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Diablo-Erfinder »sehr besorgt« über Google Stadia und Apple Arcade - »Wenn ihr Free2Play schlimm fandet, habt ihr noch gar nichts gesehen«

David Brevik macht sich Sorgen über die Zukunft des Gaming: Firmen wie Apple und Google seien nicht aufzuhalten, brächten aber bedenkliche Veränderungen.

von Maurice Weber,
26.03.2019 15:10 Uhr

Der Diablo-Erfinder ist nicht begeistert von Googles und Apples Zukunftsvision für den Gaming-Markt. Der Diablo-Erfinder ist nicht begeistert von Googles und Apples Zukunftsvision für den Gaming-Markt.

Diablo-Vater David Brevik hat auf Twitter Bedenken an Google Stadia und Apple Arcade geäußert. Seine Sorge gilt vor allem dem Geschäftsmodell von Apples neuem Gaming-Abo, das uns vollen Zugang zu allen Spielen im Paket gibt und Entwickler nach gespielten Nutzer-Minuten bezahlen soll.

Diese werde radikale Auswirkungen auf die Beweggründe hinter Spieldesign-Entscheidungen und auf räuberische Mechaniken haben, so Brevik: »Wenn ihr Free2Play schlimm fandet, habt ihr noch gar nichts gesehen.« Brevik scheint davon auszugehen, dass Stadia auf ein ähnliches Prinzip setzen wird, obwohl das noch nicht feststeht.

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Was ist das Problem mit diesem Modell? Es könnte beispielsweise zu künstlich gestreckten Spielen führen, weil mehr Spielzeit direkt mehr Geld für den Entwickler bedeutet. Genauso wäre es denkbar, Grinds bewusst so langsam wie möglich auszulegen und mehr Zufallsmechaniken mit Glücksspielcharakter einzubauen, um Spieler länger zu binden.

Der Fairness halber wäre all das nicht unbedingt neu, auch für aktuelle Service-Spiele oder klassische Abo-MMOs wie World of Warcraft ist langfristige Spieler-Bindung bereits enorm wichtig. Brevik befürchtet allerdings, dass sich das im Modell von Apple noch weiter ausbreiten könnte, weil solche Firmen enormen Einfluss hätten.

Denkbar sei etwa, dass Spiele künftig genau messen müssten, wie viele Spieler nach einer Minute, nach drei Minuten, nach 5 Minuten und nach einer Stunde noch am Ball wären. Früher hätten Entwickler sich nicht um solche Metriken kümmern müssen, wenn sie ein klassisches Vollpreis-Produkt auf den Markt brachten statt eines Free2Play-Titels.

Brevik zieht dabei einen Vergleich zu anderen Unterhaltungs-Branchen. Spotify habe die Musik-Industrie tiefgreifend verändert. Ähnlich wäre es bei Büchern, wenn Autoren in einem Abo-Modell plötzlich pro Seite bezahlt würden. »Das würde alles verändern.«

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