Black Friday 2021: Das vielleicht traurigste Angebot für Spieler bislang

In der Cyber-Week lauern viele Spieler auf mögliche Hardware-Schnäppchen. Um einen aktuellen Black-Friday-Deal von Amazon solltet ihr aber besser einen großen Bogen machen.

von Nils Raettig,
24.11.2021 16:59 Uhr

Die Cyber-Week ist in vollem Gange (siehe auch unsere Übersicht der besten Deals), da hofft bei den derzeitigen Preisen für Grafikkarten bestimmt so mancher Spieler, zumindest etwas weniger tief für eine neue GPU in die Tasche greifen zu müssen. Ein aktueller Black-Friday-Deal macht aber nur einmal mehr deutlich, wie absurd die Lage momentan ist. Ob die Hoffnung auf Schnäppchen bei Grafikkarten generell berechtigt ist, besprechen wir am Ende dieses Artikels.

Um welches Angebot geht es? Wer auf der Amazon-Seite zu Grafikkarten die Filterfunktion Black Friday Angebote nutzt, der findet dort eine vermeintliche Silent-Grafikkarte für Spiele, die für Prime-Mitglieder im Rahmen des Black-Fridays um 20,70 Euro reduziert ist:

Damit euch der Black-Friday-Rabatt für Prime-Mitglieder angezeigt wird, müsst ihr eingeloggt sein. Damit euch der Black-Friday-Rabatt für Prime-Mitglieder angezeigt wird, müsst ihr eingeloggt sein.

Bereits der reguläre Preis von etwa 100 Euro sollte Spieler aufhorchen lassen, erst Recht in der aktuellen Zeit. Dedizierte Grafikkarten, die ihr Geld wirklich wert sind, gab es selten für 100 Euro oder weniger zu kaufen, außerdem muss man in diesem Preisbereich aufgrund der niedrigen Leistung generell mit großen Abstrichen in Sachen Auflösung und Grafikqualität rechnen.

Die schon seit etwa einem Jahr andauernde Krise hat die Lage auch im niedrigen Preissegment nicht verbessert, ganz im Gegenteil. Wie lange diese Krise noch weitergeht und was uns technisch bei Grafikkarten in den nächsten Jahren erwartet, haben wir auch in einem Podcast besprochen:

Link zum Podcast-Inhalt

Ein Relikt aus dem Jahr 2011

Bei der Grafikkarte aus dem Angebot handelt es sich noch dazu um AMDs bereits über zehn Jahre alte und eigentlich längst ausgemusterte Radeon HD 6450. Sie war schon damals nicht wirklich für das Gaming gedacht und hat zu ihrer Lebenszeit meist für Kosten im Bereich von 30 bis 40 Euro den Besitzer gewechselt.

Möglicherweise handelt es sich um Modelle, die ehemals für OEM-Rechner gedacht waren und die jetzt im Rahmen der Grafikkarten-Krise nochmal neue Abnehmer finden sollen. Das besagte Angebot ist zumindest erst Anfang 2021 bei Amazon aufgetaucht, damals noch für etwa 50 Euro, wie Daten vom Dienst Keepa zeigen:

Wie viel Gaming steckt in der Grafikkarte?

Wenn man nicht gerade sehr alte Spiele in niedrigster Auflösung und bei geringen Details spielen will: Gar keins. Selbst in Testberichten aus dem Jahr 2011 wie bei den Kollegen von Computerbase und Hardwareluxx sind in damals aktuellen Titeln oft nur einstellige FPS-Werte zu sehen, obwohl teils nur in 720p (1280x720) gemessen wurde.

Wenn ihr bereits einen PC mit Intel-CPU besitzt, stehen die Chancen außerdem gut, dass euer Prozessor eine integrierte Grafikeinheit besitzt, die flotter unterwegs ist. Selbst die integrierte GPU (iGPU) des elf Jahre alten Klassikers Core i7 2600K kann mit einer theoretischen Leistung von 0,26 Teraflops mehr (Radeon HD 6450: 0,2 Teraflops).

So eine iGPU muss zwar mangels VRAM auf den Systemspeicher zurückgreifen, was durchaus für Leistungseinbußen sorgen kann. Das ändert aber nichts daran, dass Spieler von der Radeon HD 6450 die Finger lassen sollten. Gleichzeitig kann es mit geringem Budget generell eine gute Idee sein, eine iGPU zu nutzen. Mehr dazu erfahrt ihr hier:

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Wie gut stehen die Chancen auf Grafikkarten-Schnäppchen?

Der Spielraum beim Preis für Grafikkarten dürfte aufgrund der aktuellen Lage über alle Preisbereiche hinweg generell sehr gering bis nicht vorhanden sein. Diese Einschätzung teilt auch Matthias Hohn, der als Team Lead im Affiliate-Bereich unseren Deal-Blog verantwortet und die wiederkehrenden Angebotswochen schon seit vier Jahren begleitet:

Grafikkarten wird es an diesem Black Friday nicht günstiger geben beziehungsweise wahrscheinlich überhaupt nicht. Selbst wenn ein Shop Modelle auf Lager hätte, gäbe es keinen Grund, sie zu reduzieren, weil die Nachfrage viel zu groß und das Angebot viel zu niedrig ist. Das einzig relevante Angebot, das unsere User tatsächlich auch wahrnehmen, ist Grover. Dort kann man Grafikkarten wie Hardware mieten und in Raten zahlen. Am Ende besteht die Möglichkeit, die gemietete Karte zurückschicken oder sie endgültig zu kaufen.

Mehr zu Grover und zu den aktuellen Rabatten dort erfahrt ihr in unserem Hardware-Ticker, den wir jetzt zur Cyberweek besonders häufig aktualisieren:

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Es spricht also viel dafür, dass ihr auch im Rahmen der Cyber-Week und des Black Fridays keine Chance bekommt, eine Grafikkarte zu einem nennenswert günstigeren Preis als bisher zu kaufen.

Wie geht ihr mit der Situation um? Bleibt ihr einfach länger als vielleicht geplant bei eurer aktuellen GPU, beißt ihr in den sauren Apfel und gebt viel Geld für eine Grafikkarte aus oder zieht ihr auch das Mieten einer GPU in Betracht? Schreibt es gerne in die Kommentare!

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