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Der Singleplayer-Shooter Better Than Dead beschwört John Woo und John Wick
Es waren unglaubliche Bilder, die da vor einigen Jahren über meinen Bildschirm flimmerten. Ersten Trailer zu ultrarealistischen Ego-Shootern wie Unrecord und später Bodycam haben mich tief beeindruckt, wirkten teilweise wie echtes Footage aus einem Polizeivideo, aufgenommen im Einsatz.
Better Than Dead schlägt nun in dieselbe Kerbe. Der Titel versetzt mich in die neongetränkten, verregneten Gassen von Hongkong. In der Rolle einer untrainierten, aus der Zwangsprostitution geflohenen Frau nehme ich den Kampf gegen ein mächtiges Verbrechersyndikat auf.
Das Szenario wirkt unverbraucht und mutig. Die Protagonistin ist keine Kampfmaschine, die Pistole in ihren Händen schwankt wild von rechts nach links. Ob Schüsse daneben gehen oder ins Ziel wirkt wie Zufall.
Was steckt hinter der faszinierenden Fassade aus Fischaugen-Optik, real wirkenden Umgebungen und spektakulären Lichteffekten? Ich habe die Early-Access-Version von Better Than Dead auf Steam für euch getestet und verrate euch, ob sich der Kaufpreis von rund 16 Euro lohnt.
- ... ihr Realismus in Shootern über alles liebt.
- ... euch bei der Fischaugen-Optik nicht schlecht wird.
- ... ihr gerne Kontrolle darüber habt, wo ihr in Shootern hinschießt.
- ... mehr als eine Stunde lang unterhalten werden wollt.
- ... ihr eine echte Story wollt.
Schmutziges, wirklichkeitsnahes Hongkong
Optisch zieht mich Better Than Dead sofort in seinen Bann. Der Entwickler nutzt massive Filter, eine extreme Unschärfe und eine verzerrte Linsenoptik, um das Gefühl einer echten Körperkamera zu erzeugen. Das sieht auf den ersten Blick verblüffend echt aus für ein Ein-Personen-Projekt.
Wenn die Lichter der Stadt in den Pfützen reflektieren und die Schatten der Hochhäuser mich einengen, entsteht eine beklemmende Immersion. Bei genauerem Hinsehen bröckelt der Fotorealismus allerdings. Viele Texturen sind matschig und die Assets wiederholen sich ständig.
Dennoch erfüllt die Grafik ihren Zweck: Sie erzeugt eine Atmosphäre, die so dicht ist, dass ich den Smog der Metropole förmlich riechen kann. Das Spiel erzählt dabei keine tiefgreifende Geschichte. Die Prämisse »Zwangsprostitution ist grausam« bleibt die einzige moralische Leitplanke, während ich mich durch Mini-Raids à la Hotline Miami schieße.
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