Cheating bei Pokémon GO - Niantic Labs sperrt Android-Geräte mit Root-Zugriff

Pokémon-GO-Entwickler Niantic scheint beim Vorgehen gegen Cheater Smartphones mit Root-Zugriff (oder Anzeichen dafür) zu sperren. Dazu liest die App interne Daten aus.

von Sara Petzold,
22.08.2018 14:25 Uhr

Pokémon GO erfreut sich immer noch großer Beliebtheit.Pokémon GO erfreut sich immer noch großer Beliebtheit.

Wer Pokémon GO auf einem Android-Smartphone mit Root-Zugriff spielt, muss ab sofort mit Problemen rechnen. Denn seit dem Update der App auf Version v0.115.2 sperrt Niantic offenbar gezielt Nutzer von Smartphones mit Root-Funktion, um gegen Cheater vorzugehen.

Wie unter anderem Pokemongohub und Android Police mit Bezug auf den Beitrag eines Spielers im XDA-Developers-Forum berichten, zeigt Pokémon GO bei gerooteten Smartphones eine Fehlermeldung an, die auf ein unautorisiertes Gerät verweist.

Dabei sorgt vor allem eine Tatsache für Unmut innerhalb der Community: Pokémon GO scannt die im Speicher des Smartphones abgelegten Dateien nach Hinweisen auf Root-Mechaniken.

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Darauf stieß der Forennutzer NetRoller 3D, als er das besagte Update auf sein Samsung Galaxy Note 4 installierte, das zu einem früheren Zeitpunkt gerootet war, während der Installation des Updates allerdings nicht mehr.

Obwohl er den Root entfernt hatte, zeigte Pokémon GO noch die entsprechende Fehlermeldung an. Erst als er alle Dateien mit Root-Bezug aus der internen und externen SD-Karte seines Smartphones gelöscht hatte, funktionierte Pokémon GO wieder korrekt. NetRoller 3D hielt dazu fest:

"Pokémon GO missbraucht seine Speicher-Lese-Erlaubnis, um den Speicher nach Beweisen für Rooting zu scannen. Magisk muss den Speicherzugriff von Pokémon GO in kontrollierte »sandbox«-Verzeichnisse umleiten und verhindern, dass es den realen internen oder externen Speicher liest. (Einfaches Blocken des Speicherzugriffs reicht nicht aus, weil das Spiel in den internen Speicher schreibt.)"

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Konkret sorgen offenbar sämtliche Dateien, bei denen es sich um eine flash-Zip, APKs von Apps mit Root-Bezug, Log-Dateien, ein Backup von Titanium oder Ordner mit den Begriffen »root«, »magisk« oder »xposed« handelt, für die entsprechende Fehlermeldung.

Die Pokémon-GO-Community kritisiert dieses ungefragte Scannen der eigenen Dateien als datenschutzrechtlich fragwürdig. Ein offizieller Kommentar seitens Niantic liegt bislang nicht vor.

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