Sechs CS:GO-Profis droht 10-jährige Gefängnisstrafe wegen Wettbetrugs

Australien nimmt E-Sport ernst. Und zwar so ernst, dass ein Betrugsfall in Counter-Strike nun zu strengen Haftstrafen führen könnte. Und das alles, weil ein paar Profis absichtlich Matches verloren haben.

von Michael Herold,
28.08.2019 13:33 Uhr

Betrug durch Verlieren: Diese Straftat kann E-Sportler in Australien ins Gefängnis bringen.Betrug durch Verlieren: Diese Straftat kann E-Sportler in Australien ins Gefängnis bringen.

Betrügen lohnt sich nicht, das bekommen nun sechs Männer in Australien zu spüren. Denn einem offiziellen Polizei-Bericht zufolge hätten sie Wettbetrug in Counter-Strike: Global Offensive betrieben und dafür blüht ihnen nun schlimmstenfalls eine Gefängnisstrafe von bis zu zehn Jahren.

Laut dem Bericht der Polizei des Bundesstaates Victoria hätte es seit März 2019 Ermittlungen gegeben, weil einige E-Sportler in einem CS:GO-Turnier absichtlich Matches verloren haben sollen. Um daraus Profit zu schlagen, hätten die Betrüger zuvor auf ihre Niederlagen gewettet. Mindestens fünf Partien seien betroffen, wobei die Angeklagten über 20 Wetten auf diese Spiele abgeschlossen hätten.

Am Mittwoch, den 21. August hat die Polizei nun sechs Männer im Alter zwischen 19 und 22 verhaftet und ihre Wohnungen durchsucht. Nachdem die Verdächtigen verhört wurden, befinden sie sich aktuell wieder auf freiem Fuß, allerdings laufen die Ermittlungen weiterhin. Ob sie also tatsächlich wegen Wettbetrugs im E-Sport ins Gefängnis müssen, steht noch aus.

Ein weiterer Betrugsfall aus dem Jahr 2017: Aimbot-Entwickler aus Korea muss ins Gefängnis

In dem Bericht wird außerdem der Assistant Commissioner der Polizei von Victoria, Neil Paterson, zitiert. Er erklärte, dass E-Sport eine aufsteigende Sport-Industrie darstellt, und dass die Polizei mit Unternehmen aus dem Gaming- und Wettbereich zusammenarbeiten möchte, um solch illegalen Aktivitäten nachzugehen: »Die Polizei nimmt Anzeigen wegen verdächtigen oder kriminellen Aktivitäten im E-Sport sehr ernst«, so Paterson.

Verbrechen und Betrug sind im E-Sport zum Glück noch nicht allzu verbreitet. Doch die Meldung über die sechs CS:GO-Schummler stellt keineswegs eine Premiere in diesem Bereich dar: Schon 2017 wurde zum Beispiel in Südkorea ein Manager und Chef des E-Sport-Teams Luminous verhaftet, weil er angeblich illegale Ergebnis-Absprachen betrieben hätte.

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