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AMD Ryzen 3 2200G - Günstige CPU mit flotter Vega-Grafikeinheit

Der AMD Ryzen 3 2200G im Test kostet unter 100 Euro, bietet aber trotzdem eine flotte Vega-Grafikeinheit und vier Kerne.

von Nils Raettig,
27.02.2018 14:12 Uhr

Der Ryzen 3 2200G wendet sich im Test vor allem an Spieler mit geringem Budget, da er für weniger als 100 Euro eine relativ schnelle integrierte Vega-Grafikeinheit zu bieten hat.Der Ryzen 3 2200G wendet sich im Test vor allem an Spieler mit geringem Budget, da er für weniger als 100 Euro eine relativ schnelle integrierte Vega-Grafikeinheit zu bieten hat.

Der Vierkerner Ryzen 3 2200G von AMD ist im Test mit einem Preis von unter 100 Euro klar günstiger als der Ryzen 5 2400G, der momentan etwa 150 Euro kostet. Die beiden neuen Ryzen-Prozessoren verfügen über eine integrierte Vega-Grafikeinheit, was diese »Accelerated Processing Units« beziehungsweise APUs vor allem für günstige Spieler-PCs interessant macht.

Der niedrigere Preis des 2200G ergibt sich einerseits durch etwas gesenkte Taktraten und das Fehlen der virtuellen Kernverdoppelung. Andererseits verfügt seine Vega-8-Grafikeinheit im Vergleich zu Vega 11 aus dem 2400G über weniger Shadereinheiten (512 statt 704).

Im Benchmark-Test des Ryzen 3 2200G steht die Frage im Vordergrund, wie viel langsamer seine CPU und die integrierte GPU im Duell mit dem großen Bruder 2400G ausfällt. Außerdem vergleichen wir die Leistung des 2200G mit den anderen Ryzen-3-Modellen (Ryzen 3 1200 und Ryzen 3 1300X) sowie mit Intels günstiger Pentium-CPU G4560.

Hinweis:

Auch die neuen Ryzen-APUs sind teilweise von der Sicherheitslücke Spectre betroffen, wobei AMD selbst angibt, dass das Risiko einer Ausnutzung sehr gering sei. Neben Software-Updates für Anwendungen wie Browser sind für eine erhöhte Sicherheit auch Microcode-Aktualisierungen per BIOS/UEFI-Update nötig. Die können potenziell die Spieleleistung negativ beeinflussen, für unsere Mainboards standen zum Testzeitpunkt aber noch keine entsprechenden Sicherheits-Patches zur Verfügung.

Technische Daten

Ryzen 3 2200G

Ryzen 5 2400G

Ryzen 3 1200

Ryzen 3 1300X

Kerne / Threads

4/4

4/8

4/4

4/4

CCX-Konfiguration

4+0

4+0

2+2

2+2

Sockel

AM4

AM4

AM4

AM4

Standard-Takt

3,5 GHz

3,6 GHz

3,1 GHz

3,4 GHz

max. Turbo-Takt

3,7 GHz

3,9 GHz

3,4 GHz

3,7 GHz

Speicher

DDR4-2933

DDR4-2933

DDR4-2666

DDR4-2666

L2-Cache pro Kern

512 KByte

512 KByte

512 KByte

512 KByte

L3-Cache

1 x 4,0 Mbyte

1 x 4,0 Mbyte

2 x 4,0 MByte

2 x 4,0 MByte

Integrierte GPU

Vega 8

Vega 11

-

-

GPU-Taktrate

1.100 MHz

1.250 MHz

-

-

GPU-Shadereinheiten

512

704

-

-

TDP

65 Watt

65 Watt

65 Watt

65 Watt

freier Multiplikator

Ja

Ja

Ja

Ja

ca. Preis

95 Euro

150 Euro

95 Euro

110 Euro

Testsystem

Um eine Limitierung durch die Grafikkarte bei unserem CPU-Testsystem möglichst zu verhindern, kommt Nvidias Geforce GTX 1080 zum Einsatz. In besonders niedrigen Auflösungen wie 1280x720 und bei sehr geringer Grafikqualität würde die Leistung der GPU zwar noch weiter in den Hintergrund rücken, um ausreichend nahe an der Realität der meisten Spieler zu bleiben, haben wir uns aber für höhere Einstellungen entschieden.

Alle Spiele werden in den Auflösungen 1920x1080 und 2560x1440 getestet, statt maximaler Qualität wählen wir jeweils die Stufe »hoch« und für die Kantenglättung kommen nur genügsame Post-Processing-Verfahren wie FXAA oder TAA zum Einsatz.

Da beim Ryzen 3 2200G die integrierte Grafikeinheit einen sehr wichtigen Faktor darstellt, haben wir außerdem zusätzliche Messungen mit dieser iGPU durchgeführt, wobei wir auch die genügsameren Titel Counter-Strike: Global Offensive sowie League of Legends berücksichtigen.

Dabei verwenden wir stets 16,0 GByte Arbeitsspeicher, der mit folgenden Frequenzen läuft: Im Falle von DDR3-Systemen taktet er mit 1.600 MHz, bei DDR4-Systemen sind es 2.400 MHz. Den Quad-Channel-Modus unterstützen nur Intels Sockel 2011-3- und Sockel-2066-Prozessoren sowie AMDs TR4-CPUs (Threadripper), alle anderen Modelle testen wir im Dual-Channel-Modus.

Einzige Ausnahme: Die Messungen mit der integrierten Grafikeinheit des Ryzen 3 2200G haben wir mit dem offiziell maximal unterstützten Takt von 2.933 MHz durchgeführt, da das für die Leistung der GPU eine wichtige Rolle spielt.

Hinweis:

Prozessoren können von einem höheren RAM-Takt spürbar profitieren. Wie unser Nachtest zum Ryzen 7 1800X gezeigt hat, ist das insbesondere bei AMDs Ryzen-CPUs vergleichsweise stark der Fall. Ob Arbeitsspeicher mit hohen Taktraten stabil läuft, hängt aber zu einem nicht unerheblichen Teil vom verwendeten Mainboard ab. Wir haben uns deshalb dafür entschieden, eher niedrige und für eine bessere Vergleichbarkeit auch (soweit möglich) stets identische Taktraten für unsere Tests zu verwenden.

Als Betriebssystem kommt Windows 10 in der 64 Bit-Variante zum Einsatz, bei den Spielen haben wir uns für Battlefield 1, Deus Ex: Mankind Divided, Rise of the Tomb Raider, The Witcher 3 und Watch Dogs 2 entschieden.

In Deus Ex und Rise of the Tomb Raider messen wir sowohl unter DirectX 11 als auch unter DirectX 12, wobei in das finale Performance Rating jeweils nur die Ergebnisse der im Einzelfall besser laufenden Schnittstelle einfließen. Der Patch zur Performance-Verbesserung mit Ryzen-Prozessoren für Rise of the Tomb Raider ist in den Benchmarks berücksichtigt.

Wir verwenden stets eigene Benchmark-Sequenzen aus dem tatsächlichen Spielgeschehen, die zwischen 40 und 120 Sekunden lang sind. In Battlefield 1 haben wir uns für Messungen im Singleplayer-Modus entschieden, da es im Multiplayer-Modus sehr schwierig ist, vergleichbare Bedingungen zu schaffen. Total War: Warhammer haben wir außerdem aus dem Benchmark-Parcours entfernt, da die Entwickler mit einem Patch die alte Benchmark-Szene durch eine neue (und völlig andere) ersetzt haben.

Die Anwendungs-Tests umfassen Cinebench (Single- und Multicore), das Enkodieren eines 4K-Videos per Handbrake und den integrierten Benchmark von 7-Zip. Die Leistungsaufnahme messen wir für das gesamte Testsystem sowohl im Leerlauf als auch unter Spielelast (Battlefield 1). Die Streaming-Benchmarks (siehe auch den folgenden Link) nehmen wir bei langsameren Modellen wie dem Ryzen 3 2200G bewusst nicht vor, da sie für diesen Einsatzzweck nicht gut geeignet sind.

» Ryzen 7 vs. Core i7 7700K – Streaming Benchmarks

Die integrierte Grafikeinheit des Ryzen 3 2200G haben wir wie im Falle des Ryzen 5 2400G mit dem MSI B350I Pro AC durchgeführt. Bislang kann man damit über das BIOS maximal 2,0 GByte des Hauptspeichers der APU zuweisen.Die integrierte Grafikeinheit des Ryzen 3 2200G haben wir wie im Falle des Ryzen 5 2400G mit dem MSI B350I Pro AC durchgeführt. Bislang kann man damit über das BIOS maximal 2,0 GByte des Hauptspeichers der APU zuweisen.

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