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Collapse OS – Flexibles Betriebssystem soll auch nach dem Weltuntergang funktionieren

Ein Entwickler arbeitet an einem Betriebssystem, das sogar auf improvisierten Computern nach einem globalen Nuklearkrieg funktionieren soll.

von Manuel Schulz,
24.11.2019 19:29 Uhr

Der Pip-Boy aus Fallout könnte wohl auch mit Collapse OS laufen Der Pip-Boy aus Fallout könnte wohl auch mit Collapse OS laufen

Die Weltuntergangsuhr steht auf zwei Minuten vor 12 und der nächste Krieg wird aufgrund der nuklearen Arsenale verheerend - beim Thema Postapokalypse gibt es viele spekulative Szenarien. Doch eins ist den miesten gemein: Computer werden keine mehr gebaut.

Mehr als improvisierte Systeme wird es nicht geben, doch die laufen eher selten mit Windows oder ähnlichen Betriebssystemen. Virgil Dupras, ein Entwickler, der sich mit dem Thema auseinandergesetzt hat, bietet dafür eine Lösung.

Flexibler Kernel sorgt für Kompatibilität

Sein Collapse OS soll auf einfachsten Systemen funktionieren. Aktuell ist es ein Unix-basierter Kernel für Z80-Prozessoren, der mit einer Reihe von Programmen und Dokumentation kombiniert ist. Der Z80-Prozessor an sich hat mit moderner Elektronik allerdings nicht viel gemein.

Dennoch sollen rudimentäre Programme wie Textverarbeitung damit ausgeführt werden können. Auf einem Sega Master System und dem Megadrive wurde Collapse OS bereits erfolgreich getestet, mit grafischer Ausgabe und Eingabemöglichkeiten.

Der Trick von Collapse OS ist es, sich an das System anzupassen, indem verschiedenste Ein- und Ausgabestandards und zahlreiche verschiedene Speichermedien unterstützt werden. Das System soll sich dabei sogar selbst je nach System konfigurieren können.

Auf dem Sega Megadrive funktioniert Collapse OS bereits Auf dem Sega Megadrive funktioniert Collapse OS bereits

Das finale Ziel des Entwicklers ist, dass jeder ohne zusätzliche Anleitung Collapse OS auf einem wie auch immer zusammengebauten Rechner kompilieren und ausführen können soll. Die Selbstzusammensetzung funktioniert auch schon, sofern genug Speicher und RAM vorhanden ist.

Ein Tutorial auf Makerpro erklärt sogar, wie man auf Basis des Z80 selbst einen kleinen Computer zusammenbauen kann. Dupras wählte den Z80, weil der 8-Bit-Rechner immer noch in Gebrauch ist und in zahlreichen Systemen wie Taschenrechnern oder Controller-Systemen zum Einsatz kommt.

Weil bei einem solchen Projekt weitere Hilfe und Ideen hilfreich sind, hat Dupras das Projekt mittlerweile auf Github hochgeladen.

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