Artifact - Magic-Erfinder verlässt Projekt, Spielerzahlen sehr gering

Richard Garfield arbeitet nicht länger mit Valve zusammen. Der Magic-Erfinder verlässt Artifact zusammen mit anderen Vertragspartnern. Entlassungen gab es auch.

von Dimitry Halley,
11.03.2019 12:57 Uhr

Artifact will sich im Sammelkarten-Sektor behaupten, bisher klappt das aber nicht so recht.Artifact will sich im Sammelkarten-Sektor behaupten, bisher klappt das aber nicht so recht.

Artifact hatte eigentlich ziemlich gute Karten. Mit Richard Garfield stand Valves Entwicklerteam ein Experte zur Seite, der mit Magic: The Gathering das erfolgreichste Kartenspiel der Welt erfunden hatte. Und in den Jahrzehnten danach noch diverse andere Brett- und Kartenspiele entwarf. Doch die Spielerzahlen von Artifact sanken nach einem beachtlichen Höchststand von 60.000 gleichzeitig aktiven Spielern rapide ab. Und haben sich bis heute nicht erholt. Aktuell liegt der Maximalwert pro Tag bei etwa 600 gleichzeitig aktiven Leutchen.

Valve entlässt aktuell Leute. Offiziellen Stellungnahmen zufolge wurden 13 Mitarbeiter vor die Tür gesetzt. Die gestrichenen Stellen stammen aus diversen Abteilungen, beispielsweise VR, Steam Controller oder eben Artifact-Entwicklungsteam. Zu den Entlassungen gehören außerdem aufgekündigte Vertragspartnerschaften - unter anderem mit Richard Garfield und seiner Firma Three Donkeys.

Richard Garfield nennt Gründe

Garfield hat sich gegenüber Artibuff zu der geplatzten Partnerschaft geäußert. Einen direkten Zusammenhang zum ausbleibenden Erfolg von Artifact nennt er zwar nicht, doch die zwei Gründe, die er nennt, hängen durchaus mit dem holprigen Erfolgskurs des Spiels zusammen:

"Uns hat die Entlassung nicht überrascht, wenn man bedenkt, wie holprig der Launch von Artifact war. Das Team ging mit Eifer an die Sache heran und war überzeugt, hier ein gutes Produkt erschaffen zu haben. Doch es wurde schnell klar, dass es ziemlich schwierig sein würde, das Spiel dahin zu bekommen, wo wir es haben wollten. Die aufgekündigte Partnerschaft ergibt aus mehreren Gründen Sinn. Um mal zwei zu nennen: Da das Spiel jetzt erschienen ist, wird exaktes Zeitmanagement umso wichtiger. Je mehr Stimmen du in deinem Team koordinieren musst, desto langsamer wird deine Entscheidungsfindung. Ein weiterer Grund: Unsere Expertise von 3 Donkeys ist nach vier Jahren intensiver Zusammenarbeit einfach nicht mehr so nötig."

Zu Three Donkeys gehört auch Garfields langjähriger Spieldesign-Kollege Skaff Elias, der nun ebenfalls nicht mehr an Artifact arbeitet. Trotzdem kommuniziert Garfield die Bereitschaft, Valve nach wie vor im Rahmen kostenloser Beratungen unter die Arme zu greifen.

"Skaff und ich verbleiben optimistisch bezüglich der Qualität von Artifact. Und wir haben Valve auch für die Zukunft unser Feedback sowie unsere Beratung angeboten, sofern es unser Rahmen kostenloser Leistungen zulässt. Einfach weil wir beide erleben möchten, wie Artifact das Potenzial entfaltet, das wir darin sehen."

Artifact bekommt eher durchwachsenes Feedback aus der Community. Von 16.700 User Reviews fallen lediglich 50 Prozent positiv aus, viele Spieler kritisieren das Vermarktungsmodell des Spiels, spielmechanische Mängel, fehlende Turnieroptimierungen und so weiter.

Richard Garfield bei uns: Plus-Podcast zu Garfields Zusammenarbeit bei Valve

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