Der Kampf wird mit Exklusivtiteln gewonnen - Epics Firmenchef erklärt, wie man Steam schlagen will

Für Tim Sweeney sind Exklusivtitel und eine starke Entwicklerbindung der richtige Weg, um Steam gefährlich zu werden. Das verriet er im Interview mit dem MCV-Magazin.

von Fabiano Uslenghi,
13.03.2019 16:12 Uhr

Tim Sweeney ließ in einem Interview durchblicken, dass er sich im Kampf gegen Steam mehr von einer guten Auswahl an Spielen als marginal besseren Features verspricht.Tim Sweeney ließ in einem Interview durchblicken, dass er sich im Kampf gegen Steam mehr von einer guten Auswahl an Spielen als marginal besseren Features verspricht.

Das britische Fachmagazin MCV erklärte Tim Sweeney zur »Person of the Year« und ließ den Epic-Chef kürzlich in einem Interview zu Wort kommen, in dem er auf den Konkurrenzkampf zwischen Steam und dem Epic Store zu sprechen kommt.

Darin wird klar, dass er nicht glaubt, nur mit neuen Store-Features dem Platzhirsch Valve gefährlich zu werden. Wichtiger ist es laut Sweeney, auf Entwickler zuzugehen und den Store mit Spielen zu versorgen:

"Der Store ist jetzt schon nahezu perfekt für Konsumenten… Es ist hoffnungslos zu glauben, einen dominanten Store allein durch marginal bessere Features und marginal bessere Installations-Erfahrungen verdrängen zu können. Diese Kämpfe werden mit Spiele-Angebot, Konsumentenpreis und Gewinnbeteiligung der Entwickler gewonnen."

Im Falle der Gewinnbeteiligung geht Sweeny darauf ein, dass Entwickler, die ihre Spiele im Epic Store vertreiben, 88 Prozent der Gewinne einstreichen, während es bei Steam lediglich 70 Prozent sind. Zudem sparen sich die Entwickler noch 5 Prozent der Lizenzgebühren für die Unreal Engine, wenn ihre Spiele in Sweeneys Epic Store erscheinen.

The Division 2 erscheint zwar ganz gewöhnlich auch im hauseigenen Shop von Ubisoft, verzichtet allerdings zugunsten von Epic auf einen Steam-Release.The Division 2 erscheint zwar ganz gewöhnlich auch im hauseigenen Shop von Ubisoft, verzichtet allerdings zugunsten von Epic auf einen Steam-Release.

Ein Store für Entwickler

Obwohl der Store in seiner momentanen Phase von Sweeney als »nahezu perfekt für Konsumenten« bezeichnet wird, soll er sich über die nächsten Jahre trotzdem weiterentwickeln. Aktuell ist Epic damit beschäftigt, eine zwar kleine, aber sorgfältig ausgewählte Anzahl von Spielen anzubieten. Dazu gehören sowohl große Exklusivtitel wie Metro: Exodus, als auch hochwertige (nicht exklusive) Spiele von Indie-Entwicklern wie What Remains of Edith Finch. Langfristig soll sich die Anzahl an Spielen aber verfünffachen.

"Wir haben daran gearbeitet, zu gewährleisten, dass es sich für Entwickler wirklich lohnt, zum Epic Games Store zu wechseln. Fortnites Erfolg hat Epic ausreichend Spielraum gegeben, um Entwicklern zu helfen."

"Wir geben Spiele-Entwicklern und Publishern das Geschäftsmodell eines Stores, das wir als Entwickler immer selber gewollt haben."

Bislang wird der Store von einem Teil der Gaming-Community allerdings eher kritisch aufgenommen. Gerade die hohe Anzahl an Exklusiv-Spielen sorgt für Unmut. Auch ein Mangel an Features im Vergleich zu Steam und Berichte von diversen Sicherheitslücken lösten bei Spielern nicht gerade Jubelrufe aus.

Der außergewöhnliche Erfolg von Fortnite ermöglichte es Epic, das Konzept von einer eigenen Vertriebsplattform zu verwirklichen. Der außergewöhnliche Erfolg von Fortnite ermöglichte es Epic, das Konzept von einer eigenen Vertriebsplattform zu verwirklichen.

Von Preissenkungen, die laut Sweeney einer der Wege sind, um Steam Konkurrenz zu machen, ist bislang wenig zu spüren. In der Regel kosten neue Spiele im Epic Store genauso viel wie auf Steam. Lediglich World War Z senkte bislang den Preis, Metro: Exodus sogar nur in den USA.

Es gibt aber auch positive Stimmen. Gerade Entwicklerstudios scheinen mit der neuen Alternative zu Steam zufrieden zu sein und loben deren Ansatz. So glaubt der CEO des World-War-Z-Entwicklers, dass vom Epic Store sowohl Entwickler als auch Spieler letztlich profitieren. Auch Greg Kasavin von Supergiant Games (Bastion, Hades) hält Konkurrenz in der Industrie für etwas Gutes.

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