolger warten (müssen), der früher einmal Kuma genannt wurde und auf den sich AMD nun nur noch unter Next-Gen beruft.

Inwiefern Wang hier auch die Pläne des ehemaligen Grafikchefs Raja Koduri verändert hat, ist unbekannt. Ohne Unterstützung von AMD wird Raytracing in Spielen also die nächsten zwei oder drei Jahre Nvidia vorbehalten bleiben. Ob das reicht, um DXR in dieser Zeit für viele Entwickler interessant zu machen, bleibt abzuwarten.

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