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Inhaltsverzeichnis

Seite 27: Die 250 besten PC-Spiele aller Zeiten - Das große GameStar-Ranking

19. Star Wars: Knights of the Old Republic

Entwickler: Bioware
Publisher: LucasArts
Erschienen: September 2003

Markus Schwerdtel: Star Trek ist viel besser als Star Wars. So, jetzt ist es raus. Das hindert mich im Sommer 2003 aber nicht daran, die Disk mit Knights of the Old Republic in meine Xbox zu schieben. Ja, Xbox, denn die PC-Version kommt erst im Herbst, und Bioware-Spiele dulden damals bei mir keinen Aufschub. Also Xbox an, DVD rein, und los geht's in den Kampf gegen Darth Malak - da stört nicht mal der klobige Controller der Microsoft-Konsole.

In meinem Test in der GameStar-Ausgabe schreibe ich im Meinungskasten »der bisher beste Bioware-Titel«, und für mich stimmt diese Aussage auch heute noch - trotz Mass Effect oder Dragon Age. Denn die Mixtur aus interessanten Charakteren, Schauplätzen und Entscheidungen gelingt Bioware in diesem Spiel optimal, noch viel besser also etwa in Baldur's Gate 2. Und dank der - für damalige Verhältnisse - sehr guten Optik komme ich dem Geschehen so nah wie nie zuvor.

Egal ob Bastila (die blöde Kuh) oder HK-47 (der harte Hund), ich schließe Freundschaft mit den Charakteren und will wissen, wie ihre Geschichte weiter geht, die ich zum Teil sogar selber beeinflussen kann. Nicht umsonst hauen wir damals eine Traumwertung von 93 Prozent raus, so viel haben seitdem nur eine Handvoll Titel bekommen. Wie sehr mich dieses Spiel gefesselt hat, ist mir beim Durchblättern der alten Titelgeschichte aufgefallen: Bei nahezu jedem Screenshot erinnere ich mich daran, wie ich ihn gemacht habe. Das Hauptbild mit den Energieblitzen? Da habe ich extra Petra beim Schreiben ihrer Preview zu Beyond Good & Evil gestört, damit sie sich mein Meisterwerk ansieht.

Knights of the Old Republic ist nicht nur bei seinem Erscheinen eine Sensation, es hallt bis heute nach. Denn es ist sozusagen die Geburtsstunde des modernen Bioware-Rollenspiels. Wer genau hinschaut, sieht an allen Ecken und Enden schon Mass Effect durchschimmern, das erst fünf Jahre später erscheinen sollte. Schade nur, dass das (immer noch gute) Knights of the Old Republic nicht ganz die Klasse des ersten Teils erreicht. Obsidian (Fallout: New Vegas, Pillars of Eternity) war damals eben noch ein junges Studio.

Hall of Fame der besten Spiele - Knights of the Old Republic PLUS 4:38 Hall of Fame der besten Spiele - Knights of the Old Republic

Knights of the Old Republic im GameStar-Test

Trivia:
-KotOR-Produzent Casey Hudson ist nicht nur ein grundsympathischer Kanadier, sondern auch einer der einflussreichsten Köpfe bei Bioware. Unter anderem war er für die drei Teile von Mass Effect verantwortlich, bevor er die Firma 2014 verließ, um für die Microsoft Studios als Creative Director zu arbeiten. Allerdings kehrte er 2017 zurück zu Bioware, um das Studio nach dem von Entwicklungsproblemen geschüttelten und bei vielen Spielern ungeliebten Mass Effect: Andromeda wieder auf Kurs zu bringen. Momentan arbeitet Hudson an Anthem.
- Der Soundtrack von Knights of the Old Republic stammt vom Tausendsassa Jeremy Soule. Der hat Anfang der 2000er-Jahre jedes Videospiel vertont, das nicht bei drei auf den Bäumen war. Unter anderem gehen die Stücke in Icewind Dale, Dungeon Siege, Morrowind, Neverwinter Nights, Unreal 2, Guild Wars, Supreme Commander, Skyrim, Guild Wars 2 und WoW: Mists of Pandaria auf sein Konto.

18. Deus Ex

Entwickler: Ion Strom
Publisher: Eidos Interactive
Erschienen: August 2000

Nils Raettig: Der erste Teil der Deus-Ex-Reihe hat gute Chancen, es in meine persönliche Top 3 der besten Spiele aller Zeiten zu schaffen - nicht umsonst ist es eines der wenigen Spiele, von denen ich noch die Originalverpackung besitze. Und damit ist natürlich keine DVD-Hülle mit einem kleinen Zettel mit Produkt-Key gemeint, sondern ein guter, alter (und relativ großer) Pappkarton, auf dem J.C. Denton verheißungsvoll und mysteriös hell erleuchtet in den nächtlichen Großstadthimmel schaut.

Dass ich eine so hohe Meinung von dem Spiel habe, hat es vor allem seiner viel zitierten spielerischen Freiheit zu verdanken. Sie hat mich sogar dazu gebracht, daran zu glauben, dass ich ein offensichtlich geskriptetes Ereignis vielleicht doch noch verhindern könnte, wenn ich mich nur geschickt genug anstelle. Bereits die Berichterstattung der GameStar vor dem Release hat mich mehr als neugierig auf das Spiel gemacht, endgültig überzeugt war ich dann von der passenden Demo in der Ausgabe 08/2000. Anhand des Tutorials und vor allem der ersten Mission rund um die Freiheitsstatue in New York konnte ich herrlich mit den verschiedenen Spielweisen herumexperimentieren.

Aus heutiger Sicht wirkt die Freiheit des Spiels vermutlich weniger groß, da wir in relativ vielen Titeln zwischen verschiedenen Vorgehensweisen wie dem klassischen Frontalangriff und versteckten Nadelstichen aus dem Hinterhalt wählen oder Türen sowohl per Code als auch mit Gewalt öffnen können. Das dürften wir aber durchaus auch dem Erfolg von Deus Ex zu verdanken haben. Ebenfalls ein Highlight des Spiels: Die Geschichte mit all ihren Verschwörungen und Wendungen sowie die Atmosphäre. Technisch ließ Deus Ex zwar bereits für damalige Verhältnisse etwas zu wünschen übrig, aber die Musik und vor allem die (vertonten) Dialoge haben einen großen Teil dazu beigetragen, dass ich mich kaum vom Spiel lösen könnte.

Hall of Fame: Deus Ex - Rückblick auf den Action-Rollenspiel-Klassiker 3:51 Hall of Fame: Deus Ex - Rückblick auf den Action-Rollenspiel-Klassiker

Deus Ex im GameStar-Test

Trivia:
- In Deus Ex tragen viele Spielfiguren Sonnenbrillen. Ob sich die Entwickler da vom großen Erfolg des etwa ein Jahr zuvor in Deutschland angelaufenen Kinofilms Matrix haben beeinflussen lassen?
- Die Demo zu Deus Ex war ganze 223 MByte groß. Damit hat sie etwa ein Drittel des Speicherplatz der GameStar-Demo-CD belegt.

17. Splinter Cell

Entwickler: Ubisoft Montreal, Ubisoft Shanghai
Publisher: Ubisoft
Erschienen: November 2002

Petra Schmitz: Kombayn Nikoladze, so heißt er, der erste Gegner von Sam Fisher. Und der will - wie es offenbar bei Videospielschurken aus dem Osten so üblich ist - den dritten Weltkrieg auslösen. Das ist allerdings das Unspektakulärste am ersten Splinter Cell. Die Schleich-Action rund um den NSA-Agenten Sam Fisher punktet 2002 durch ihre Grafik (obwohl es ein Konsolenport ist) und durch tolle Verzahnung von Leveldesign, Gadgets und Heldenbeweglichkeit.

Sam Fisher trägt schwarz, damit er in der Dunkelheit nicht gesehen wird. Außerdem trägt er ein Nachtsichtgerät, damit er in der Dunkelheit besser sehen kann. Er ist wendig wie eine Katze, er hangelt sich an Rohren entlang, er klemmt sich mit einem Spagatsprung zwischen zwei Wände, er weicht Gegnern unbemerkt aus - er tötet, wenn es sein muss. Er muss im Alleingang den dritten Weltkrieg verhindern und das tut er mit einer Eleganz, die ihresgleichen sucht.

Nach den Dark-Project-Spielen ist Splinter Cell die nächste Reihe, die konsequent auf Schleicherei setzt und Sam und Garrett verbindet mehr als nur die Liebe zur Dunkelheit und das praktische Light-Meter, das die Sichtbarkeit der Helden verrät. Die beiden haben auch einen ähnlich trockenen Humor. Diese Kombination begeistert mich nach wie vor. Hey Ubisoft! Was ist nun mit einem neuen Splinter Cell? Michael Ironside steht als Sprecher wieder zur Verfügung!

Hall of Fame: Tom Clancy's Splinter Cell (Plus-Video)

Trivia:
- Seit 2012 wurschtelt Ubisoft an einem Splinter-Cell-Film rum. Die Hauptrolle sollte damals Tom Hardy übernehmen.
- Bis einschließlich Splinter Cell: Conviction sprach Michael Ironside den englischen Sam. Dann wechselte Ubisoft auf einen jüngeren Schauspieler, der auch die MoCap-Aufnahmen stemmen konnte. Grund für den Wechsel dürfte aber auch Ironsides Krebserkrankung gewesen sein.

Splinter Cell für 8,09€ bei GOG

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16. Diablo 2

Entwickler: Blizzard North
Publisher: Blizzard
Erschienen: Juni 2000

Markus Schwerdtel: Diablo 2 hat für alle Zeiten einen besonderen Platz in meinem Herzen - es war nämlich mein erstes Spiel, an dem ich bei GameStar gearbeitet habe. Mein erster Arbeitstag war der 10. April 2000, da war die Betaphase von Diablo 2 gerade voll im Gange. Und Kollege Schmidt hatte auch gleich den richtigen Job für einen rechtlosen Trainee wie mich: Screenshots von alles Skilltrees machen, und wo ich grade dabei bin auch gleich von ein paar Kampfszenen. Was Christian nicht wusste: Das erste Diablo fand ich immer nur so mittel, es war mir zu trist und ehrlich gesagt auch zu eintönig (natürlich trotzdem durchgespielt, eh klar). Aber hey, Job ist Job, also habe ich mich als Barbar in die Beta gestürzt - und war nach wenigen Minuten angefixt. Diese Welt, diese Helden, diese Atmosphäre! Da konnte man sogar die archaische Auflösung von 640 mal 480 vergessen, die erst viel später per Patch zumindest ein Bisschen hochgedreht wurde. Und was haben wir über die zufallsgenerierten Namen gelacht, die waren sogar für ein paar Seiten Die Vorletzte komisch genug!

Das war es aber noch lange nicht mit meiner Diablo-Dosis, denn schon zwei Ausgaben später war ich im Test-Team des fertigen Spiels. Zu viert (Jörg Langer, Jörg Spormann, Gunnar Lott und ich) haben wir uns das Monster vorgenommen, Gunnar und ich waren für den 12-seitigen Insider-Guide zuständig. Ja, damals war das mit dem Internet noch nicht so weit und Tipps auf Papier waren ein echtes Verkaufsargument für unser Heft. Also haben wir uns mit der Testversion lange Nächte um die die Ohren geschlagen - nur um dann zu merken, dass in der Releaseversion teils entscheidende Skill-Werte verändert waren. Danke, Blizzard!

Meiner Liebe zum Spiel hat das aber keinen Abbruch getan. Für den Test des Addons Lord of Destruction habe ich mich so eifrig freiwillig gemeldet wie ein Erstklässler mit dem richtigen Rechenergebnis. Schließlich brachte das mit den Runen und der höheren Auflösung (800x600!) richtig gute Verbesserungen. Und bis heute ist der Druide einer meiner Lieblingscharaktere der Serie. Da nimmt man dann auch in Kauf, dass die Erweiterung mit 60 Mark (zur Erinnerung: So hieß früher unser Geld) nicht gerade billig war. Wenn Blizzard schon das olle Starcraft 2 nochmal in hübsch bringt, warum dann eigentlich nicht Diablo 2?

Diablo 2 - Hall-of-Fame-Video 7:23 Diablo 2 - Hall-of-Fame-Video

Diablo 2 im original GameStar-Test

Diablo 2: Lord of Destruction im Test

Trivia:
- Blizzard North hatte seine Büros in San Mateo im Norden Kaliforniens. Nach der Fertigstellung von Lords of Destruction begannen die Arbeiten an Diablo 3 und einem weiteren Titel. Allerdings verließen wichtige Mitarbeiter das Studio, so dass die Blizzard-Filiale am 1. August 2005 endgültig geschlossen wurde. Bei einem Besuch bei Blizzard in Irvine während der Entwicklung von WoW: Burning Crusade im Herbst 2005 mussten wir einen großen Raum durchqueren, in dem sich alte Büromöbel stapelten: Das waren die letzten Überbleibsel von Blizzard North.
- Diablo-Vater David Brevik verließ Blizzard North, um 2003 die Flagship Studios zu gründen und dort das extrem ambitionierte, aber am Ende glücklose Hellgate: London zu entwickeln. Sein Partner war dabei der ehemalige Blizzard-Frontmann und Teilzeit-Folkmusiker Bill Roper, der in frühen GameStar-Ausgaben mit unzähligen Fotos vertreten ist.

15. Max Payne 2

Entwickler: Remedy Entertainment
Publisher: Rockstar Games
Erschienen: Oktober 2003

Michael Obermeier: »Es regnete, als würde die Welt untergehen, an jenem schicksalhaften Tag im Oktober 2003, an dem Max Payne und ich einmal mehr in den düsteren Höllenschlund von New York City geschleudert wurden.« Klingt dieser Satz für euch auch wie unerträgliches Geschwurbel? Gut, denn genau so geht's mir heute mit dem melodramatischen Gefasel, mit dem der Entwickler Remedy die Story von Max Payne 2 erzählt.

Das war aber nicht immer so, denn 2003 hielt ich die größtenteils in Graphic-Novel-Zwischensequenzen erzählte Film-Noir-Handlung für den Zenit der Spiele-Schreibkunst. Aber damals dachte ich auch, Limp Bizkit wäre die Krone der Musik, also war ich eventuell etwas vorbelastet. Schreiberei hin oder her - Spielerisch begeistert mich Max Payne 2 heute wie damals. Denn Remedy nimmt die sensationellen Bullettime-Schießereien des Vorgängers, macht die aber mit erweiterten Physik- und Partikeleffekten noch »schmutziger«. Selten hat es in Spielen soviel Spaß gemacht, daneben zu schießen - nur um zu sehen, wie dann in Zeitlupe die Fetzen fliegen.

Und auch wenn ich die Wortwahl heute zum Fremdschämen finde, kann ich unmöglich behaupten, dass mich die Story kalt gelassen hätte. Selbst 15 Jahre später spreche ich noch alberne Ingame-TV-Shows wie "Lords and Ladies", "Address Unknown" oder "Captain Baseballbat-Boy" mit. Und wer weiß, wahrscheinlich würde ich auch heute noch für Mona Sax eine Träne verdrücken.

Max Payne 2: The Fall of Max Payne - Test-Video PLUS-Archiv 3:47 Max Payne 2: The Fall of Max Payne - Test-Video

Max Payne 2 im GameStar-Test

Trivia:
- Wenn man Max Payne 2 im höchsten Schwierigkeitsgrad durchspielt, überlebt die sonst sterbende Mona Sax das Finale.
- Dass die Monologe von Max Payne etwas dick aufgetragen waren, wusste auch Remedy. Die nehmen sich nämlich im Spiel mit dem TV-Helden “Dick Justice” selbst auf die Schippe.
- Max Payne hat zwar in allen drei Serienteilen ein anderes Gesicht, die Stimme leiht ihm aber immer Schauspieler James McCaffrey.

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