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Aquaman in der Kritik - Wird »niemandes Lieblingsheld« zum Kinohit?

Aquaman lässt es in seinem ersten eigenen Kinofilm zwar ordentlich krachen, allerdings in recht seichtem Plot-Gewässer.

von Dimitry Halley,
14.12.2018 20:55 Uhr

Aquaman nimmt sich selbst nicht zu ernst. Und das ist gut so.Aquaman nimmt sich selbst nicht zu ernst. Und das ist gut so.

»Wie fühlt es sich an, niemandes Lieblingsheld zu sein?«, wird Aquaman in der Comic-Vorlage von einem kleinen Jungen gefragt. Batman schlägt sich als geheimer Multimilliardär durch die dunklen Gassen Gothams, Superman kämpft gegen Darkseids Alien-Horden, Wonder Woman zerlegt die Gräben des Ersten Weltkriegs - und Aquaman? Der redet mit Fischen. Regiert eine Unterwasserstadt. Und reitet auf riesigen Seepferdchen. Cool.

So lauten zumindest die Vorurteile, mit denen Aquaman seit Jahren konfrontiert wird - sowohl von den Comic-Fans, als auch in den Geschichten selbst. Denn natürlich wissen auch die Autoren, dass Arthur Curry, der Chef von Atlantis, mit seinen fischigen Fertigkeiten nicht unbedingt die Kassen zum Klingeln bringt. Gute Schreiber nutzen diese angeblichen Nachteile geschickt, um damit besonders spannende Geschichten zu erzählen, wie man sie bei Batman und Co. sonst nicht findet.

Einer davon war Geoff Johns, der dem Wassermann einen der besten Comic-Runs überhaupt bescherte. Jetzt ist Johns für DCs Kinofilm-Universum verantwortlich. Kann der Aquaman-Autor dem Helden also ein bombastisches Solo-Filmdebüt verschaffen? Die kurze Antwort: So halb.

B-Movie-Perle in Big-Budget-Muschel

Aquaman ist ein ziemlich doofer Film, und das meine ich nicht unbedingt negativ. Denn hinter der Big-Budget-Fassade mit einigen absolut fantastisch produzierten Bildern, einem wirklich gelungenen Soundtrack, steckt eigentlich eine B-Movie-Geschichte.

Die Dialoge bestehen oft aus bemüht coolen Klischee-Onelinern, die Kalauer lassen einen beschämt schmunzeln, weil die Schauspieler beim Witzeln häufig das Timing verfehlen. Keiner der jungen Darsteller kann sonderlich gut schauspielern, ganz generell bekommt man als Zuschauer also einen sehr dumpfen Action-Spaß, statt inhaltlicher Substanz herrscht Bildgewalt.

Aquaman - Finaler Trailer zum DC-Film mit Jason Momoa als Superheld 2:18 Aquaman - Finaler Trailer zum DC-Film mit Jason Momoa als Superheld

Es geht um einen draufgängerischen Helden, der dem Königstitel gerecht werden muss, um machthungrige Schurken, mutige Prinzessinnen und die altbekannte Mär vom Auserwählten, der das Schwert beziehungsweise den Dreizack aus dem Stein ziehen muss. Black Panther hat mit ähnlichen Grundbausteinen deutlich smarter hantiert.

Aber wer den Film auf solche fehlenden Innovationen reduziert, wer Logik-Löcher sucht und bei platten Dialogen chronisch mit den Augen rollt, der wird die Stärken von Aquamans Film übersehen. Denn dieser Streifen weiß, dass er »cheesy« ist. Und das ist gut so.

Comics eben

Aquaman ist tatsächlich ein filmgewordenes Comic-Buch. Der Film nimmt sich mal ernst, mal selbst auf die Schippe, springt von einer bildgewaltigen Szene zur nächsten, so wie eine Comic-Story durch Panels rast. Die Action wird grandios in Szene gesetzt, die Schauplätze strotzen häufig vor Kreativität, gerade der Trench, Atlantis und das Finale sehen einfach fantastisch aus.

Und auch wenn man an allen einzelnen Elementen - an den Dialogen, der Handlung, den schauspielerischen Leistungen, der löchrigen Logik - viele Dinge kritisieren kann, macht das Gesamtbild trotzdem Laune. Zwar kommt der Film nicht an den rundum gelungeneren Wonder Woman heran, steht aber deutlich über allen anderen bisherigen DC-Produktionen. Und ja, Jason Momoa mag es an emotionaler Ausdrucksvielfalt fehlen, doch er trägt den Film mit seiner charismatischen Bühnenpräsenz.

Die Reise durch die alten Königreiche wird kreativ in Szene gesetzt.Die Reise durch die alten Königreiche wird kreativ in Szene gesetzt.

Man findet also viel »Zwar ... Aber« in Aquamans Solo-Debüt, keine Frage. Die Kritikerurteile auf Metacritic fallen zurecht durchwachsen aus. Doch trotzdem kann ich am Ende des Tages nicht leugnen, dass ich beim Schauen viel Spaß hatte, weil ich den Film genauso wenig ernst nehme, wie er es selbst tut. Wer ein Herz für alberne Action-Achterbahnfahrten und ein wenig Trash-Toleranz in sich trägt, dem könnte es ähnlich gehen.

Aquaman wird zwar auch nach seinem neuen Kinoauftritt lange nicht jedermanns Lieblingsheld. Aber einen Superhelden, der mit Fischen redet, hätte man deutlich, deutlich unspannender in Szene setzen könnten. Und zumindest könnte er dadurch bei einigen Action-Fans an Auftrieb gewinnen.

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