Anno 1800 - Ausbeuter oder Wohltäter? So funktioniert die Bewohner-Zufriedenheit

Ob eure Inselbewohner in Anno 1800 zufrieden sind, kann euch erstmal egal sein. Sollte es aber nicht. Wir erklären die Bewohner-Zufriedenheit.

von Johannes Rohe,
24.07.2018 18:01 Uhr

Ob unsere Inselbewohner streiken oder uns als Wohltäter feiern, hängt davon ab, wie wir sie behandeln und versorgen.Ob unsere Inselbewohner streiken oder uns als Wohltäter feiern, hängt davon ab, wie wir sie behandeln und versorgen.

In früheren Annos war die Sache klar: Wer wollte, dass seine Bevölkerung wächst und in die nächste Stufe aufsteigt, der musste sie nach allen Regeln der Kunst umgarnen und sie mit Luxusgütern versorgen, damit sie glücklich und zufrieden ist.

In Anno 1800 ist für unsere Untertanen Schluss mit lustig. Wir müssen ihnen nicht mehr jeden Wunsch von den Lippen ablesen, sondern gerade mal ihre Grundbedürfnisse befriedigen, damit sie sich vermehren und Stufenaufstiege möglich sind. Glücklich sind sie dann zwar nicht, aber hey, welchen erfolgreichen Geschäftsmann hat zur Zeit der industriellen Revolution schon das Wohlergehen seiner Arbeiter interessiert?

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Schnaps ist KEIN Grundbedürfnis

Spaß beiseite, natürlich ist das Glück eurer Inselbewohner auch in Anno 1800 wichtig, aber fürs Vorankommen eben nicht mehr unverzichtbar. Die starre Verzahnung von Zufriedenheit und Stufenaufstiegen wurde aufgebrochen. Was sich die Entwickler dabei gedacht haben, und wie das neue System funktioniert, erklärt der Lead Game Designer Jan Dungel in einem neuen Blog-Beitrag auf der Anno-Union-Website.

Die wichtigste Neuerung ist die Aufteilung der Bedürfnisse in zwei Bereiche. Solche, die zwingend notwendig sind, damit die Bevölkerung wächst und solche, die sie glücklich machen. Dafür führen die Entwickler auch gleich ein konkretes Beispiel an:

"Sobald du deinen ersten Marktplatz gebaut hast, wirst du Farmer in deine Siedlung locken; um eine größere Bevölkerung zu erreichen müssen schon bald Güter wie Fisch oder einfache Wollkleidung bereitgestellt werden, wodurch Du bis zu 10 Einwohner in einem Farmhaus bekommen kannst.

Wenn du sie darüber hinaus auch noch zufrieden stellen willst, solltest du auch noch an den Schnaps und ein Wirtshaus denken; allerdings ist dies nicht zwanghaft erforderlich um das Haus auf die Arbeiter-Stufe anzuheben."

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Hier Tyrann, dort Wohltäter

Als Insel-Obermufti seid ihr durch die neue Mechanik viel flexibler. Ihr könnt kleine Produktionsinseln hochziehen, deren bemitleidenswerte Bewohner auf jeden Luxus verzichten müssen, die aber trotzdem produktiv arbeiten und sich vermehren. Hochwertige Güter hebt ihr dagegen für eure Hauptinsel auf, wo zufriedene Menschen in Saus und Braus leben.

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Das ist möglich, weil Bedürfnisse und Zufriedenheit separat für jede Insel und Einwohnerstufe berechnet werden. Teilweise sogar je nach je nach Umgebung und Arbeitsplatz. Ihr könnt an verschiedenen Orten eures Reichs also sowohl Wohltäter und Ausbeuter zugleich sein.

Im Wettlauf mit Aufbau-Konkurrenten kommt euch die neue Mechanik ebenfalls zugute. Setzt ihr auf aggressive Expansion, könnt ihr das Wohlergehen eurer Bürger erstmal hintenan stellen und euch trotzdem immer weiter vergrößern.

Dabei hilft euch euch die neue Möglichkeit, auf die Arbeitsbedingungen Einfluss zu nehmen. Wenn ihr schnell eine Flotte aufbauen wollt, werden im Stahlwerk eben 12-Stunden-Schichten geschoben, basta!

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Tu auch mal was Gutes!

Dummerweise markierte die industrielle Revolution auch den Beginn der Arbeiterbewegung. Soll heißen, wenn ihr es mit der Knechterei übertreibt, müsst ihr damit rechnen, dass die Arbeiter irgendwann streiken.

Doch nicht nur deshalb solltet ihr hin und wieder etwas dafür tun, dass eure Untertanen zufrieden sind, erklären die Entwickler:

"Was sind die Vorteile von glücklichen Einwohnern? Zum einen ist die Chance, dass ein Aufstand ausbricht, natürlich wesentlich geringer, aber es ist auch wesentlich wahrscheinlicher, dass zufriedene Bürger im Kriegsfall hinter ihrem Gouverneur stehen. Damit nicht genug; zufriedene Bürger können Dir auch besondere Quests oder Belohnungen geben.

Falls Du ein wahrer Held der arbeitenden Massen bist, kann es sogar sein, dass zu deinen Ehren ein Fest gefeiert wird. Das trägt nicht nur ungemein zur Attraktivität der Insel bei, sondern ist auch für den Spieler vor dem Monitor sehr schön anzusehen. Überglückliche Einwohner versuchen auch ihren Teil an die Gesellschaft zurückzugeben, zum Beispiel als Bürgerwehr, die in der Nachbarschaft für Ordnung sorgt."

Wie so oft in Anno wird also auch beim Thema Bewohner-Zufriedenheit eine vernünftige Balance der Schlüssel zum Erfolg sein.

Wie es um das Glück und die Bedürfnisse eurer Bürger steht, zeigt euch eine Grafik beim Klick auf ihre Wohngebäude. Animierte Portraits und kurze vertonte Sprüche sollen euch zusätzlich auf den ersten Blick über die Stimmungslage informieren. Hier seht ihr einen Entwurf so eines Info-Fensters.

Unsere Arbeiter haben genug Schnaps UND Bier, also die können sich wirklich nicht beschweren. Unsere Arbeiter haben genug Schnaps UND Bier, also die können sich wirklich nicht beschweren.

Das neue Zufriedenheits-System ist übrigens nicht die einzige Neuerung, auf die sich Veteranen einstellen müssen. In einem eigenen Artikel lest ihr, über welche Änderungen wir beim weltexklusiven Anspielen gestolpert sind.


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